Schwerpunkt 2019: Brasilien
Quelle: exground Plakat©

Wiesbaden | Filmfestival exground

the independent underground

15.11. bis 24.11.2019 | 200 Filme in zehn Tagen

»exground« klingt wie ein merkwürdiger Mix aus exterritorial und underground. Und irgendwie ist das auch die Mischung, die eine sehr engagierte Wiesbadener Filmliebhabercrew seit mittlerweile über drei Jahrzehnten immer wieder zu einem Festival zusammenführt. Filme, vor allem urban, unabhängig und untergründig. Filme aus Kolumbien und Palästina, aus dem Kosovo oder aus Nepal. Filme, die nicht Mainstream und nur selten auf großen Festivals zu sehen sind. Eine Mischung, die aber aus dem einstigen Underground- längst ein renommiertes Independent-Festival gemacht hat. Wobei das Wort »renommiert« eigentlich so gar nicht zu »exground« passt.

Zu diesem Blick abseits des Mainstreams gehört immer wieder auch ein Schwerpunkt zu einem Land, das nicht unbedingt im Fokus steht. In diesem Jahr ist es Brasilien. Und damit zugleich ein Land, an dem man sehen kann, wie schnell sich das ändern kann mit dem Fokus. Der veränderte Blick auf das Klima und das sich verändernde politische Klima in Südamerika rückten Brasilien nämlich mittlerweile immer mehr in der selbigen. Rund zwei Dutzend Lang- und Kurzfilme, eine Fotoausstellung und Diskussionen zeichnen ein vielschichtiges Bild, vom Mystery-Thriller »The Father’s Shadow« am Eröffnungsabend bis zum Themenabend »Raubzug nach Amazonien« über die Umwelt- und Menschenrechtspolitik unter Präsident Bolsonaro. Neben dem Schwerpunkt liefert exground insgesamt ein vielfältiges Programm mit rund 200 internationalen Produktionen quer durch den 2018/19er-Jahrgang des internationalen Kinos, ausgewählt aus mehreren Tausend Kurz- und Langfilmen. Einen besonderen Stellenwert haben jedes Jahr die klassischen Reihen wie »American Independent«, »Made in Germany« oder »International«. Die Wettbewerbe sind ein Forum für vielversprechende junge Filmemacher – nicht zuletzt wegen des großen Publikumsinteresses an Werken jenseits der Kino-Konfektionsware. Eine Besonderheit sind auch die »youth days«, filmische Weltreisen in das Leben von Jugendlichen. Ein Höhepunkt und Publikumsrenner sind die insgesamt vier Kurzfilm-Rollen vom Iran-Special bis zum Best of shorts. Längst gehört exground damit nach gut drei Jahrzehnten zu den größten und wichtigsten Festivals in Hessen (red.).

Agenda | Einsichten

Dichter, Denker & Debatten

Urbanes & Subkulturelles in FrankfurtRheinMain

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Gedanken im Werden? | (c) Barbara Walzer (bw.)

Die Agenda »Dichter, Denker & Debatten« ist eine Auswahl aktueller Vorträge, Lesungen, Diskussionen sowie anderer urbaner und subkultureller Aktionen und Veranstaltungen, die in Frankfurt und Umgebung in Kürze stattfinden werden | Die Auswahl unter dem Motto »Die Welt, in der wir leben (wollen)« vereint Veranstaltungen zu gesellschaftlichen und kulturellen Themen abseits des Mainstreams und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit | Die Agenda wird Ihnen präsentiert von urban shorts und dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain | Weitere Veranstaltungen finden Sie in der Randspalte (Desktop-Version) oder weiter unten (mobile Version)

 

In diesen Tagen

15.11. bis 30.11.19| Wertschätzen statt Wegwerfen | Europäische Woche(n) der Abfallvermeidung | F + verschiedene Orte | Mehr Infos: fes (pdf)

15.11. bis 24.11.19 | exground Filmfestival | WI, DA, F + an verschiedenen Orten | Mehr Infos: exground (us)

14.11. bis 19.11.19 | Filme aus Israel – Israel im Film | MZ + Ciné Mayence + Schillerstr. 11| Mehr Infos: cinemayence

21.11. + 17:30 Uhr | Heilung durch Kunst | Vortrag von Johannes Stüttgen über Joseph Beuys | Reihe Zukunftsgespräche | WI + Museum Wiesbaden + Friedrich-Ebert-Allee 2 | Mehr Infos: omnibus

21.11. + 19:30 Uhr | Sherko Fatah: Schwarzer September | Autorenlesung | WI + Literaturhaus Villa Clementine + Frankfurter Str. 1 | Mehr Infos: literaturhaus

