Die Magie des Ortes
Quelle: Barbara Walzer©

Ffm. | Festivals

Spieler, Gaukler, fahrendes Volk

20.07. bis 05.08. | Die Antagon-Sommerwerft

Straßentheater, Gaukler, fahrendes Volk – Es gab und gibt viele Namen für jene Künstler, die das Frankfurter Antagon-Theater einmal im Jahr auf seiner »Sommerwerft« am Mainufer versammelt. Ob Theater, Tanz, Musik, Lyrik, Improvisation oder Poetry Slam – Die Künstler, die hier zu Gast sind, stammen nicht nur aus ganz Europa, sondern ziehen über’s Jahr auch quer durch den Kontinent (und nicht nur durch diesen), treten in vielen Städten und auf vielen Festivals, Straßen und Plätzen auf. Und so bunt wie dieses fahrende Volk sind auch ihre Programme, oftmals laut, schrill, farbig, mit Feuer und Wasser. Zuweilen aber auch mit leisen, stillen (Zwischen-) Tönen. Jedes Jahr liefert Antagon dabei eine bunte Mischung vom spektakulären Outdoor-Theaterstück mit Trommeln und Feuer bis zur feinen und feinsinnigen Lesung im Beduinenzelt. Sicher auf seine Art das faszinierendste Sommerfestival, das die Stadt zu bieten hat – in diesem Jahr zum 17. Mal. Und ganz besonders zu empfehlen: die Flohmärkte an den Sonntagen (vss.).

Der Termin: Sommerwerft + 20.07. bis 05.08. (täglich) | Der Ort: Ffm. + auf der Sommerwerft (Weseler Werft) am nordöstlichen Mainufer zwischen (neuem) Literaturhaus und (neuer) EZB | Der Eintritt ist frei. Nach jeder Veranstaltung wird gesammelt |  Überblick und Programm: Sommerwerft | Mehr auf urban shorts: Impressionen 16 Jahre Sommerwerft | Mehr Orte, Termine und Festivals: Urban Agenda + Art(s) Agenda

Agenda | Einsichten 1

Dichter, Denker & Debatten

Lesungen & Diskussionen in FrankfurtRheinMain

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Gedanken im Werden? | (c) Barbara Walzer (bw.)

Die Agenda »Dichter, Denker & Debatten« ist eine Auswahl aktueller Vorträge, Lesungen, Diskussionen und ähnlicher Veranstaltungen, die in Frankfurt und Umgebung in Kürze stattfinden werden | Die Auswahl vereint vor allem Veranstaltungen zu gesellschaftlichen und kulturellen Themen abseits des Mainstreams und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit | Die Agenda wird Ihnen präsentiert von urban shorts und dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain | Weitere Veranstaltungen finden Sie in der Randspalte (Desktop-Version) oder weiter unten (mobile Version)

 

In diesen Tagen

Seit 19.07. | Stoffel – Theater Offen Luft | Open Air-Festival | F + Günthersburgpark | 19.07. bis 11.08.2018 | Mehr Infos: Stalburg

Seit 20.07. | Sommerwerft | Straßentheaterfestival | F + Weseler Werft | 20.07. bis 05.08.2018 | Mehr Infos: Sommerwerft

Seit 21.07. | Sommerkino auf dem Dach | Reihe Filmabende | F + Haus am Dom + Domplatz | 21.07. bis 06.08.2018 | Mehr Infos: Sommerkino

21.07. + 18:00 Uhr | Milliarden – Wie werden wir alle satt? | Film | F + Neuer Frankfurter Garten + Danziger Platz | Mehr Infos: Neuer Frankfurter Garten

21.07. bis 22.07.18 | Kubricks 2001 | Symposium zur Ausstellung | F + Filmmuseum + Museumsufer | Mehr Infos: DIF

 

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Barbara Walzer©
Ob See oder Schwimmbad - Hauptsache nass
Quelle: Barbara Walzer©

Bäder und Seen in Rhein-Main

Bäder rauf und runter

Gabi Schirrmachers Buch »Public Swimming«

Immer wenn ich dieser Tage bei knapp 30 Grad im Business-Outfit kurz vorm Siedepunkt bin, denke ich – wehmütig und vorfreudig gleichermaßen – an das letzte heiße Wochenende zurück. An das bewährte Hausener Schwimmbad, an die freudig gezogenen Bahnen, an den Plausch mit meinem Lieblingsbademeister – und an die anschließende Lektüre in meinem jüngsten, diesmal nur bedingt literarischen Neuerwerb: Gabi Schirrmachers »Public Swimming«. Die sympathische Autorin und Herausgeberin ist Designerin, Beraterin – und seit Jahren passionierte Schwimmerin.

