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Viel Platz im Hafen 2
Quelle: Catalina Somolinos©

Orte mit Auslauf | Hafen 2

Sheep and Screans

Subkulturelles Biotop - auch in Corona-Zeiten

Sie gehörten zu den letzten Kultur- und Gastro-Orten, die in den frühen Corona-Tagen noch offen haben durften. Und sie gehörten zu den ersten semi-gastronomischen Kulturorten, die wieder öffnen durften. Wo anders schließlich als im Offenbacher Kultur-Biotop »Hafen 2« gibt es sonst Kultur und Chillen mit so viel Auslauf? Weite und Freiraum waren nämlich schon immer dessen Markenzeichen – im übertragenen Sinne und auch wortwörtlich. Das gilt für das Programm: von den vielen fremdsprachigen Filmen (die schon seit Wochen wieder ihr Publikum haben) bis zu den coolen Singern und Songwritern (die nun seit Mitte des Jahres auch wieder vereinzelt auftreten dürfen). Und es gilt für das Ambiente. Nicht von ungefähr tummeln sich hier im Sommer Familien und Freidenkende, um im gepflegt-alternativen Ambiente eben diese Filme und Konzerte zu genießen oder die Kids im ausufernden Sandkasten und bei Schafen und Hühnern spielen zu lassen.

Möglich macht es der in der Region wohl einmalige Open-Air-Kino- und Konzertsaal mit echten Tieren, viel Kinder-Freifläche und dem chilligen Blick aufs Wasser. Das kleine Café auf einer Brache im sich wandelnden Hafen kann so gerade in diesem (Corona-) Sommer punkten, auch mit viel freiem Grün und dünigem Sand, mit locker gestellten Bierbänken, beweglichen Sonnen-Stühlen und Platz für Picknickdecken. Alles übrigens gepaart mit viel Engagement für Migrant*innen und Flüchtlinge. Apropos Engagement: In diesem Jahr hofft »der Hafen« selbst auf das besondere Engagement seiner Fan-Gemeinde. Die Filme finden zwar statt, fielen aber lange als Haupteinnahmequelle bei mühsam Kosten deckenden 100 Plätzen praktisch weg. Erst seit einigen Wochen spülen mittlerweile erlaubte 250 Gäste wieder etwas mehr Geld in die Kassen. Konzerte waren – auch wegen vieler Tournee-Absagen – lange praktisch komplett auf den Herbst verschoben (Mittlerweile finden auch sie vereinzelt wieder statt). So startete der Hafen im Frühjahr einen Spenden-Aufruf, um über die Runden zu kommen und das alternative Idyll im bau boomenden Hafen zu erhalten. Vor allem im Sommer ist er ein echter Place-to-be. Und bei Nicht-Sommer geht es in den Schuppen nebenan. Nur auf eines muss man in diesem Sommer im Hafen wirklich verzichten: auf die üblichen Live-Übertragungen von Fußball-WM und -EM. Doch dies liegt nicht an der Hafen-Crew …. (vss.).