Aus: Florida Project
Quelle: Deutsches Filminstitut & Filmmuseum©

Frankfurt | Filmmuseum

Ein etwas anderes »Film(e)festival«

Filmmuseum zeigt Kinohighlights 2018 in Originalfassungen

Das Kino im Deutschen Filmmuseum Frankfurt macht Anfang des Jahres zwar kein Film-Festival, aber ein kleines Filme-Festival mit ausgewählten Kinohighlights des Jahres 2018. Das Besondere daran: Es handelt sich nicht nur um herausragende Programmkino-Filme des abgelaufenen Jahres, sondern zugleich ausschließlich um Originalfassungen (mit Untertiteln). Die Reihe mit zahlreichen kleinen und größeren Perlen von Christian Petzolds »Transit« bis Sean Bakers »Florida Project« wird auch im Februar noch fortgesetzt (red.).

Agenda | Einsichten

Dichter, Denker & Debatten

Lesungen & Diskussionen in FrankfurtRheinMain

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Gedanken im Werden? | (c) Barbara Walzer (bw.)

Die Agenda »Dichter, Denker & Debatten« ist eine Auswahl aktueller Vorträge, Lesungen, Diskussionen sowie urbaner und subkultureller Veranstaltungen, die in Frankfurt und Umgebung in Kürze stattfinden werden | Die Auswahl vereint vor allem Veranstaltungen zu gesellschaftlichen und kulturellen Themen abseits des Mainstreams und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit | Die Agenda wird Ihnen präsentiert von urban shorts und dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain | Weitere Veranstaltungen finden Sie in der Randspalte (Desktop-Version) oder weiter unten (mobile Version)

 

In diesen Tagen

14.01. bis 08.02.2019 | Frankfurter Positionen 2019 | Festival für neue Werke | F + an verschiedenen Orten | Mehr Infos: Positionen

18.01. + 19:00 Uhr | Yves‘ Versprechen| Film-Premiere + Filmgespräch mit Regisseurin Melanie Gärtner | F + Evangelische Akademie + Römer 9 | Mehr Infos: Akademie

18.01. + 19:30 Uhr | Los ReciclaDos – das Müllorchester | Benefizkonzert | Jugendliche aus Paraquay spielen auf aus Abfall der Großstadt hergestellten Instrumenten | Kronberg + St. Johann + Friedrich Ebert Str. 18 | Mehr Infos: losreciclados

18.01. + 20:00 Uhr | Du sollst nicht töten | Lesung – In Kooperation mit Amnesty International und der Initiative gegen Todesstrafe | WI + Staatstheater + Studio + Christian Zais-Str. 3 | Mehr Infos: staatstheater-wiesbaden

19.01. + 19:00 Uhr | Politischer Salon mit historischen Gästen. Eine Performance | F + Historisches Museum + Fahrtor 2 | Mehr Infos: Historisches Museum

20.01. + 11:30 Uhr | Genesis 2.0 (englische OmU) | Film + Filmgespräch mit Regisseur Christian Frei | F + Mal Seh’n Kino + Adlerflychtstraße 6 | Mehr Infos: malsehn 

20.01. + 14:00 Uhr | Yves‘ Versprechen (OmU) | Film + Filmgespräch mit Regisseurin Melanie Gärtner und Ramona Lenz (medico international) | F + Mal Seh’n Kino + Adlerflychtstraße 6 | Mehr Infos: malsehn

20.01. + 18:00 Uhr | Unzertrennlich – Leben mit behinderten und lebensverkürzt erkrankten Kindern | Film + Filmgespräch mit Regisseurin Frauke Lodders | F + Mal Seh’n Kino + Adlerflychtstraße 6 | Mehr Infos: malsehn

21.01. + 19:30 Uhr | Welche Strategien gegen Verpackungsflut und Plastikwahn? | F + Club Voltaire + Kleine Hochstr. 5 | Mehr Infos: clubvoltaire

23.02. + 18:00 Uhr | Walzer der Wissenschaften. Eine Sprache für das Tanzen | MZ + Akademie der Wissenschaften und der Literatur + Geschwister-Scholl-Str. 2 | Mehr Infos: adw (pdf)

