Best of | Ausstellung

Eine Fotografin

Milli Baus 5.000 km Bilder

Sie reiste im VW-Bus alleine um die Welt. Sie startete bereits in den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu einer dreijährigen Südamerika-Expedition. Sie war unterwegs in Nordafrika, in Sibirien, im Nahen Osten. Und immer dabei: Fotoapparat und Schreibmaschine. Emilia »Milli« Bau war eine der frühen unermüdlichen Reisereporter*innen und Reiseschriftsteller*innen unserer Zeit. Immer wieder hielt sie mit der Kamera Orte, Menschen, Momente fest, publizierte und dokumentierte sie für ihre Zeitgenoss*innen und für die Nachwelt. Stets auf einem hohen Niveau. Davon zeugt dieser Tage die Schau »Milli Bau. 5000 Km bis Paris.« im Kunstforum der TU Darmstadt. Rund 800 Fotografien füllen den vergleichbar kleinen Raum – eindrucksvoll, manchmal auch fast ein wenig übervoll. Auf jeden Fall zeugen sie von einer großen Fotografin. Und wer über die Bilder hinaus (noch) mehr erfahren will über die Frau hinter der Kamera, für den gibt es noch eine begleitende zweite Ausstellung im Stadtarchiv Darmstadt: »Mit der Schreibmaschine um die Welt – Aus dem Nachlass von Milli Bau«. Apropos: In gewisser Weise stehen die Ausstellungen über die große Darmstädter Fotografin pars pro toto für eine dritte Schau, in welcher in Frankfurt mit »Stadt der Fotografinnen. Frankfurt 1844 bis 2024« mehr oder minder Frankfurter Fotografinnen aus fast zwei Jahrhunderten fast von den Anfängen der Fotografie bis in die Gegenwart zu sehen sind … (sfo.).