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Hans' Heimat - der Offspace Frankfurts
Quelle: bw.©

Orte + Menschen | hans' yachtklub

Das Elbe-Flussbad am Main

Ab 19.04. | Reden, chillen, sein - ein Stück Seele Frankfurts

Off-Kultur ist vieles (und vieles übrigens auch nicht). Es sind die kleinen schrägen Ausstellungen in stillgelegten Fabriken, heruntergekommenen Kellerräumen oder leeren Ladenlokalen. Es sind die temporären Art- und Performancetreffs in fertigen Altbauwohnungen oder unfertigen Büroetagen. Und es sind die unschicken Cafés mit Lümmelsofas und Nierentischen aus den 50ern sowie der auch manchmal dröhnenden Musik von nebenan. Wer dies zu kreieren schon seit Jahrzehnten in Frankfurt immer wieder schafft und im Idealfall sogar vereint, war und ist Hans Romanov. Sein Flaggschiff im vielfachen Wortsinn ist sein Yachtklub an der Alten Brücke unten am Sachsenhäuser Mainufer. Ein für den Hans typischer Ort, nicht glatt und seelenlos wie viele andere in der Stadt. Beseelt durch (s)einen umtriebigen Gastgeber. Mit Preisen nach dem Prinzip »leben und leben lassen«. Ein »Place to be« eben – genau zwischen fertig und unfertig …

Vor fünf Jahren musste Hans den Yachtklub mal abgeben, weil andere mehr dafür boten. Doch offenbar gelang es denen nicht, den Ort zu »beseelen«. Seit Frühjahr 2016 sind sie zurück: der Hans und sein Yachtklub. Es hängt das alte Schild wieder und der flache Kahn duckt sich wie eh und je auf dem Main. Seither treffen sich wieder ganz unterschiedliche Menschen aus ganz verschiedenen Szenen oder auch gänzlich Unszenige auf »dem Boot«, wie es unter Eingeweihten heißt. Für sie ist es wieder der traumhafte Ort für laue Sommerabende auf dem zwischenzeitlich ausgebauten großen Deck. Für die frischeren Tage und Nächte gibt es Wetterschutz auf dem kleineren Deck (oder im schlimmsten Fall flüchtet man in die Kabine mit Tanzfläche und Bar). Mit großstädtischem Ausblick in Richtung Offenbach und – natürlich – auf die Frankfurter Skyline. Wenn man den Yachtklub kennt, ist der Winter umso härter, denn dann ruht er geschützt im Osthafen, bis zum nächsten Frühling. Und wie schon immer ist der Holzkahn eine Plattform für alles Mögliche in Sachen (Off-) Kultur: Musik vom Plattenteller oder live, Diskussion und Literatur, Flohmarkt oder ein veritabler Jodlklub, im Sommer auch mal Schauspiel – oder einfach Chillen im Elbe-Flussbad (Main-Bad kann ja jeder!). Offen, immer wieder überraschend und ein wenig eigensinnig, eben ganz wie der Käpt’n selbst. Frankfurt – das andere Frankfurt – hat hier ein Stück seiner Seele. Ab 19. April ist der Yachtklub auch 2018 wieder geöffnet … (pem./vss.). 

Agenda | Einsichten 1

Dichter, Denker & Debatten

Lesungen & Diskussionen in FrankfurtRheinMain

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Gedanken im Werden? | (c) Barbara Walzer (bw.)

Die Agenda »Dichter, Denker & Debatten« ist eine Auswahl aktueller Vorträge, Lesungen, Diskussionen und ähnlicher Veranstaltungen, die in Frankfurt und Umgebung in Kürze stattfinden werden | Die Auswahl vereint vor allem Veranstaltungen zu gesellschaftlichen und kulturellen Themen abseits des Mainstreams und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit | Die Agenda wird Ihnen präsentiert von urban shorts und dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain | Weitere Veranstaltungen finden Sie in der Randspalte (Desktop-Version) oder weiter unten (mobile Version)

 

In diesen Tagen

15.04. bis 29.04.18 | Frankfurt liest ein Buch: Anna Seghers’ Das siebte Kreuz | Frankfurt und andere Orte | Mehr Infos: Frankfurt liest (us)

18.04. bis 24.04. | Go East Filmfestival | WI + F + andere Orte | Mehr Infos: GoEast (us)

22.04. + 10:30 Uhr | see Camp | Publikumstag der see Conference zur Visualisierung von Information | WI + Scholz & Volkmer Campus + Schwalbacher Str. 72 | Mehr Infos: See Conference

22.04. + 11:00 Uhr | Stadtplanung & Mobilität | Diskussion | WI + Scholz & Volkmer Campus + Schwalbacher Str. 72 | Mehr Infos: See Conference