23.11. + 19:00 Uhr | Lange Wortmeldungen | Lesenacht und Preisverleihung | F + frankfurtersalon + Braubachstr. 32 | Mehr Infos: frankfurtersalon

25.11. + 20:00 Uhr | Nur eine Frau | Film und Gespräch zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen | F + Mal Seh’n Kino + Adlerflychtstr. 6 | Mehr Infos: malsehnkino

 

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exground Plakat©
Aus den diesjährigen Días de Cine
Quelle: Filmmuseum©

FRM | Filme in der Region

Frauen, Mainzer und Latinos

Filmfestivals in FrankfurtRheinMain im November

FrankfurtRheinMain ist auch eine Filmregion. Genauer gesagt: eine Filmfestivalregion. Wohl nirgendwo in Europa gibt es eine derartige Dichte an Filmfestivals – rund eines pro Woche. Und während dabei das Frühjahr meist den größeren Filmflaggschiffen der Region – wie Lichter, GoEast oder Nippon Connections – gehört, füllen die etwas ungewöhnlichen und oft sehr eigenen Festivals den Herbst. Und das quer über die Region. Ganz vorweg sicherlich das fast schon etablierte Independant Festival exground rund um das Caligari Filmtheater in Wiesbaden. Mit viel Herzblut und vielen Freiwilligen entführt exground dabei jährlich in die oft noch unbekannten Filmproduktionen eines zuweilen fernen Landes. Nach den Philippinen 2018 füllt in diesem Jahr Brasilien die Leinwände. Nicht weniger eigenwillig kommt um die Ecke von Wiesbaden auch das wohl einzige Filmfestival mit Autokennzeichen daher. Filmz – kein Schreibfehler, eher eine Reminiszenz an das Mainzer »MZ« – ist das unabhängige Mainzer Filmfest, das bereits Anfang November gestartet und aus der eher studentischen Szene der Unistadt hervorgegangen ist. Filmz nennt sich ganz unbescheiden »Festival des deutschen Kinos« und zeigt vornehmlich Produktionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Frankfurt steuert in diesen Reigen im November zwei – im weitesten Sinne – Genrefestivals bei. In Remake, den Frankfurter Frauen Filmtagen, steckt das drinnen, was der Titel verspricht. Immerhin ist das biennale Event aus der Kinothek Asta Nielsen hervorgegangen, welche sich seit zwei Jahrzehnten dem Filmschaffen von Frauen widmet. Einem halben Kontinent widmen sich schließlich die Días de Cine. Lateinamerika ist der Fokus dieses Festivals. Das Ziel: die Vielfalt eines ganzen halben Kontinents zu zeigen. Oder auch ein bisschen mehr. Apropos. Wer auch die Region etwas großzügiger auslegt, findet noch ein Internationales Filmfestival (in) Mannheim-Heidelberg – für Newcomer in der mittlerweile sage und schreibe 68. Ausgabe … (sfo.).

Filmmuseum©
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Quelle: Barbara Walzer©

Frankfurt | Zukunft des Menschen

Die Suche nach dem Tiefgang

medico und Polytechnische mit zwei Vortragsreihen

Zwei recht unterschiedliche Institutionen haben sich in Frankfurt in jüngster Zeit einen Namen damit gemacht, anspruchsvolle Gesprächs- und vor allem Vortragsreihen zu etablieren. Und beide haben in diesem Herbst zwei neue Reihen dieser Art gestartet. Und in beiden geht es um den Menschen und – etwas pathetisch ausgedrückt – um die Zukunft der Menschen. Was beide eint, ist der tiefgehende Vortrag, dem erst dann die Auseinandersetzung folgt. Die erklärtermaßen linke und für ihr Engagement an den Krisenherden dieser Welt bekannte Stiftung medico international hat an ihrem neuen Stammsitz unweit des Frankfurter Osthafens nicht geringeres als einen »Utopischen Raum« begründet.  Ganz in der Tradition von Adorno und Horkheimer soll dort angesichts der neuen Herausforderungen dieser Welt ein Raum entstehen für fundierte Vorträge, tiefgründige Diskussionen und neue Bündnisse für eine »andere Welt«. Rückgrad dessen ist eine monatliche Vortragsreihe. Darin geht es um neue und grüne Ökonomien, um globale Bürgerversicherungen und solidarische Lebensweisen allerortens oder um den Abschied von der weißen Dominanz. Mit Utopien ganz anderer Couleur, aber ebenfalls mit Tiefgang, beschäftigt sich die bürgerlich-naturwissenschaftliche Polytechnische Gesellschaft. In diesem Herbst und in Folgeveranstaltungen bis weit ins kommende Jahr hinein nimmt sie sich dem Thema »Mensch und Maschine« an. Robotik, Climate Engineering, Genetic Enhancement oder Bild- und Spracherkennung sind neue Techniken, welche die Menschen kaum verstehen und die ihnen oftmals Angst machen. Die Polytechnische will mit ausgewiesenen Fachleuten philosophisch und naturwissenschaftlich hinter diese neuen Welten schauen. Zwei Orte, zwei Reihen, die offenbar für den zunehmenden Wunsch nach mehr Sinn, nach mehr Tiefgang und nach mehr Verständnis in der heutigen Welt stehen. Und beide mit einer Frage: Welche Zukunft hat die Menschheit (sfo./vss.)?


