Tarjeta Postal de Cuba* (sub.)

See (this) Cuba as long as it still exists

Bilder von einer Reise ins ausklingende Kuba Fidel Castros

Kuba – lange Jahrzehnte lebte der Inselstaat in der Karibik sein eigenes Leben. Scheinbar losgelöst von der Welt, geführt von einem der letzten Revolutionäre Fidel Castro, als Gegenmodell zum »Klassenfeind« USA, sozialistisch noch in der nach-sozialistischen Ära dieser Welt. Seit einigen Jahren ist dieses selbstgewählte Eigenleben am Aufbrechen. Ein vorsichtiger Abbau des Sozialismus, eine spektakuläre Wiederannäherung an die USA noch unter Barack Obama sowie der Tod des »Übervaters« Fidel Castro markieren einen langsamen Aufbruch zu einem neuen Kuba. Urban shorts-Redakteurin Susanne Benner hat noch zu Lebzeiten des Máximo Líder die Karibik-Insel bereist. Ihre Fotos zeigen noch das alte, gerne auch leicht verklärte Kuba. Ein skurriles und manchmal trostloses, aber in der karibischen Sonne und mit seinem konsequenten Anti-Amerikanismus auch immer irgendwie charmantes sozialistisches Biotop, das wohl in nicht gar zu ferner Zukunft der Vergangenheit angehören könnte … (red.).

Virtual Artist | Beate Fahrinsland

Museumsrandlandschaften

Die kleinen Details in den großen Museen

Museen am Rande betrachtet – Beate Fahrinsland schaut in den Ausstellungstempeln dieser Welt dorthin, wo eigentlich keiner hinschaut. Auf ein Kabel an der Decke, auf die alten rissigen Polsterbänke, auf den Boden, in die Ecken, Kanten und Ritzen. Rund 100 Museen rund um den Globus hat sie so mit ihrer Kamera bereits durchstreift und »inspiziert«. Mit viel Aufwand hat sie dabei die kleinen Details am Rande der scheinbar großen Kunstwerke ins Licht gerückt. Und damit aus dem zerschlissenen Leder der Polsterbänke, aus verkratzten Fußböden oder einem Kabel an der Decke selbst faszinierende neue Kunstwerke gemacht. In einer Art, die manches gestandene Pendant blass erscheinen ließe. Urbans shorts präsentiert 15 ihrer schwarz-weißen Museumsrandlandschaften … (vss.).

ISTANBUL'DAN BIR CARTPOSTAL* (HAK.)

Des Sultans neue Paläste

Erdoğans gigantische Bauprojekte

Die Türkei und dessen alte Metropole Istanbul galten schon immer als Brücke zwischen Orient und Okzident. Drei Mal waren sie das Zentrum eines Weltreiches. Erst war das einstige Konstantinopel Hauptstadt des Römischen, danach des Byzantinischen Reiches und dann auch die Kapitale der Osmanen. An die alte Größe – vor allem der Osmanen – möchte auch der mittlerweile umstrittene heutige Präsident Recep Tayyip Erdoğan anknüpfen. Und zwar mit gewaltigen Bauprojekten. Riesige Moscheen und Paläste hat er bereits errichten lassen, mächtige Brücken und Tunnel vereinfachen mittlerweile die Verbindungen zwischen dem europäischen und dem anatolischen Teil der Metropole. Manches davon ist sicher auch dem gewaltigen Wachstum mit offiziell 15 Millionen, vielleicht aber schon bald 20 Millionen Menschen geschuldet und sieht aus wie die Fortführung seiner Arbeit als ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt in den 90er Jahren. Doch zugleich stecken hinter den Bauten noch andere Ziele: die symbolhafte Stärkung des Landes als Mittelmacht zwischen Orient und Okzident, die Neujustierung des Staates zwischen Demokratie und Islam, die Bedienung der eigenen muslimischen und anatolischen Klientel sowie letztlich wohl auch die Schaffung des eigenen Denkmals und des Platzes in den Geschichtsbüchern. Nicht wenige sprechen denn auch bereits vom »neuen Sultan am Bosporus« und seinen Palästen – und auch hier von einem Politiker im Rausche der Macht (hak.).

