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Quelle: Oliver Engelmann©

Frankfurt | Ausstellungen

Wem gehört die Stadt ?

Heussenstamm mit zwei neuen Ausstellungen

Bei der Heussenstamm-Galerie in Frankfurt stehen Frankfurt und Frankfurter Künstler*innen besonders im Fokus. So auch bei den beiden neuesten Ausstellungen. Auf unterschiedliche Art und Weise hinterfragen Ulrike von der Osten und Oliver Engelmann die Stadt und deren Aneignung durch die Menschen in dieser Stadt. Engelmann hat über Jahre hinweg die Graffiti-Tags der Bewegung Stadt für Alle aufgenommen und präsentiert sie nun in einer Bilderschau. Ulrike von der Osten kontrastiert diese Fotografien mit ihrer Malerei in der Anmutung von Stadtplänen und Landkarten (red.).

Agenda | Vernissagen

Aus Avantgarde & Off Spaces

Vernissagen in Frankfurt & RheinMain

Liebesgrüße aus Havanna | RÜ + Opelvillen | © und Courtesy: Ines Doujak, Foto und alle Rechte: Glenda León, Destino, 2003, © | Mehr Infos: Klick auf das Bild

Die Agenda »Aus Avantgarde & Off Spaces« ist eine Auswahl interessanter Ausstellungen und Kunstevents, die in Kürze in Frankfurt und Umgebung eröffnen oder gerade eröffnet wurden. Die Auswahl vereint über ein bis zwei Wochen vor allem Ausstellungen aus den Bereichen Avantgarde oder Off Spaces und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Im Bild: der aktuelle Tipp der Redaktion | Die Agenda wird Ihnen präsentiert von urban shorts und dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain 

 

Liebe Leserinnen und Leser, 

in Anbetracht der aktuellen Weltlage gibt es auf Urban Shorts bis auf weiteres keine aktuellen Hinweise auf reale Veranstaltungen. Wir verweisen statt dessen auf die Seite AGENDA mit immer wieder aktualisierten digitalen und sonstigen Tipps zum Schauen, Hören und Lesen ….  

 

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Direkt zur Seite Agenda  > AGENDA

 

Festivals | Africa Alive

Das afrikanische Afrika

26.01. bis 08.03. | Schwerpunkt Sudan

»Afrotopia« hieß vor einigen Jahren das bemerkenswerte Buch des Senegalesen Felwine Sarr, in dem er die anhaltende Fremdbestimmung des afrikanischen Kontinents durch europäische und mittlerweile auch chinesische Entwicklungsmodelle und -diktate herausgearbeitet hat und daraus die Forderung nach einem eigenen, quasi afrikanischen Afrika auf dem Weg in die Moderne einforderte. Einen eigenen Weg auf der Basis eigener Traditionen, eigener Visionen und eigener Bedürfnisse. Wer sich hierzulande für dieses afrikanische Afrika interessiert, kennt das kleine, aber sehr feine afrikanische Film- und Kulturfestival »Africa Alive« in Frankfurt. Es zeigt jedes Jahr mit einem anderen Schwerpunkt afrikanische Filme, Lesungen, Konzerte.

In diesem Jahr steht der Sudan im Mittelpunkt der mittlerweile 26. Ausgabe. Das Land hatte schon einmal eine große Filmtradition, die nach 30 Jahren eines diktatorischen Regimes erst in den letzten Jahren wieder langsam aufblüht. Pars pro toto steht Suhaib Gasmelbaris Dokumentarfilm »Talking about Trees« über vier sudanesische Regisseure dieser ersten großen Zeit des sudanesischen Kinos, die selbst heute ein eigenes Kino eröffnen und an die alte Zeit anknüpfen wollen. »Africa Alive« präsentiert diesen Film zusammen mit einigen Kurzfilmen der vier Regisseure, welche diese in ihrer glorreichen Vergangenheit gemacht hatten. Apropos Kurzfilme. Einige sehr beachtenswerte Filme dieses Genres stammen aus der »Sudan Film Factory«, in der auf Initiative des Goethe Instituts junge einheimische Filmemacher*Innen arbeiten. Neben zahlreichen Filmen stehen Anfang Februar mehrere Podien und Lesungen zu Gegenwart und Zukunft des Sudan und seiner Kulturszene auf dem Programm. »Africa Alive« wäre allerdings nicht »Africa Alive«, wenn es neben dem Schwerpunkt nicht auch noch zahlreiche andere Filme aus allen Teilen des Kontinents gäbe … 