 

Mehr Veranstaltungen (Vernissagen)   > AGENDA | ANSICHTEN

Mehr Veranstaltungen (Festivals)   > AGENDA | MEHR SICHTEN

Deutsches Filminstitut & Filmmuseum©
Aus: Oratorium - She She Pop sucht noch ohne Publikum
Quelle: Benjamin Krieg©

Frankfurt | Mousonturm

Stadt (und Land) im Fokus

Ein Saisonschwerpunkt zur »Stadt«

Es hat schon etwas von einer performativen Volksbefragung. Die Berliner Theatergruppe She She Pop lässt das Publikum sich gruppieren – und so Auskunft geben zu Fragen von Besitz und Besitzlosigkeit, zu Ein- und Auskommen, zu Miet- Untermiet- und sonstigen Verhältnissen. Und sie komponiert daraus eine performative Betrachtung der Stadt und der Gesellschaft im Theaterraum. She She Pop steht mit diesem neuen Stück »Oratorium. Kollektive Andacht zu einem wohlgehüteten Geheimnis« am Anfang des Mousonturm-Schwerpunktes »Eine Stadt wie Frankfurt«. Mehrere Wochen zum Beginn der Spielzeit und dann immer mal wieder bis in den Mai 2019 hinein stehen Stadt, Gesellschaft und Stadtgesellschaft im Mittelpunkt des Programms. Politisch und partizipativ soll das Programm sein, das Theater auch öffnen in die Stadt und in den Stadtraum – ob mit der Gruppe Ligna und ihrer »Invasion vom Planet der Affen« in der neuen Altstadt oder mit dem japanischen Performer und Aktivisten Akira Takayama und einer neuen Währung in den Weiten des Mousonturms. Den Abschluss bildet ein neues Rimini-Protokoll-Projekt »1440 Szenen für eine Stadt wie Frankfurt«. Ach ja: Auf die Stadt beschränken wird man sich allerdings nicht. Für ihre Trilogie »Land, Stadt, Fluss« sind die Städter Kötter/Seidl aufs Land gegangen – auf der Suche nach der Stadt. Noch eine Art der Invasion … (sfo.).

Benjamin Krieg©
Alles hat noch eine andere Seite
Quelle: jip Film & Verleih©

Der Film | Druga strana svega

Die andere Seite von allem

70 Jahre gelebte Geschichte Jugoslawiens

Eine Tür und eine politisch engagierte Professorin spielen die Hauptrollen in diesem Film. Die Tür befindet sich mitten in einer einstmals großen Bürgerwohnung von Belgrad. Einstmals. Denn 1946/47 wurde sie verschlossen. Und trennte fortan zwei Teile der Wohnung voneinander. Titos Kommunisten hatten den Eltern der späteren Professorin Srbijanka Turajlić beschieden, dass ihnen zwei Räume zum Leben zu reichen haben – mit Kindern und Tante. Der Film erzählt die Geschichte Jugoslawiens. Eine Geschichte von Teilung und Miteinander. Nicht als historische Dokumentation, sondern als Geschichte dieser Wohnung und dieser Frau. Er erzählt von der Zeit unter Tito, von Umbrüchen und Umstürzen, von Serbien und dem Krieg auf dem Balkan, von der Oppositionellen und kurzzeitigen Ministerin Srbijanka Turajlić. Er erzählt von Treffen mehr oder minder oppositioneller Freunde in der Wohnung, vom Zerbrechen von Freundschaften während des Balkankrieges, von der Nachbarschaft zur mittlerweile 90jährigen Proletarierin Nada, die sieben Jahrzehnte »auf der anderen Seite« lebte. »Die andere Seite von allem« – das Synonym für vieles in dieser Geschichte. »Die andere Seite von allem« ist allerdings aus vielerlei Gründen keine historische Dokumentation. Zu nahe ist die Regisseurin immer wieder an dieser Wohnung und an dieser Frau. Es ist – die Wohnung ihrer Eltern und es ist ihre eigene Mutter, an deren Leben sie die Geschichte Jugoslawiens erzählt. Nicht nur des Staates, sondern auch der Idee Jugoslawien. Eine außergewöhnliche Innensicht, die aus dieser Dokumentation allerdings nicht weniger, sondern mehr als eine historische Dokumentation macht. Ein Stück gelebte und zum Teil auch nicht gelebte Geschichte. Faszinierend dicht und nahe an den Menschen, nicht nur an der eigenen Mutter. Ein tiefer Einblick in 70 Jahre der Geschichte des Balkans, der Idee Jugoslawien und einer Familie mitten auf diesem Kontinent (vss.).