Virtual Artist | Hans-Jürgen Herrmann

Der Mensch in der Kunst

Fotografische Beobachtungen auf Vernissagen

Der Mensch in der Kunst – Darüber sind schon viele mehr oder minder interessante Abhandlungen geschrieben und Gedanken gedacht worden. Seinen ganz eigenen Zugang zu diesem Thema wählt der Frankfurter Fotograf Hans-Jürgen Herrmann. Seit fünf Jahren hält der passionierte Vernissagengänger das Aufeinandertreffen von Kunst und Kunstbetrachtern in den Museen, Galerien und Off spaces vor allem von Frankfurt und Offenbach fotografisch fest. Für sein Facebook-Blog »neuliXt« sind auf diese Art und Weise mittlerweile fast 200 Fotoserien mit rund 1800 Aufnahmen entstanden. Es sind Bilder, die im wahrsten Wortsinn die Menschen in der Kunst zeigen. Aber auch die Menschen mit der Kunst. Und die damit etwas zeigen, was (fast) keine Ausstellungsbesprechung aufzeigt und aufzuzeigen vermag: die Wirkung der Kunst auf die(se) Menschen. Wobei nicht selten Kunst und Kunstbetrachter bei diesen zufälligen Aufeinandertreffen eins werden – für sich, aber oft auch für den Betrachter des Betrachters und des Betrachteten. Nicht selten der Moment zweier erstaunlicher, zuweilen tiefer, zuweilen auch skurriler Symbiosen – und allein für diesen Moment festgehalten. Urbans shorts präsentiert 20 dieser Momente. Ein weiterer kleiner Ausschnitt von 45 Aufnahmen ist seit 20.09.2017 in der Frankfurter Heussenstamm Galerie zu sehen (vss.).

Vom Rande betrachtet (bw.)

15 Jahre Theater am Fluss

Die fotografische Kolumne von Barbara Walzer

Virtual Artists | Rudolph & Kuberek

Lost Places – Lost Spaces

Auf der Suche nach verlorenen Orten

Ob in der Natur, an einzelnen Orten oder bei anderen Menschen – Die Magie des Morbiden und Vergänglichen übt auf den Menschen eine unbeschreibliche Faszination aus. Dies gilt besonders für alte Gebäude, die aus vielen Gründen nicht mehr genutzt sowie mehr und mehr sich selbst überlassen werden. Fabriken, Häuser, Läden, ganze Plätze – Orte, an denen einst das Leben pulsierte, an denen gewohnt, gearbeitet, gelebt wurde. Und die nun verlassen sind – wartend auf ihre Sanierung, auf Investoren oder schlicht auf den (weiteren) Verfall. Orte, wie sie in der heutigen Zeit als Kehrseite zu (bau-) boomenden und sich rasant verändernden Regionen wie FrankfurtRheinMain gehören – und trotzdem selten wahrgenommen werden.

Diese verlassenen, zuweilen verlorenen, zuweilen verwunschenen Plätze haben es den beiden Frankfurtern Jörg Kuberek und Jörg Rudolph angetan. Immer wieder zieht es sie an jene Orte, die ihre beste Zeit offensichtlich hinter sich haben – und vor der Kamera der beiden Fotografen damit zu besten Motiven werden. Quer durch das Rhein-Main-Gebiet haben Rudolph und Kuberek diese Orte gesucht, gefunden – und festgehalten. Und mit ihren Fotografien damit zugleich einen etwas anderen Reiseführer durch diese Region geschaffen – ein ganz persönlicher Blick in ein Rhein-Main-Gebiet, wo es nicht mehr blüht und boomt, dafür aber auch an diesen Stellen in seiner Morbidität und Vergänglichkeit einen ganz eigenen, faszinierenden Charme hat … Urban shorts dokumentiert in einem kleinen Ausschnitt diese Reise in die Vergangenheit, die als komplette Ausstellung in diesen Tagen auch in der Frankfurter Naxoshalle zu sehen war. Am idealen Ort für diese fotografische Reise zu den vergehenden Plätzen der Region. Fast hatte man den Eindruck, als verschmolzen in der alten ehemaligen Industriehalle (realer) Ort und (gezeigte) Orte miteinander … (vss.).