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Quelle: FKV / Sinclair Haus / NKV / Ausstellungshalle©

Aktuelle Ausstellungen

Mitten in der Gesellschaft

Ausstellungen mit sehr politischen Themen

Kultur ist immer auch politisch, Kultur muss immer auch politisch sein. Zugegeben: Dieser Satz stand bereits im Frühjahr auf dieser Seite an dieser Stelle. Doch auch in diesem Sommer sind einige der sehenswertesten Ausstellungen in der Region politisch. Am augenfälligsten ist dies im Frankfurter Kunstverein. »Three Doors – Forensic Architecture / Forensis« ist eine künstlerisch-forscherische Aufarbeitung rassistischer Gewalt und dessen, was sie in und mit einer Gesellschaft macht. Die drei Türen, die der Ausstellung den Namen gaben, sind die symbolischen Türen der Polizeistation in Dessau, in der 2005 der Asylsuchende Oury Jalloh ums Leben kam, des Notausgangs jener Bar in Hanau, die zwei der Terroropfer 2020 das Leben hätte retten können, und die Haustür des Mörders von Hanau. Ganz anders politisch die Ausstellung »Wandelmut« und das Stadtbelebungsprojekt »UND Bad Homburg« im Sinclair Haus Bad Homburg (bis Ende Juli). Es geht, wie der Name schon suggeriert, um ökologischen und gesellschaftlichen Wandel. Herzstück ist der »Wandelsalon«, der von Künstler*innen partizipativ und experimentell bespielt wird. Dass Kunst, die politisch ist, durchaus wirkt (wenn auch nicht alleine), zeigt die Ausstellung »Fluxus Sex Ties« im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden. Vor 60 Jahren wurde dort die Fluxus-Bewegung mehr oder minder mit der Zertrümmerung eines Klaviers begründet. Heute zeigt eine Ausstellung zu 60 Jahren einen skurrilen Blick auf die künstlerische Emanzipation des Klaviers jenseits der Musik, die auf ihm gespielt werden kann. Und zugleich eine Schau weiblicher künstlerischer Emanzipation im Schatten der Fluxus-Bewegung. Unter anderem mit einem mitnehmbaren Kunstwerk von Yoko Ono – eine Art Kunst für alle, die auch vor 60 Jahren nicht so selbstverständlich gewesen wäre. Last but not least noch einmal ein Blick nach Frankfurt. Auf eine charmante, bereits vor einigen Jahren etablierte Idee der Ausstellungshalle 1 a in Sachsenhausen. »Sommergäste« sind fünf Kurzausstellungen unterschiedlicher Künstler*innen der Region, die jeweils nur vier Tage von Donnerstag bis Sonntag laufen. Ein wenig der Tatsache geschuldet, dass 95 Prozent der Besucher*innen von kleinen Kunstausstellungen eh nur am ersten und am letzten Tag vorbeischauen. Und dafür aber eine Möglichkeit, mehreren Künstler*innen eine Einzel- (oder Duo-) Ausstellung zu geben. Insbesondere solchen, die nicht mehr an Kunsthochschulen studieren und von der oft unverhältnismäßig großzügigen Nachwuchsförderung vieler Städte, Einrichtungen und vor allem Unternehmen profitieren. Was auch diese Ausstellungsreihe letztlich zu einer sehr politischen Sache macht … (vs.).