Ferne Zukunft - Ein letztes kleines Auto zwischen Hochhäusern?
Quelle: Niko Neuwirth©

Frankfurt | Autofrei(er)e Stadt [1]

Reine Autowischerei?

Frankfurt probt ein bisschen autofrei

Autofreie Innenstädte liegen im Trend. Oder zumindest autoreduzierte Innenstädte. Oslo, Singapur, Gent sowie in gewisser Weise auch London, Barcelona oder Groningen sind gute Beispiele. Auch in Frankfurt taucht das Wort häufiger auf. Oft verbunden mit folgenden beiden Wörtern: lebenswerte Stadt. Ein erster Baustein – oder sagen wir besser: ein Bauklötzchen – ist der Frankfurter Mainkai, eine Straße zwischen Römer und Main. Na ja, Straße stimmt nicht ganz. Es ist nur das Mittelstück einer Straße. Aber immerhin. Mutig dem Trend folgend hat Frankfurts Stadtregierung kürzlich dieses Stück Straße autofrei gemacht. Na ja, zumindest mal für ein Jahr – probeweise.

Denn irgendwie scheint Frankfurt den Trend nicht ganz verstanden zu haben. Während es anderswo darum geht, Autos und Autoverkehr zu verringern und Städte lebenswerter zu machen, gleicht das Frankfurter Modell mehr einer großen (Auto-) Schieberei. Nach vier Wochen nämlich stellt sich heraus, was man eigentlich ahnen konnte. Von einem Stückchen gesperrter Straße lassen sich wenige Autofahrer*innen zum Umdenken verleiten. Eher zum Umlenken. Seither klagen Bürger*innen auf der benachbarten Berliner Straße und auf dem gegenüberliegenden Mainufer über mehr Verkehr und alle Bewohner*innen und Verkehrsteilnehmer*innen über noch mehr Stau in der Rushhour. Und auch das mit dem Lebenswerten auf der freien Straße hat sich noch nicht ganz rumgesprochen – außer bei Rennen fahrenden E-Scooter-Fahrer*innen …

Urban Shorts nimmt den Frankfurter Selbstversuch zum Anlass, mal wieder über Grenzen und Tellerränder hinauszuschauen, was andere machen, um den Autoverkehr zu reduzieren. Der Blick der Urban-Shorts-Kolleg*innen schweift dabei in den kommenden Tagen nach und nach gen London, nach Oslo und Helsinki, gen Singapur, nach Utrecht und Darmstadt, gen Manchester sowie nach Barcelona und Groningen. Aber immer wieder auch mit einem Auge auf Frankfurt und die Frage, wie denn die Ideen von anderswo in die Mainmetropole passen würden … (red.).