Schon beim kurzen Kennenlernen während ihrer Buchvorstellung sagte sie lachend: »Ich habe heute schon so viele Schwimmerinnen kennengelernt, toll!«. Beruhigend, denn ich kam mir bislang mit meiner hoffnungslosen Schwimmsucht immer etwas nerdig vor. Das verflog schnell bei der Präsentation – und mit dem Buch. Darin stellt Schirrmacher über 50 Frei- und Naturbäder sowie Badeseen in der Rhein-Main-Region vor. Schlicht-schön, funktional und mit ganz vielen Fotos von Günther Dächert. Plus großer Karte. Zu jedem der vorgestellten Orte gibt es ein Kurzprofil, Zahlen und Fakten, einen maßstabsgerechten Geländeplan, Infos zur Anfahrt und zusätzliche Tipps vom passenden Restaurant bis hin zum nahegelegenen Sightseeing-Highlight. Auch eine Suche nach Wasser- und Rutschentyp oder Bahnlänge ist möglich. Man merkt: Da weiß eine genau, wovon sie schreibt. Genau das richtige Handbuch für Kurzurlaube in diesem Sommer (pem.).

Barbara Walzer©
Hans' Heimat - der Offspace Frankfurts
Quelle: bw.©

Orte + Menschen | hans' yachtklub

Das Elbe-Flussbad am Main

Reden, chillen, sein - ein Stück Seele Frankfurts

Off-Kultur ist vieles (und vieles übrigens auch nicht). Es sind die kleinen schrägen Ausstellungen in stillgelegten Fabriken, heruntergekommenen Kellerräumen oder leeren Ladenlokalen. Es sind die temporären Art- und Performancetreffs in fertigen Altbauwohnungen oder unfertigen Büroetagen. Und es sind die unschicken Cafés mit Lümmelsofas und Nierentischen aus den 50ern sowie der auch manchmal dröhnenden Musik von nebenan. Wer dies zu kreieren schon seit Jahrzehnten in Frankfurt immer wieder schafft und im Idealfall sogar vereint, war und ist Hans Romanov. Sein Flaggschiff im vielfachen Wortsinn ist sein Yachtklub an der Alten Brücke unten am Sachsenhäuser Mainufer. Ein für den Hans typischer Ort, nicht glatt und seelenlos wie viele andere in der Stadt. Beseelt durch (s)einen umtriebigen Gastgeber. Mit Preisen nach dem Prinzip »leben und leben lassen«. Ein »Place to be« eben – genau zwischen fertig und unfertig …

Vor fünf Jahren musste Hans den Yachtklub mal abgeben, weil andere mehr dafür boten. Doch offenbar gelang es denen nicht, den Ort zu »beseelen«. Seit Frühjahr 2016 sind sie zurück: der Hans und sein Yachtklub. Es hängt das alte Schild wieder und der flache Kahn duckt sich wie eh und je auf dem Main. Seither treffen sich wieder ganz unterschiedliche Menschen aus ganz verschiedenen Szenen oder auch gänzlich Unszenige auf »dem Boot«, wie es unter Eingeweihten heißt. Für sie ist es wieder der traumhafte Ort für laue Sommerabende auf dem zwischenzeitlich ausgebauten großen Deck. Für die frischeren Tage und Nächte gibt es Wetterschutz auf dem kleineren Deck (oder im schlimmsten Fall flüchtet man in die Kabine mit Tanzfläche und Bar). Mit großstädtischem Ausblick in Richtung Offenbach und – natürlich – auf die Frankfurter Skyline. Wenn man den Yachtklub kennt, ist der Winter umso härter, denn dann ruht er geschützt im Osthafen, bis zum nächsten Frühling. Und wie schon immer ist der Holzkahn eine Plattform für alles Mögliche in Sachen (Off-) Kultur: Musik vom Plattenteller oder live, Diskussion und Literatur, Flohmarkt oder ein veritabler Jodlklub, im Sommer auch mal Schauspiel – oder einfach Chillen im Elbe-Flussbad (Main-Bad kann ja jeder …). Offen, immer wieder überraschend und ein wenig eigensinnig, eben ganz wie der Käpt’n selbst. Frankfurt, das andere Frankfurt, hat hier ein Stück seiner Seele. Noch zumindest … (pem./vss.). 