Agenda | Mehr Sichten

Viel für Aug’ & Ohr

Festivals & Co. in Frankfurt & RheinMain

 

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Künstler satt – auf den zahlreichen Festivals in der Region | (c) Barbara Walzer

Die Agenda »Viel für Aug’ & Ohr« ist eine Auswahl interessanter Festivals für Filme, Lesungen, Musik und Performances, die in Frankfurt und Umgebung in Kürze und in den kommenden Monaten stattfinden | Die Auswahl vereint vor allem Veranstaltungen aus dem Bereichen Avantgarde und Off Spaces und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit | Die Agenda wird Ihnen präsentiert von urban shorts und dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain | Weitere Veranstaltungen finden Sie in der Randspalte oder weiter unten bei »Mehr Agenden«

 

Ausgewählte Festivals 2019

17.01. bis 20.01. + 27.01.19 | im*possible bodies #2  – Versuch einer Dekonstruktion | Fesitval für utopische Praxis | F + Mousonturm + Waldschmidtstraße | Mehr Infos: mousonturm

24.01. bis 08.02.19 | Frankfurter Positionen 2019: Grenzen der Verständigung | Festival für neue Werke | F + an verschiedenen Orten | Mehr Infos: Positionen

25.01. bis 28.01. | Homonale | Das schwullesbische Filmfest | WI + Caligari | Mehr Infos: Homonale

29.01. bis 03.02. | hr2-Hörfest | WI + Literaturhaus Villa Clementine + Frankfurter Straße 1| Mehr Infos: villaclementine

Noch bis 30.01.2019 | Kino-Highlights 2018 | Jahresrückblick | F + Filmmuseum + Museumsufer | Mehr Infos: Filmmuseum

30.01. bis 26.02.19 | Africa Alive. Afrikanisches Filmfestival | F + an verschiedenen Orten | Mehr Infos: africaalive

08.02. bis 10.02.19 | ZuKT Wintertanzprojekt | F + Gallustheater + Kleyerstraße 15 | Mehr Infos: hfmdk / Gallustheater

26.03. bis 31.03.19 | Lichter Filmfest | F + an verschiedenen Orten | Erste Infos: Lichter

10.04. bis 16.04.19 | Go East. Festival des mittel- und osteuropäischen Films | WI & F + an verschiedenen Orten | Erste Infos: GoEast

23.05. bis 01.06.19 | 24. Cuba im Film | F + Filmforum Höchst + Emmerich-Josef-Str. 46a | Erste Infos: Noch keine

28.05. bis 02.06.19 | Nippon Connection | Japanisches Filmfestival | F + an verschiedenen Orten | Erste Infos: Nippon

07.06. bis 10.06.19 | Werkstatt der Jungen Filmszene | WI + an verschiedenen Orten | Erste Infos: Werkstatt

14.06. bis 15.06.19 | 25. Rüsselsheimer Filmtage | Festival satirischer Kurzfilme | RÜ + Theater Rüsselsheim + Am Treff 1 | Erste Infos: Filmtage

Bis Juli 2019 | Chantal Akerman | Filmreihe + Lectures | F + Filmmuseum + Schaumainkai 41 | Mehr Infos: Filmmuseum

 

Falls Sie an dieser Stelle eine besondere Veranstaltung aus FrankfurtRheinMain vermissen, teilen Sie uns dies bitte über das Kontaktformular unten kurz mit. Die Kalender werden ständig aktualisiert. 