26.01. + 08.03.2020 | Mehr oder minder umrahmt wird das Festival zudem einmal mehr von zwei herausragenden Konzerten mit Musikern aus Afrika. Den Auftakt macht die junge kongolesische Sängerin Gasandji mit ihrem Mix aus Soul, Pop, Reggae, Jazz und den Rhythmen ihrer Heimat in der Hausener Brotfabrik (26.01.). Ein besonderes Highlight ist jedes Jahr das Abschlusskonzert in der Brotfabrik. Zu Gast ist dieses Jahr der guineische Griot Ba Cisokko, der mit der anspruchsvollen Aufgabe antritt, Rock und Harfentöne miteinander zu vereinen (08.03.). Auch in diesem Jahr wieder organisiert von Afroton, den Spezialisten für afrikanische Musik im Frankfurter Gallus, die übrigens auch für das mittlerweile ebenfalls schon traditionelle Kinderfest am letzten Sonntag des Festivals verantwortlich sind (sfo.).

Oliver Engelmann©
Das Filmmuseum - Zentrum und Spielort zahlreicher Festivals
Quelle: Barbara Walzer©

Die Region | Filmfestivals

Nonstop-Filmfest FrankfurtRheinMain

Keine Berlinale - aber über 50 Filmfestivals in der Region

Wer in Deutschland an Filmfestivals denkt, denkt zuerst an die Berlinale. Mit Cannes und Venedig spielt sie in der ersten Reihe europäischer Festivals und misst sich zuweilen gar mit Hollywood und seinen Oscars. FrankfurtRheinMain hingegen kann nichts derartiges aufweisen. Oder doch? FrankfurtRheinMain besitzt zwar keine Berlinale, ist aber wohl die Region in Deutschland und vielleicht sogar in Europa mit den meisten einzelnen Festivals überhaupt. Über 50 Filmfeste stehen im Laufe des Jahres im Kalender – im Schnitt eines pro Woche. Die Palette reicht von relativ großen Akteuren wie Lichter und Nippon Connection in Frankfurt oder GoEast und exground in Wiesbaden bis hin zu den »Exoten« wie Reflekta oder gar dem Putzfilmfestival, das 2018 Premiere hatte.

Besonders auffällig sind viele internationale Festivals, vom panafrikanischen Africa Alive im Januar bis zum italienischen Verso Sud im Dezember. Dazwischen geht es locker in zwei Dutzend Festivals um die Welt: von Japan (Nippon Connection) über China (Golden Trees), Korea (Project K) und Indien (New Generations), Europa und den Nahen Osten (GoEast, Jüdische Filmtage oder das Türkische Filmfestival), eben Afrika (Africa Alive) bis hin auf den amerikanischen Doppelkontinent. Letzterer steht richtig weit vorne. Die Dias de Cine beleuchten gleich ganz Lateinamerika, mehrere Länder wie Brasilien (CineBrasil) oder Cuba (Cuba im Film) und sogar die Dominikanische Republik haben eigene Festivals. Und manchmal gibt es wie dieses Jahr bei exground noch einen Festivalschwerpunkt wie Brasilien op top. Nicht von ungefähr kann FrankfurtRheinMain auch mit vielen Orten aufwarten, die Originalfilmreihen im Programm haben. Doch die Palette reicht auch quer durch Generationen und Geschlechter: vom Europäischen Filmfestival der Generationen und dem Frauenfilmfestival Remake über das Queer Filmfest Weiterstadt und die Homonale Wiesbaden bis zu den vielsprachigen Jugendfestivals Lucas, visionale, Cinéfête oder Britfilms. Ganz eigen ist auch die Landschaft für Kurzfilme vom kleinen Waldfestival in Weiterstadt über die Shorts at Moonlight bis zu den Rüsselsheimer Filmtagen. Und 2018 gab es neben dem Urgestein der Animationsfilmszene, dem Internationalen Trickfilm Wochenende Wiesbaden, auch noch die Premiere des neuen, fast jugendlichen Pendants Sweat & Tears in Frankfurt. Ach ja. Noch gar nicht erwähnt sind die sommerlichen Freiluftkinos wie der Lichter-Ableger Freiluftkino Frankfurt, die Filmtage in den Reisinger Anlagen in Wiesbaden, das Open Air-Programm im Hafen 2 in Offenbach oder der Filmsommer in Mainz. Und wem das nicht reicht, der findet an den Rändern der Region mehr: bei den Openeyes in Marburg, dem Dokfest in Kassel, dem Festival des Deutschen Films in Ludwigshafen oder dem Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg. Kurzum: FrankfurtRheinMain ist eigentlich von Januar bis Dezember ein einziges großes Nonstop-Filmfestival. Für eine Berlinale wäre wohl gar kein Platz mehr frei im regionalen Festivalkalender … (vss.).


