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Die diesjährigen Darmstädter Tage brachten die Fotografie groß raus
Quelle: André Hirtz©

Kunst zum Flanieren

Skurrile Statements

Darmstädter Fototage in der Stadt

Was macht man im Corona-Jahr mit einem Ausstellungs-Parcours, der vor allem aus Foto-Ausstellungen in oft kleinen Off Spaces besteht? Ausfallen lassen wäre eine Lösung, ins Internet verlagern eine andere. Die Darmstädter Tage der Fotografie haben sich für die dritte Möglichkeit entschieden: raus gehen. Vom Friedensplatz über den Schlossgraben bis zum Osthang an der Mathildenhöhe bespielen die Macher*innen in diesem Jahr den öffentlichen Raum. »Skurrile Fluchten« ist dafür ein sogar mehr als doppeldeutiger Titel. Es meint nicht nur die Flucht nach draußen und das Bespielen von Fluchten im öffentlichen Raum, sondern vor allem das Spiel der Fotograf*innen mit dem Humor in ihren Bildern.

Überdimensionale Fotos skurriler Menschen von Erwin Wurm oder Iiu Susiraja prangen etwa an mehrere Meter hohen Kuben auf dem Friedensplatz. Im Schlossgraben passieren die Besucher*innen eine lange Flucht korrespondierender Körper von Tänzer*innen. Und auch an den anderen Orten kommt es immer wieder zu einigen überraschenden Begegnungen. Nachdem ein großer Teil der Outdoor-Ausstellungen bis weit in den Dezember hinein verlängert wurden, ist dies derzeit wohl die präsenteste und großflächigste Ausstellung, die derzeit noch in der Region zu sehen ist – bei entsprechender Kälte-Resistenz sogar mitten in der Nacht. Und apropos Verlängerung: Im Prinzip gehen die »Darmstädter Tage der Fotografie« sogar noch bis Februar nächsten Jahres. Nämlich mit einigen durchaus sehenswerten Indoor-Ausstellungen, etwa in der Kunsthalle Darmstadt. Womöglich ein guter Grund für einen zweiten Ausflug nach Darmstadt Anfang des kommenden Jahres … (vss.).