 

Mehr Veranstaltungen (Vernissagen)   > AGENDA | ANSICHTEN

Mehr Veranstaltungen (Festivals)   > AGENDA | MEHR SICHTEN

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Go East: Eintauchen in die Welten Osteuropas
Quelle: GoEast (Festivalplakat)©

Festival | bis 24.04.2018

Hinter den Kulissen Osteuropas

GoEast in Wiesbaden, Frankfurt und Rhein-Main

Was 2001 als ambitioniertes Projekt des Deutschen Filminstituts (DIF) zum vertiefenden Blick auf Osteuropas neu aufblühende Kinoszene und in die entstehenden neuen Demokratien begann, ist heute das vielleicht renommierteste und politisch ambitionierteste Osteuropa-Filmfestival in Deutschland. »GoEast« zeigt Ost- (und Mittel-) Europa abseits schnelllebiger Schlagzeilen – mit tiefen Einblicken hinter die Kulissen der Länder und ihrer Gesellschaften. Die 18. Ausgabe stellt dabei einmal mehr Filmemacherinnen ins Rampenlicht. Die Hälfte der diesjährigen Filme ist von Frauen gemacht. Unter den über 200 Gästen sind allerdings nicht nur zahlreiche Regisseurinnen und Schauspielerinnen, sondern auch die vielfach ausgezeichnete slowakische Foto-Künstlerin Mária Švarbová. Sie ist mit ihren kühl distanzierten Gesellschaftsstudien in einer eigenen Ausstellung vertreten – und findet sich auch auf dem Motiv des diesjährigen Plakates wieder …

Wie stark Politik und Gesellschaft Osteuropas sich in diesem Festival spiegeln, zeigen einige Beispiele. Ein Höhepunkt ist sicher der Film »Okkupation 1968«, der im 50. Jahr des Prager Frühlings gleich fünf Regisseur*innen aus fünf verschiedenen osteuropäischen Ländern zusammenbrachte. Eine ungewöhnliche Zusammenarbeit über viele Grenzen hinweg. Nicht 50, sondern 100 Jahre werden dieses Jahr die baltischen Staaten (genauso wie vier weitere Staaten). Anlass, sie in den Mittelpunkt des diesjährigen Symposiums mit dem bezeichnenden Titel »Hybride Identitäten« zu stellen.  Neue Impulse nimmt derweil der neu konzipierte »Open Frame Award« auf und spürt aktuellen Welten und Entwicklungen mit Virtual Reality und 360°-Projekten nach: von der Idee eines postmodernen russischen »ProletatiARTs« bis zum »Ukrainian Summer Camp Learning to Fight«. Herzstück des Festivals ist allerdings auch dieses Jahr wieder der Wettbewerb der 16 Filme im Rennen um den »Besten Film« des Festivals, darunter »Our New President« über den (scheinbar) russisch gemachten US-Präsidenten oder »A Woman Captured« über moderne Sklaverei mitten in Europa. Ein Wettbewerb übrigens, bei dem die Genres Spielfilm, Dokumentation und Animation zunehmend verschwimmen. So wie vieles andere auch in Osteuropa und auch in dem Programm dieses Festivals – nicht nur auf dem Plakat … (vss.).

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Aus dem Buchcover
Quelle: Aufbau Verlag©

Eine Region liest ein Buch

(Nicht nur) Frankfurt liest ein Buch

15.04. bis 29.04. | Anna Seghers' »Das siebte Kreuz«

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(Nicht nur) Von Marx bis King
Quelle: 3sat©

Das Thema | Visionäre und Utopien

Von Gandhi bis Greenpeace

Eine Filmreihe in 3sat und der 3sat-Mediathek

Alternative Fürstentümer, esoterische Kommunen, anarchische Post-68er-Aktivisten und Punkkünstler auf selbstgebauten Flößen – Paul Poet hat in seinem Dokumentarfilm »Empire Me« skurrile Gegengesellschaften auf der Suche nach Selbstverwirklichung und alternativen Wegen des Zusammenlebens porträtiert. »Wo endet das Ich, wo beginnt das Wir?«, fragt er anhand der Beispiele. »Empire Me« ist einer der ungewöhnlichen Filme in der Reihe »Visionäre und Utopien«, die vom 8. bis 15. April auf 3sat und darüber hinaus noch einige Zeit in der 3sat-Mediathek zu sehen sind. Die Themen reichen dabei vom berühmten Marsch Gandhis bis zu den Anfängen von Greenpeace. Es geht um kleine und große Revolutionen, um Proteste, Träume und Visionen, um politische oder andere Umbrüche. Besonders spannend sind dabei die Beiträge, in denen es nicht um »große Köpfe« der Weltgeschichte wie Gandhi, Marx oder Martin Luther King geht, neben »Empire Me« etwa auch in »Eine faire Welt« oder »Gelebte Utopien« (sfo.).