bw.©
Die afip bei Nacht - ausnahmsweise ohne Leute, damit man die Location sieht
Quelle: Lutz Jahnke©

Orte | afip in Offenbach

Schräg bis sehr schräg

2558 Tage - sieben Jahre afip

Ganz viel Durchhaltevermögen und Idealismus werden am Ende wohl doch belohnt, zumindest mit einer enormen Zahl an Menschen und Institutionen, die der akademie für interdisziplinäre prozesse (afip) am Offenbacher Goetheplatz zugewandt sind. Im Brotjob ist der Betreiber und HfG-Absolvent Lutz Jahnke Grafiker, und nur so hatte sein verwegenes Projekt überhaupt eine Chance. Mit kleinem Budget und großer Lust an der Improvisation startete Jahnke vor sieben Jahren in den früheren Räumen eines bekannt-berüchtigten Drogerie-Discounters mit Ausstellungen, Lesungen und kleinen, schrägen Formaten – für sich, seine Freunde und Gleichgesinnte. Mittlerweile ist die afip einer der spannendsten Orte in der Region für vielfältige und vor allem schräge und sehr schräge Off-Kultur – mit einem Programm, das vom Konzert und der Performance bis hin zum Workshop immer wieder gute Gründe liefert, vorbeizuschauen. Dies feierten Lutz Jahnke und seine afip Mitte 2017 auch an einem ganzen Wochenende mit dem alternativen Offenbacher Zukunftsfestival »Offtopia« – ein gelungenes Spot(t)light auf die schräge kleine Schwester von Frankfurt. Auch 2018 wird nach mittlerweile dann 2558 Tagen am 30. Juni wieder gefeiert und auch ein wenig nachgedacht und nachgefragt: diesmal mit einer kleinen Messe, einer mobilen Diskussion im Quartier sowie einen wohl wieder einmal schrägen bis sehr schrägen Kunst- und Kulturhappening rund um den Goetheplatz. Einzig mit dem genauen Programm ist wahrscheinlich auch in diesem Jahr wieder sehr kurzfristig zu rechnen … (pem.).

Lutz Jahnke©
Ein Wasserhaus und seine Seele: Jöst Nr. 1 im Osthafen
Quelle: Barbara Walzer (bw.)©

Orte + Menschen | Kult und Kulturgut

Neues Trinken in alten Mauern

Frankfurt und seine wiederbelebten Wasserhäuschen

Über Jahrzehnte gehörte das Wasserhäuschen in Frankfurt zum Alltag, ein sozialer Ort, an dem alle Generationen und Milieus aufeinandertreffen. Wo es menschelt und der Büdchenbesitzer schon weiß, wie viele Biere oder Schokoriegel man abends so kaufen will. Doch gerade das wollten viele Menschen irgendwann nicht mehr und haben die Anonymität eines Supermarktes oder einer Tankstelle vorgezogen. Am Büdchen strandeten nur noch die, die man lieber nicht treffen wollte. »Büdchensterben« nannte man das dann irgendwann. Doch was da starb, waren nicht nur ein paar Steine. In Zeiten, in denen über Zusammenhalt, Integration und Partizipation viel diskutiert wird, war am Büdchen eigentlich genau das gelebt worden. Und dies ist keineswegs nur als Wasserhäuschen-Romantik zu verstehen. Vielerorts ist der Büdchen-Alltag auch rauh und traurig. Wie das Leben in der Großstadt eben. Und gerade das schätz(t)en die Menschen.

So war und ist es nicht verwunderlich, dass die Frankfurter Wasserhäuschen eine Renaissance erlebten. Wenn auch da und dort in der zuweilen etwas feineren Variante: wie eben genau das »Fein« im Nordend. Und mit der Renaissance wurde das Kulturgut plötzlich auch Kult. Vereine und Initiativen entstanden rund um die Wasserhäuschen. Die »Linie 11« etwa, die 2017 sogar den »1. Frankfurter Wasserhäuschentag« feierte. Was vor Jahren zunächst als Aktion einiger Frankfurter Jungs im besten Partyalter startete, ist heute nach sieben Jahren ein ordentlicher kleiner Verein, der als Experte in Sachen »Wasserhäuschen« gefragt ist. Die »Linie 11« hat den Kult nicht unwesentlich mitbegründet und setzt sich für den Erhalt sowie die Pflege eines vom Aussterben bedrohten Frankfurter Kulturgutes ein. Und das Engagement kommt von Herzen – nicht nur, wenn von der legendären gemischten Tüte oder von dem einzigartigen Charme der so ganz unterschiedlichen Büdchen geschwärmt wird. Ob die interaktive Wasserhäuschen-Karte, das erste Wasserhäuschen-Infomobil der Welt oder die Vernetzung der Büdchen-Betreiber: Die Macher haben immer wieder frische Ideen, um die Menschen der Stadt für ihre Traditionshäuschen zu begeistern.

