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Aus einem Prospekt der Firma Fuld, Frankfurter Telefon Max Bittrof, um 1930
Quelle: Museum Angewandte Kunst©

Frankfurts Bauhaus100

Werkstatt des Bauhauses

Ausstellungen in Frankfurt und in der Region

Ludwig Mies van der Rohe und die Siedlung Weißenhof, Oskar Schlemmer und das Triadische Ballett, Mart Stam und der Freischwinger-Stuhl – Nur drei Namen und Werke für das Bauhaus, das vor 100 Jahren in Weimar und später Dessau eine neue Avantgarde für Architektur, Kunst und Design begründete. Waren Dessau und Weimar quasi die »Akademie« dieser neuen Moderne, so war Frankfurt eine »Werkstatt«. Stadtplaner Ernst May, Architekten wie Friedrich Kramer oder Martin Elsaesser und eben auch Designer wie Mart Stam schufen ein neues soziales und doch modernes Bauen, mit revolutionären Ideen wie der integrierten Frankfurter Küche oder dem Frankfurter Bad. Design paarte sich mit sozialem Denken, nicht nur in diesen Bauten.

Nirgends wohl ist gelebtes Bauhaus so einfach zu besichtigen wie in Frankfurt. Etwa in der Ernst-May-Siedlung oder im Ernst-May-(Muster-)Haus. Aber im 100. Bauhaus-Jahr auch in drei außergewöhnlichen Ausstellungen zur Moderne am Main. Sich kongenial ergänzend, zeigen gerade im April das Deutsche Architekturmuseum und das Museum Angewandte Kunst mit »Neuer Mensch, Neue Wohnung« und mit »Moderne in Frankfurt« gemeinsam in zwei sehenswerten Ausstellungen, wie in den 20er Jahre in Frankfurt eine neue Kultur des Bauens, des Wohnens und des Lebens entstand – und dabei alle drei Bereiche eng miteinander verwob (im Laufe des Jahres folgt eine dritte, eher laborhafte Ausstellung im Historischen Museum). Gedanklich nicht weit entfernt von diesen Ideen ist übrigens die »Darmstädter Sezession«. Bekannte Namen dieser revolutionären Künstlergemeinschaft waren Max Beckmann, Ludwig Meidner oder Paul Hindemith. Und auch die Sezession feiert dieses Jahr den runden 100. Geburtstag. So spiegelt sich die Aura des Bauhauses 2019 auch in der einen oder anderen Veranstaltung in Darmstadt wider … (vss.).