Das Fein - ein Wasserhaus der neuen Art
Quelle: Catalina Somolinos©

Orte + Menschen | Kult und Kulturgut

Neues Trinken in alten Mauern

Frankfurt und seine wiederbelebten Wasserhäuschen

Über Jahrzehnte gehörte das Wasserhäuschen in Frankfurt zum Alltag, ein sozialer Ort, an dem alle Generationen und Milieus aufeinandertreffen. Wo es menschelt und der Büdchenbesitzer schon weiß, wie viele Biere oder Schokoriegel man abends so kaufen will. Doch gerade das wollten viele Menschen irgendwann nicht mehr und haben die Anonymität eines Supermarktes oder einer Tankstelle vorgezogen. Am Büdchen strandeten nur noch die, die man lieber nicht treffen wollte. »Büdchensterben« nannte man das dann irgendwann. Doch was da starb, waren nicht nur ein paar Steine. In Zeiten, in denen über Zusammenhalt, Integration und Partizipation viel diskutiert wird, war am Büdchen eigentlich genau das gelebt worden. Und dies ist keineswegs nur als Wasserhäuschen-Romantik zu verstehen. Vielerorts ist der Büdchen-Alltag auch rauh und traurig. Wie das Leben in der Großstadt eben. Und gerade das schätz(t)en die Menschen.

So war und ist es nicht verwunderlich, dass die Frankfurter Wasserhäuschen eine Renaissance erlebten. Wenn auch da und dort in der zuweilen etwas feineren Variante: wie eben wortwörtlich das »Fein« oder etwas abgespacter auch das »Gude« im Nordend. Das eine, die kleine feine Plüsch-Oase mit der oft sehr kreativen Kuchenauswahl in der lauschigen Wallanlage. Das andere der (großflächige) Viertel-/ Kaltgetränke-Treff an der Hauptverkehrsachse.  Und mit der Renaissance wurde das Kulturgut plötzlich auch Kult. Vereine und Initiativen entstanden rund um die Wasserhäuschen. Die »Linie 11« etwa, die 2017 sogar den »1. Frankfurter Wasserhäuschentag« feierte. Was vor Jahren zunächst als Aktion einiger Frankfurter Jungs im besten Partyalter startete, ist heute nach sieben Jahren ein ordentlicher kleiner Verein, der als Experte in Sachen »Wasserhäuschen« gefragt ist. Die »Linie 11« hat den Kult nicht unwesentlich mitbegründet und setzt sich für den Erhalt sowie die Pflege eines vom Aussterben bedrohten Frankfurter Kulturgutes ein. Und das Engagement kommt von Herzen – nicht nur, wenn von der legendären gemischten Tüte oder von dem einzigartigen Charme der so ganz unterschiedlichen Büdchen geschwärmt wird. Ob die interaktive Wasserhäuschen-Karte, das erste Wasserhäuschen-Infomobil der Welt oder die Vernetzung der Büdchen-Betreiber: Die Macher haben immer wieder frische Ideen, um die Menschen der Stadt für ihre Traditionshäuschen zu begeistern.

Begonnen hat alles übrigens um die letzte Jahrhundertwende, als Frankfurt schon einmal boomte. Sauberes Wasser kam damals nicht aus dem Hahn, sondern eben vom Wasserhäuschen, für das die Stadt gesorgt hat. Heute ist es längst als Treffpunkt und kleiner Laden »um die Eck« wiederentdeckt worden und Teil einer neuen Kultur des urbanen Zusammenlebens. Viele alt eingesessene – wie das Jöst-Häuschen im Osthafen – und auch neue Büdchen mit kreativen Geschäftsideen gehören mittlerweile fest zum Leben im Quartier mit dazu. Genauso wie der Kult um sie, wie es die »Linie 11« oder auch die einmal im Jahr auf Tour gehenden Jungs und Mädels vom »Trinkhallen Hopping« pflegen. Um es mit der »Linie 11« zu sagen: »Wir lieben Wasserhäuschen«. Und sie stehen damit offenbar längst nicht mehr alleine – am Wasserhäuschen … (pem.).