Das Fein - ein Wasserhaus der neuen Art
Quelle: Catalina Somolinos©

Orte + Menschen | Kult und Kulturgut

Neues Trinken in alten Mauern

Frankfurt und seine wiederbelebten Wasserhäuschen

Über Jahrzehnte gehörte das Wasserhäuschen in Frankfurt zum Alltag, ein sozialer Ort, an dem alle Generationen und Milieus aufeinandertreffen. Wo es menschelt und der Büdchenbesitzer schon weiß, wie viele Biere oder Schokoriegel man abends so kaufen will. Doch gerade das wollten viele Menschen irgendwann nicht mehr und haben die Anonymität eines Supermarktes oder einer Tankstelle vorgezogen. Am Büdchen strandeten nur noch die, die man lieber nicht treffen wollte. »Büdchensterben« nannte man das dann irgendwann. Doch was da starb, waren nicht nur ein paar Steine. In Zeiten, in denen über Zusammenhalt, Integration und Partizipation viel diskutiert wird, war am Büdchen eigentlich genau das gelebt worden. Und dies ist keineswegs nur als Wasserhäuschen-Romantik zu verstehen. Vielerorts ist der Büdchen-Alltag auch rauh und traurig. Wie das Leben in der Großstadt eben. Und gerade das schätz(t)en die Menschen.

So war und ist es nicht verwunderlich, dass die Frankfurter Wasserhäuschen eine Renaissance erlebten. Wenn auch da und dort in der zuweilen etwas feineren Variante: wie eben wortwörtlich das »Fein« oder etwas abgespacter auch das »Gude« im Nordend. Das eine, die kleine feine Plüsch-Oase mit der oft sehr kreativen Kuchenauswahl in der lauschigen Wallanlage. Das andere der (großflächige) Viertel-/ Kaltgetränke-Treff an der Hauptverkehrsachse.  Und mit der Renaissance wurde das Kulturgut plötzlich auch Kult. Vereine und Initiativen entstanden rund um die Wasserhäuschen. Die »Linie 11« etwa, die 2017 sogar den »1. Frankfurter Wasserhäuschentag« feierte. Was vor Jahren zunächst als Aktion einiger Frankfurter Jungs im besten Partyalter startete, ist heute nach sieben Jahren ein ordentlicher kleiner Verein, der als Experte in Sachen »Wasserhäuschen« gefragt ist. Die »Linie 11« hat den Kult nicht unwesentlich mitbegründet und setzt sich für den Erhalt sowie die Pflege eines vom Aussterben bedrohten Frankfurter Kulturgutes ein. Und das Engagement kommt von Herzen – nicht nur, wenn von der legendären gemischten Tüte oder von dem einzigartigen Charme der so ganz unterschiedlichen Büdchen geschwärmt wird. Ob die interaktive Wasserhäuschen-Karte, das erste Wasserhäuschen-Infomobil der Welt oder die Vernetzung der Büdchen-Betreiber: Die Macher haben immer wieder frische Ideen, um die Menschen der Stadt für ihre Traditionshäuschen zu begeistern.

Begonnen hat alles übrigens um die letzte Jahrhundertwende, als Frankfurt schon einmal boomte. Sauberes Wasser kam damals nicht aus dem Hahn, sondern eben vom Wasserhäuschen, für das die Stadt gesorgt hat. Heute ist es längst als Treffpunkt und kleiner Laden »um die Eck« wiederentdeckt worden und Teil einer neuen Kultur des urbanen Zusammenlebens. Viele alt eingesessene – wie das Jöst-Häuschen im Osthafen – und auch neue Büdchen mit kreativen Geschäftsideen gehören mittlerweile fest zum Leben im Quartier mit dazu. Genauso wie der Kult um sie, wie es die »Linie 11« oder auch die einmal im Jahr auf Tour gehenden Jungs und Mädels vom »Trinkhallen Hopping« pflegen. Um es mit der »Linie 11« zu sagen: »Wir lieben Wasserhäuschen«. Und sie stehen damit offenbar längst nicht mehr alleine – am Wasserhäuschen … (pem.).

