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Quo vadis - Künstler*innen in FrankfurtRheinMain?
Quelle: Barbara Walzer (bw.)©

Impuls | Eine Künstler-Abgabe

Ein Drittel für Künstler!

Gastkommentar von Jan Deck

Frankfurt ist ein Tourismusmagnet. Über fünf Millionen Menschen kommen jedes Jahr in die Stadt und sorgen für rund zehn Millionen Übernachtungen. Ein Potential, an dem auch die Stadt mittlerweile verdient. Für jede private Übernachtung – und das ist fast jede dritte – kassiert sie seit 2018 zwei Euro. Das müssten rund sechs Millionen Euro pro Jahr sein.

Nun kommen diese Menschen vor allem wegen der lebendigen und vielseitigen Kunst- und Kulturlandschaft. Städel, Oper oder Mousonturm sind Publikumsmagneten. Doch dahinter stehen auch viele freischaffende Künstler*innen. Ihre Zahl dürfte in und um diese Stadt herum locker vierstellig sein. In den meisten Sparten ist deren Förderung durch die Stadt mangelhaft. Gleichzeitig steigen Mieten, Lebenshaltung, Preise für Ateliers und Proberäume. Viele Künstler können sich die Stadt, die sie sich mit ihnen schmückt, nicht mehr leisten.

Deshalb muss ein Drittel der neuen Einnahmen zur besseren Finanzierung der freien Szene verwendet werden! Das wären geschätzt zwei Millionen Euro. Wir wollen, dass mit dem Geld ein Fördertopf eingerichtet wird, aus dem alle freischaffenden Künstler*innen und Initiativen Geld für Projekte bekommen: Filmfeste, Musiker*innen, Clubs, Theatergruppen, Bildende Künstler*innen, Autor*innen, Filmschaffende, Kooperationsprojekte zwischen den Sparten und viele mehr. Diese vielseitige Kunstszene ist ein Hauptgrund für den privaten Touristenboom. Deshalb wollen wir nicht mehr und nicht weniger als unseren Anteil an den mit uns erzielten Einnahmen. Und das bitte nicht bei gleichzeitiger Streichung anderer Gelder …