3sat©
Filmausschnitt
Quelle: bt.©

Der Film | (Im)Migration

Umgekehrte Migrationsgeschichte

25.04.| Eduard Zuckmayer. Ein Musiker in der Türkei

Es gab mal eine Zeit, in der die Menschen nicht aus vielen Teilen dieser Welt nach Deutschland flüchteten – sondern genau umgekehrt. Zu jenen Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus Deutschland verließen und in diesem Falle Zuflucht in der Türkei fanden, gehörte auch der Pianist und Dirigent Eduard Zuckmayer. Er war der ältere Bruder des berühmten Schriftstellers Karl Zuckmayer, der unter anderem durch »Des Teufels General« weltberühmt wurde. Einen ähnlich guten Namen besitzt Eduard Zuckmayer in der Türkei. Nach seiner Auswanderung 1936 baute er dort eine Musikausbildung nach westlichem Vorbild auf und trug maßgeblich bei zur Etablierung auch klassischer westlicher Musik am Bosporus. Die Filmemacherin und Türkei-Expertin Barbara Trottnow hat sich vor Ort auf die Spur(en) des älteren Zuckmayers begeben. Ihr Film ist auch ein sehr nachdenkenswertes Stück inverse Migrations- und Integrationsgeschichte (vss.). 

Agenda | Mehr Sichten

Viel für Aug’ & Ohr

Festivals & Co. in Frankfurt & RheinMain

 

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Künstler satt – auf den zahlreichen Festivals in der Region | (c) Barbara Walzer

Die Agenda »Viel für Aug’ & Ohr« ist eine Auswahl interessanter Festivals für Filme, Musik und Performances, die in Frankfurt und Umgebung in Kürze und in den kommenden Monaten stattfinden | Die Auswahl vereint vor allem Veranstaltungen aus dem Bereichen Avantgarde und Off Spaces und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit | Die Agenda wird Ihnen präsentiert von urban shorts und dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain | Weitere Veranstaltungen finden Sie in der Randspalte oder weiter unten bei »Mehr Agenden«

 

Aktuelle / kommende Festivals 

Noch bis 08.06. | Revolte und Experiment. Kulturcampus im Aufbruch | F + Campus Bockenheim & andere Orte | Mehr Infos: OHDK

Noch bis 24.04. | Go East Filmfestival | WI + F + andere Orte | Mehr Infos: GoEast (us)

Noch bis 29.04. | Frankfurt liest ein Buch. Mainz liest mit | Buchlesereihe um Anna Seghers Buch »Das siebte Kreuz« | F & MZ + an verschiedenen Orten | Mehr Infos: FrankfurtliesteinBuch

Noch bis 29.04. | im*possible bodies | Festival für utopische Praxis | F + Mousonturm + Waldschmidtstr. 4 | Mehr Infos: Mousonturm

20.04. bis 22.04. | Perspektiven. 10. Darmstädter Tage der Fotografie | DA + an verschiedenen Orten | Mehr Infos: dtdf

26.04. bis 05.05. | Internationales Performance Festival | MZ + pad – performance art depot | Mehr Infos: pad

27.04. bis 29.04. | 20. Marburger Bild-Kunst Kameragespräche | MR + an verschiedenen Orten | Mehr Infos: hFMA

03.05. bis 06.05. | 9. Festival der jungen Talente |  F + Frankfurter Kunstverein + Römerberg | Mehr Infos: FKV

23.05. bis 02.06. | Cuba im Film – Festival del Cine Cubano | F + Filmforum Höchst + Emmerich-Josef-Str. 46 a | Mehr Infos: Cuba im Film

24.05. bis 09.09. | RAY 2018 Extreme | FrankfurtRheinMain + an verschiedenen Orten im Rhein-Main-Gebiet | Mehr Infos: RAY2018

29.05. bis 03.06. | Nippon Connection | Japanisches Filmfestival | F + Mousonturm, Naxoshalle und andere Orte in Frankfurt | Mehr Infos: NipponConnection

15.06. bis 16.06. | Rüsselsheimer Filmtage | Satirische Kurzfilme | RÜ + Theater Rüsselsheim + Am Treff 1 | Mehr Infos: Filmtage

 

Falls Sie an dieser Stelle eine besondere Veranstaltung aus FrankfurtRheinMain vermissen, teilen Sie uns dies bitte über das Kontaktformular unten kurz mit. Die Kalender werden ständig aktualisiert.