Agenda | Mehr Sichten

Viel für Aug’ & Ohr

Festivals & Co. in Frankfurt & RheinMain

 

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Künstler satt – auf den zahlreichen Festivals in der Region | (c) Barbara Walzer

Die Agenda »Viel für Aug’ & Ohr« ist eine Auswahl interessanter Festivals für Filme, Lesungen, Musik und Performances, die in Frankfurt und Umgebung in Kürze und in den kommenden Monaten stattfinden | Die Auswahl vereint vor allem Veranstaltungen aus dem Bereichen Avantgarde und Off Spaces und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit | Die Agenda wird Ihnen präsentiert von urban shorts und dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain | Weitere Veranstaltungen finden Sie in der Randspalte oder weiter unten bei »Mehr Agenden«

 

Laufende (und kommende) Festivals & Reihen 

06.11. bis 27.11.19 | Design – Inside – Outside: Perspektiven auf das Design und aus dem Design | Vorträge mit Diskussion | F + Museum Angewandte Kunst + Schaumainkai 17 | Mehr Infos: museumangewandtekunst

15.11. bis 24.11.19 | exground Filmfestival | Wi + an verschiedenen Orten | Mehr Infos: exground

26.11. bis 01.12.19 | Remake. Frankfurter Frauen Film Tage | F + verschiedene Orte | Mehr Infos: remake-festival

29.11. bis 01.12. | visionale 19 | 31. Hessisches JugendMedienFestival | F + Gallus Theater + Kleyerstr. 15 | Mehr Infos: visionale-hessen

29.11. bis 11.12.19 | Verso Sud Festival | F + Filmmuseum + Museumsufer | Mehr Infos: dff

30.11. bis 01.12.19| 15. Höchster Designparcours | F-Höchst | Mehr Infos: designparcours

Im gesamten Jahr | Reihe The Local Listener | Musik & Gespräche | F + Mousonturm + Waldschmidtstr. 4 | Mehr Infos: mousonturm

Im gesamten Jahr | Reihe Naxos.Kino | dienstags | F + Naxoshalle + Waldschmidtstr. 19 HH | Mehr Infos: naxos.kino

Bis Dezember | Vortragsreihe Zukunft Mensch – Teil 1: Mensch – Maschine | F + verschiedene Orte | Mehr Infos: polytechnische

Bis Dezember | Reihe Zeitzeugen aus der Mitte der Frankfurter Gesellschaft | F + Denkbar + Spohrstraße 46a | Mehr Infos: denkbar

Bis Dezember | Liebe @ Darmstadt | Kulturfestival | DA + an verschiedenen Orten | Mehr Infos: centralstation (us)

Bis Dezember | Moderne Gärten | Vortragsreihe GartenRheinMain | F + Palmengarten + Siesmayerstr. 63 | Mehr Infos: krfrm (pdf)

Bis Dezember | Tarbut – Zeit für jüdische Kultur | WI / Erbach + verschiedene Orte | Mehr Infos: programm (pdf) wiesbaden

Bis Dezember | Café Europa | Vortrags- und Debattenabend | F + Romanfabrik + Hanauer Landstr. 186 | Mehr Infos: romanfabrik

Bis Anfang 2020 | Frankfurter Familiengeschichte(n) in Straßennamen | Vortragsreihe | F + Karmeliterklosters + Münzgasse 9 | Mehr Infos: geschichte-frankfurt (pdf)

Bis Februar 2020 | shortcuts – Experimente und Begegnung | F + KunstKulturKirche Allerheiligen + Thüringer Str. 35 | F + HfMDK + Eschersheimer Landstr. 29-39 | abwechselnd jeden ersten und dritten Dienstag im Monat um 19:00 Uhr in der KunstKulturKirche und in der HfMDK | Mehr Infos: kunstkulturkirche

Bis Mitte 2020 | Lecture & Film: Jia Zhangke – Kino der Transformation | F + DFF Deutsches Fiminstitut Filmmuseum + Schaumainkai 41 | Mehr Infos: dff.film

Bis 2020/2021 | Erzählung. Macht. Identität. | Themenschwerpunkt des Kulturfonds Frankfurt RheinMain | FrankfurtRheinMain + an verschiedenen Orten in der Region | Mehr Infos: kulturfonds

 

Falls Sie an dieser Stelle eine besondere Veranstaltung aus FrankfurtRheinMain vermissen, teilen Sie uns dies bitte über das Kontaktformular unten kurz mit. Die Kalender werden ständig aktualisiert.