Aus der 3sat-Reportage »Johannesburg 2.0«
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Joburg 2.0 – hipp, aber heftig

Zwei Blicke auf Johannesburg im Wandel

»Johannesburg ist auf Blut, Schweiß und Gold gebaut«. Das hört man in der Metropole Südafrikas immer wieder. Einstige Goldgräberstadt, dann ein Zentrum der Apartheid, Niedergang und heute wieder Boomtown sowie Finanz- und Wirtschaftszentrum des Landes am Kap. Eine zwielichte Boomtown allerdings. Einerseits zieht sie Unternehmen und Menschen wie ein Magnet an. Andererseits »boomen« auch Armut, Kriminalität, Beton, Asphalt und Müll. Urban shorts-Redakteurin Susanne Benner lebte und arbeitete für einige Monate in Südafrika. Nach ihrer Rückkehr nahm sie sich die aktuelle 3sat-Reportage »Johannesburg 2.0« zum Anlass, noch einmal auf die Metropole Südafrikas zurückzublicken. Urban shorts dokumentiert die beiden Einblicke Benners und des 3sat-Autors Timm Kröger in eine hippe, aber heftige Metropole Afrikas (red.).

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Ausnahmsweise keine Katastrophe, sondern Bilder aus einem Übungscamp für Rettungskräfte
Quelle: ZDF / Dieter Stürmer©

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Stürme. Erdbeben. Vulkane.

Die Natur. Die Gewalten. Und der Mensch.

In Bonn tagte im November die Weltklimakonferenz. Wie dringlich deren Arbeit ist, zeigt aktuell indirekt eine Reportage-Reihe von 3sat und Terra X. Sie handelt von Stürmen, Erdbeben und Vulkanausbrüchen. Dies sind drei von vielen immer häufiger und heftiger werdenden Naturkatastrophen, welche die Erde seit einigen Jahren heimsuchen. Stürme, wegen denen in den USA ganze Landstriche evakuiert werden müssen. Erdbeben, die in Italien ganze Orte zerstören. Vulkane, die in Asien zum Alltag gehören. Ereignisse, die dabei aber nicht selten miteinander zu tun haben und einander bedingen. Etwa, wenn Erdbeben Vulkanausbrüche begünstigen oder auslösen können. Und ein Naturereignis ein anderes wie einen Dominoeffekt folgen lässt. Autor Stefan Schneider schaut in den drei Reportagen »Vulkane«, »Erdbeben« und »Stürme« auf diese drei Gewalten. In der vierten Folge »Wenn die Erde verrückt spielt« schließlich zeigt er die Zusammenhänge auf zwischen diesen Gewalten. Die Abhängigkeiten, die dabei sichtbar werden, machen letztlich deutlich, dass eine falsche Klimapolitik nicht nur Folgen in einem Bereich hat. Sondern auch einen Dominoeffekt, mit dem sich die Folgen potenzieren können … (red.).

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Stéphanie Gibaud - Im Kampf gegen die UBS
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Der hohe Preis der Wahrheit

Das bittere Schicksal der Whistleblower

»Alles geht den Bach runter: Die Karriere, die Gesundheit, das Geld und die Familie. Warum muss man so sehr leiden und warum wird man so ausgegrenzt, nur weil man die Wahrheit gesagt hat?«. Der Satz stammt von der Französin Stéphanie Gibaud. Sie lebt heute mit ihrem Sohn in einer kleinen Wohnung in Paris, bezieht Sozialhilfe und weiss kaum, wie sie die Miete aufbringen soll. Vor zehn Jahren ging es ihr in vieler Hinsicht besser. Gibaud arbeitete für die französische Tochter der Schweizer Großbank UBS. Bis sie an die Öffentlichkeit ging und berichtete, wie Bankberater aus der Schweizer UBS-Zentrale französischen Kunden dabei geholfen haben sollen, Steuern zu hinterziehen. Seither kämpft sie gegen den Konzern – und um ihr (Weiter-) Leben …

Gibaud ist eine Whistleblowerin, so wie der berühmteste Whistleblower Julian Assange. Politik-, Finanz- und Gesundsheitsskandale in ganz Europa kommen oft durch sie immer wieder ans Licht. Manche von ihnen sind bekannt, andere nicht. Aber sie alle zahlen einen hohen Preis. Euronews hat für die Reportage »Der hohe Preis der Wahrheit« mit drei Whistleblowerinnen gesprochen. Drei Frauen, die sich mit mächtigen Konzernen angelegt haben. Drei Frauen, die dafür mit Entlassung, Ausgrenzung und Abstieg bezahlen mussten. Gibaud: »Alle wenden sich von einem ab. Ich habe mehr als 1000 Bewerbungen verschickt. Die einzige Antwort, die ich je bekommen habe, war: Madame, Sie machen uns Angst.« Ein erschreckender Blick, nicht nur in unsere Wirtschaft, sondern auch in unsere Gesellschaft … (vss.).