Begonnen hat alles übrigens um die letzte Jahrhundertwende, als Frankfurt schon einmal boomte. Sauberes Wasser kam damals nicht aus dem Hahn, sondern eben vom Wasserhäuschen, für das die Stadt gesorgt hat. Heute ist es längst als Treffpunkt und kleiner Laden »um die Eck« wiederentdeckt worden und Teil einer neuen Kultur des urbanen Zusammenlebens. Viele alt eingesessene – wie das Jöst-Häuschen im Osthafen – und auch neue Büdchen mit kreativen Geschäftsideen gehören mittlerweile fest zum Leben im Quartier mit dazu. Genauso wie der Kult um sie, wie es die »Linie 11« oder auch die einmal im Jahr auf Tour gehenden Jungs und Mädels vom »Trinkhallen Hopping« pflegen. Um es mit der »Linie 11« zu sagen: »Wir lieben Wasserhäuschen«. Und sie stehen damit offenbar längst nicht mehr alleine – am Wasserhäuschen … (pem.).

Agenda | Mehr Sichten

Viel für Aug’ & Ohr

Festivals & Co. in Frankfurt & RheinMain

 

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Künstler satt – auf den zahlreichen Festivals in der Region | (c) Barbara Walzer

Die Agenda »Viel für Aug’ & Ohr« ist eine Auswahl interessanter Festivals für Filme, Musik und Performances, die in Frankfurt und Umgebung in Kürze und in den kommenden Monaten stattfinden | Die Auswahl vereint vor allem Veranstaltungen aus dem Bereichen Avantgarde und Off Spaces und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit | Die Agenda wird Ihnen präsentiert von urban shorts und dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain | Weitere Veranstaltungen finden Sie in der Randspalte oder weiter unten bei »Mehr Agenden«

 

Aktuelle und kommende Festivals 

Bis 19.09.2018 | Filmsommer Mainz | MZ + an verschiedenen Orten | Mehr Infos: Filmsommer

Bis 09.09.2018 | RAY 2018 Extreme | Fototriennale in Rhein-Main | FrankfurtRheinMain + an verschiedenen Orten im Rhein-Main-Gebiet | Mehr Infos: RAY2018

17.07. bis 23.08. | Mainz lebt auf seinen Plätzen | MZ + Karmeliterplatz und Markt | Mehr Infos: Mainz

19.07. bis 11.08. | Stoffel – Theater Offen Luft | F + Günthersburgpark | Mehr Infos: Stalburg

20.07. bis 05.08. | Sommerwerft | Straßentheaterfestival | F + Weseler Werft | Mehr Infos: Sommerwerft

21.07. bis 06.08. | Sommerkino auf dem Dach | Reihe Filmabende | F + Haus am Dom + Domplatz | Mehr Infos: Sommerkino

23. bis 29.07. | Gutleut-Tage | F + verschiedene Orte Gutleut-Viertel | Mehr Infos: Gutleut-Tage

28.07. bis 05.08. | Tage der Industriekultur | Fokusthema 2018: Europa – Verbindungen | verschiedene Orte Rhein-Main | Mehr Infos: Industriekultur Rhein-Main

04.08. bis 05.08. | Poesie im Park – Eine Art Festival! | WI + Biebricher Schlosspark | Mehr Infos: Poesie im Park

15. bis 18.08. + 21:30 Uhr | Open Air Kino | F + Schirn Kunsthalle | Mehr Infos: Schirn

16.08. bis 20.08. | Filmfest Weiterstadt | Das Kurzfilm-Festival | Weiterstadt + Braunshardter Tännchen | Mehr Infos: Filmfest Weiterstadt

 

Falls Sie an dieser Stelle eine besondere Veranstaltung aus FrankfurtRheinMain vermissen, teilen Sie uns dies bitte über das Kontaktformular unten kurz mit. Die Kalender werden ständig aktualisiert.