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Go East: Eintauchen in die Welten Osteuropas
Quelle: GoEast (Festivalplakat)©

Festival | bis 24.04.2018

Hinter den Kulissen Osteuropas

GoEast in Wiesbaden, Frankfurt und Rhein-Main

Was 2001 als ambitioniertes Projekt des Deutschen Filminstituts (DIF) zum vertiefenden Blick auf Osteuropas neu aufblühende Kinoszene und in die entstehenden neuen Demokratien begann, ist heute das vielleicht renommierteste und politisch ambitionierteste Osteuropa-Filmfestival in Deutschland. »GoEast« zeigt Ost- (und Mittel-) Europa abseits schnelllebiger Schlagzeilen – mit tiefen Einblicken hinter die Kulissen der Länder und ihrer Gesellschaften. Die 18. Ausgabe stellt dabei einmal mehr Filmemacherinnen ins Rampenlicht. Die Hälfte der diesjährigen Filme ist von Frauen gemacht. Unter den über 200 Gästen sind allerdings nicht nur zahlreiche Regisseurinnen und Schauspielerinnen, sondern auch die vielfach ausgezeichnete slowakische Foto-Künstlerin Mária Švarbová. Sie ist mit ihren kühl distanzierten Gesellschaftsstudien in einer eigenen Ausstellung vertreten – und findet sich auch auf dem Motiv des diesjährigen Plakates wieder …

Wie stark Politik und Gesellschaft Osteuropas sich in diesem Festival spiegeln, zeigen einige Beispiele. Ein Höhepunkt ist sicher der Film »Okkupation 1968«, der im 50. Jahr des Prager Frühlings gleich fünf Regisseur*innen aus fünf verschiedenen osteuropäischen Ländern zusammenbrachte. Eine ungewöhnliche Zusammenarbeit über viele Grenzen hinweg. Nicht 50, sondern 100 Jahre werden dieses Jahr die baltischen Staaten (genauso wie vier weitere Staaten). Anlass, sie in den Mittelpunkt des diesjährigen Symposiums mit dem bezeichnenden Titel »Hybride Identitäten« zu stellen.  Neue Impulse nimmt derweil der neu konzipierte »Open Frame Award« auf und spürt aktuellen Welten und Entwicklungen mit Virtual Reality und 360°-Projekten nach: von der Idee eines postmodernen russischen »ProletatiARTs« bis zum »Ukrainian Summer Camp Learning to Fight«. Herzstück des Festivals ist allerdings auch dieses Jahr wieder der Wettbewerb der 16 Filme im Rennen um den »Besten Film« des Festivals, darunter »Our New President« über den (scheinbar) russisch gemachten US-Präsidenten oder »A Woman Captured« über moderne Sklaverei mitten in Europa. Ein Wettbewerb übrigens, bei dem die Genres Spielfilm, Dokumentation und Animation zunehmend verschwimmen. So wie vieles andere auch in Osteuropa und auch in dem Programm dieses Festivals – nicht nur auf dem Plakat … (vss.).