Kunsthalle Darmstadt - viel Platz zur Zeit nicht nur draußen
Quelle: Kunsthalle Darmstadt©

Ausstellungen

Kunst mit Konzept

Viel Platz in Ausstellungsräumen

Zu den Orten, die man in Corona-Zeiten noch empfehlen könnte, gehören eigentlich viele Museen und diverse Ausstellungsräume. Sie punkten mit viel Platz, Hygiene-Konzepten und – leider – wenig Besucher*innen. Manche sogar noch mit guten Ausstellungen. Zu besichtigen aber wohl erst wieder im Dezember – wenn überhaupt noch mal dieses Jahr …  

Museen und Ausstellungsräume haben im Corona-Jahr einen schweren Stand. Hört man sich um, lag der Besuch die meiste Zeit bei etwa 20 bis 30 Prozent gegenüber »normal«. Wenn man mal geöffnet haben durfte. Ein wenig paradox ist die Situation schon. Bei aller Vorsicht einer solchen Aussage: Aber gerade viele Museen und Ausstellungsräume gehören eigentlich wohl zu den eher sicheren (Kultur-) Orten in der Region. Zum einen bieten gerade Museen und große Ausstellungsräume wie die Museen Angewandte und Moderne Kunst in Frankfurt, das Museum Wiesbaden oder die Kunsthalle Darmstadt per se viel Platz durch ihre weiten, großzügigen Räume. Zum anderen sorgt das ausgedünnte Publikum in den auch sonst selten überlaufenen Kunsttempeln für viel Freiraum. Vor allem aber haben die Häuser mittlerweile ausgefeilte Hygiene-Konzepte, die sicher mehr Sicherheit verheißen, als dies in den Sommerwochen auf Opern- oder Friedberger Plätzen in Frankfurt der Fall war. Einzig Lüften ist häufig ein Problem.

Punkten können – oder konnten – derzeit neben den genannten Häusern etwa die gleichsam tierische und allzu menschliche Dreier-Schau »Artentreffen« in Wiesbaden, Offenbach und Rüsselsheim sowie einige sehr unterschiedliche Highlights in Darmstadt (»Tomàs Saraceno«), Bad Homburg (»Was ist Natur?«) oder Frankfurt (»Die weibliche Seite Gottes«), wobei im Bad Homburger Sinclair Haus tatsächlich der Platz recht eng ist. Aber auch kleinere Räume wie etwa die Ausstellungshalle, das Heussenstamm oder die Galerie Peter Sillem (einer der wenigen Orte, die im November offen haben) in Frankfurt sind oder wären durchaus empfehlenswert. Denn was für viele Museen gilt, stimmt häufig auch für diese Orte. Zwar haben sie per se weniger Platz, dafür aber schon immer auch deutlich weniger Besucher*innen. Das Heussenstamm etwa hatte zuletzt mit seinen Ausstellungen einige Dutzend Besucher*innen pro Tag unter der Woche. Kleine Galerien etwa rund um die Frankfurter Fahrgasse, in die eigentlich noch weniger Menschen passen (würden), begrüßen ihre Gäste ohnehin meist nur »per Handschlag« (was in diesem Falle natürlich als Redewendung gemeint ist); und zwar völlig unabhängig von Corona. Zudem gelten auch dort Hygienekonzepte, sind etwa Maskentragen und Desinfektionsmittel Standard. Gerade »die Fahrgasse«, wo auch um November manche Galerien als Einzelhändler offen bleiben, hat übrigens ganz gute Voraussetzungen: viele Räume nebeneinander und viel Platz in der Straße dazwischen. Beschränkungen ab einer bestimmten Zahl von Besucher*innen gelten übrigens bei allen genannten Häusern. Allerdings sind in diesem Herbst noch nirgendwo Schlangen gesichtet worden … (sfo.).