Liebesgrüße aus Havanna | Rüsselsheim + Opelvillen
Quelle: © Ines Doujak / Glenda León, Destino, 2003©

Agenda | Ansichten

Aus Avantgarde & Off Spaces

Ausgewählte Ausstellungen in FrankfurtRheinMain

BESONDERS SEHENSWERT 

Fantastische Frauen | F + Schirn + Römerberg | Malerei | neu: bis 05.07.2020 | Mehr Infos: schirn | von der Redaktion empfohlen

Biennale für aktuelle Fotografie | MA/LU/HD + an verschiedenen Orten | Die einzelnen Ausstellungen sind mit unterschiedlichen Enddaten verlängert worden | Mehr Infos: biennalefotografie | von der Redaktion empfohlen 

Liebesgrüße aus Havanna | Zeitgenössische kubanische Kunst | RÜ + Opelvillen + Ludwig-Dörfler-Allee 9 | alt/neu: bis 20.09.2020 | Mehr Infos: opelvillen | von der Redaktion empfohlen  

Juul Kraijer: Körpergrenzen | HG + Museum Sinclair-Haus + Löwengasse 15 | neu: bis 02.08.2020 | Mehr Infos: museumsinclairhaus | von der Redaktion empfohlen

Lebensmenschen – Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin | Malerei | WI + Museum + Friedrich-Ebert-Allee 2 | alt/neu: bis 23.08.2020 | Mehr Infos: museum-wiesbaden | von der Redaktion empfohlen

The Playground Project – Architektur für Kinder | Hinweis: Spielflächen in der Ausstellung bleiben gesperrt | F + Deutsches Architekturmuseum + Schaumainkai 43 | alt/neu: bis 21.06.2020 | Mehr Infos: dam-online | von der Redaktion empfohlen 

 

AUCH NOCH SEHENSWERT

Resistance & Sensibility – Women Photographers from Italy | Fotografie | F + Fotografie Forum Frankfurt + Braubachstr. 30-32 | neu: bis 30.08.2020 | Mehr Infos: fffrankfurt

Beste Beste Bilder | F + Caricatura + Weckmarkt | Karikaturen | alt/neu: bis 14.06.2020 | Mehr Infos: caricatura | von der Redaktion empfohlen

Wir leben auf einem Stern | Gruppenausstellung | MZ + Kunsthalle + Am Zollhafen | 20.05. bis 14.06.2020 | Mehr Infos: kunsthalle

Ina Holitzka: Transform | OF + Galerie Sight + Schillstr. 2 | bis 26.06.2020 | Mehr Infos: sight

#neuland – Ich, wir und die Digitalisierung | F + Museum für Kommunikation + Museumsufer | bis 18.10.2020 | Mehr Infos: mfk

Weltbewegend. Migration macht Geschichte | Interdisziplinäres Ausstellungsprojekt | F + Weltkulturen Museum + Schaumainkai 29-37 | bis August 2020 | Mehr Infos: weltkulturenmuseum

Frankfurt Feminism + Stadt für Alle | Zwei politische Fotoprojekte | F + Heussenstamm + Braubachstr. 34 | neu: bis 13.06.2020 | Mehr Infos: heussenstamm

Barbara Klemm: Skulpturen, Fotografie | F + Peter Sillem + Dreieichstr. 2 | neu: bis 06.06.2020 | Mehr Infos: sillem

Gemischte Gefühle | Gruppenausstellung von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung | F + Kunstverein Montez + Honsellbrücke | neu: bis 06.06.2020 | Mehr Infos: montez

Glück – ein partizipatives Ausstellungsprojekt | WI + Kunsthaus + Schulberg | DA + Atelierhaus Riedeselstrasse + Riedeselstr. 15 | neu: bis 05.07.2020 | Mehr Infos: atelierhaus-darmstadt | von der Redaktion empfohlen

 

UND SONST NOCH ? 

Auf die Ankündigung von Vernissagen verzichten wir in diesen Tagen noch aus gegebenem Anlass. Unser Vernissagen-Kalender wird zu späterer Zeit wieder aufgenommen. Und falls Sie gerade jetzt an dieser Stelle eine besondere Ausstellung in FrankfurtRheinMain vermissen, teilen Sie uns dies bitte über das Kontaktformular unten kurz mit. Der Kalender wird ständig aktualisiert.