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Produziert für die »Dritte Welt«: Minipackungen zu Maxipreisen
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Geschäft mit der Armut

Konzerne, die Dritte Welt und maximierte Gewinne

Die globalen Konsum- und Lebensmittelkonzerne wie Nestlé oder Unilever stoßen in Europa und Nordamerika zunehmend an ihre Grenzen. Die traditionellen Märkte sind buchstäblich gesättigt. Neue Umsätze und Gewinne lassen sich nur noch mit wenigen, oft öko- und nischenartigen Trends generieren. Auszeichnungen wie »Mogelpackung des Jahres« oder kritische und aufmerksame Verbraucher tun ihr Übriges, von den Preiskämpfen der Discounter ganz zu schweigen. Doch die Konzerne sind Aktiengesellschaften. Und die Logik dieses Marktes erfordert Wachstum, um Anleger und Analysten zufriedenzustellen.

Vor diesem Hintergrund haben die Konzerne die Schwellen- und Entwicklungsländer entdeckt. Und vor allem deren arme Einkommensschichten. In Brasilien und Kenia gelten jeweils über 40 Millionen Menschen als arm, haben nur ein, zwei oder drei Euro am Tag zum Leben. Was gemessen an noch ärmeren Ländern viel ist – und sie zur idealen Zielgruppe macht. Ein, zwei Euro sind zu wenig, um Vorräte einzukaufen. Die Antwort der Konzerne: Minipackungen. Und das zu Maxipreisen – und mit entsprechenden Gewinnmargen. Zumal nicht selten diese teuren Fertig-Lebensmittel trotzdem billiger sind als einheimische Früchte oder Gemüsesorten, die immer häufiger nur noch für den Export angebaut werden. Zusätzliche Crux: Fertigprodukte fördern oft Zivilisationskrankheiten wie Fettleibigkeit und Diabetes – und machen nicht selten auch noch abhängig. Ein zwiespältiges Geschäft mit zahlreichen Folgekosten und Folgegewinnen – aufgezeichnet in zwei anschaulichen Reportagen von Joachim Walther im ZDF und auf 3sat. Besonders interessant an diesen beiden Filmen: Es ist eigentlich zwei Mal die gleiche Reportage – vom gleichen Autor, mit dem gleichen Bildmaterial, aber das Thema von zwei verschiedenen Seiten her beleuchtend … (sfo.).

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Sie sehen, Sie sehen nichts. Biologin untersucht eine Wasserprobe. Aber 99 Prozent des Plastiks im Meer sind unsichtbar
Quelle: Via Découvertes / Arte©

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Das Meer, der Müll – und der Mensch

Ein Kreislauf - kaum sichtbar, aber nicht ungefährlich

Die Gefahr ist mit bloßem Auge kaum sichtbar: 236 Millionen Tonnen Plastikabfälle treiben durch die Weltmeere. Kleingemahlener, durch UV-Licht und Meerwasser zersetzter Zivilisationsmüll von der Plastiktüte bis zum Fischernetz sowie industrielles Mikroplastik aus Duschgels oder Peelings. Seit 1950 ist die jährliche Kunststoffproduktion um mehr als das Zweihundertfache auf 311 Millionen Tonnen gestiegen. Sechs Millionen davon landen im Meer – ein Müllfahrzeug pro Minute. Längst sind diese teilweise Milli- und Nanometer kleinen Partikel in die Ökosysteme der Ozeane eingedrungen. Entlang der gesamten maritimen Nahrunsgskette steht Mikroplastik auf dem Speisezettel. Und am Ende landen die Überreste des eigenen Plastikmülls wieder beim Menschen. Teilweise noch angereichert um Insektizide und potenzielle Krankheitserreger … 

Arte und 3sat haben sich zuletzt in mehreren beachtlichen Beiträgen diesem zunehmend beunruhigenden Kreislauf gewidmet. Ein Kreislauf, der nicht nur für die Ökosysteme der Meere und für deren Bewohner immer bedrohlicher wird. Sondern der mittlerweile auch beim Menschen selbst wieder angekommen ist – auch wenn noch immer unklar ist, was die Aufnahme der Partikel im menschlichen Körper bewirkt. Die Arte Dokumentation »Mikroplastik im Meer« beschreibt diesen Kreislauf und auch die Gefahren, die etwa durch gespeicherte Krankheitserreger entstehen. Gleich in mehreren kurzen Beträgen über ein Jahr hinweg hat das 3sat-Wissenschaftsmagazin nano die Gefahr des Plastikmülls in den Meeren sowie in den Flüssen Rhein und Donau dokumentiert und teils alarmierende Erkenntnisse gewonnen. Ein weiterer Beitrag zeigt die Gefahr, die von Fleece-Kleidung ausgeht. Diese vornehmlich aus Mikrofasern bestehenden Pullover und Hosen sondern bei jedem Waschgang bis zu 2000 ihrer Fasern unaufhaltsam in die Kanalisation ab. Last but not least hinterfragt 3sat in »Lizenz zum Zumüllen« auch Öko-Aktionen für die Wiederverwertung von Plastikmüll. Sie wird von Wissenschaftlern durchaus auch kritisch gesehen – da sie auch kontraproduktiv sein könnte (sfo.). 

Via Découvertes / Arte©
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Quelle: 3sat©

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Kunst gegen die Krise

Junge Athener Künstler und ihre Stadt

Kurz & knapp: Junge Athener Künstler zeigen ihre Stadt – und wie sie darin mit Kunst gegen die Krise ankämpfen. 3sat-Reportage über die documenta-Stadt Athen, ihre Künstler und Aktivisten, deren Ideen, Sorgen und Hoffnungen. Und zugleich ein Blick in das Griechenland des Jahres 2017. Ein Film von Heiko Lange.