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Szene aus Jonatan Schwenks Sog
Quelle: Lichter / J. Schwenk©

Lichter | Kurzfilme

Wirklich kurze Filme

07.04. | Regionale Kurzfilmrolle

Es gibt »Kurzfilme« beim Lichter-Filmfest, die dauern sage und schreibe 58 Minuten. Dass man in dieser Zeit auch fast ein Dutzend Kurzfilme zeigen kann, belegt die Regionale Kurzfilmrolle am Samstagabend. 12 Filme mit gut einer Stunde Spielzeit und davon keiner mehr als 14 Minuten lang – Das ist das Programm, das einen an diesem Abend zusammen mit kurzen Gesprächen mit den Filmemachern erwartet. Und das reicht unter anderem für den kompletten »Amerikanischen Traum«, »Manly Mountain of Men« und den Kultfilm »Sog«. Und die zugegeben skurrile Erkenntnis: »Der Tod ist voll in Ordnung« … (red.).

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Mehr Glamour als Lösung?
Quelle: bw.©

In Frankfurt | Lichter

Quo vadis, deutscher Film?

05.05. | Kongress Zukunft Deutscher Film

250 Premieren deutscher Filme gibt es pro Jahr in den Kinos dieses Landes. Nur wenige davon erreichen mehr als 8.000 Zuschauer, wie man beim Lichter Filmfest ausgerechnet hat. Grund genug, sich um die Zukunft des deutschen Filmes Sorgen zu machen? Zumindest Grund genug für die Macher des Festivals, sich um diese Zukunft zwei Tage lang Gedanken zu machen. Zum Kongress »Zukunft deutscher Film« sind zahlreiche Größen der Branche eingeladen und diskutieren zwei Tage lang, was passieren muss, damit das Kino als »gesellschaftlich relevanter Ort« erhalten bleibt und wieder mehr Zuschauer den deutschen Film (gut) finden (red.).

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Ein Hund in der digitalen Welt von NODE. Gleich daneben können Menschen in einem Kunstprojekt virtuell in die Gefühlswelt von Tieren eintauchen.
Quelle: Node©

FFM | NODE Festival

Kann Technik auch Weltverbessern?

26.06. bis 02.07. | Node Forum for Digital Arts

Programmierer gelten in der Regel als blasse Nerds, die in stillen Kämmerchen technisch jeden noch so unsinnigen Gimmick möglich machen, eher die Kommerzialisierung, Fake News oder die gläserne Gesellschaft fördern – und Verantwortung gerne anderen überlassen. Ein wohltuendes Gegengewicht bildet alle zwei Jahre in Frankfurt das »Node Forum for Digital Arts«, bei dem diese Welt und die Trends hinterfragt, verantwortliche Lösungswege gesucht und ganz viel digitale Kunst produziert werden. In diesem Jahr setzt das Node-Team den Kontrapunkt zu weltpolitischen Ereignissen von Trump über den Brexit bis zu den überbordenden Fake News, bei denen die moderne Medienwelt nicht unschuldig war und ist. »Designing Hope« heißt deren Gegenprogramm. Einfacher gesagt: Was können Technik und Programmierer besser und anders machen, damit die Welt vielleicht ebenfalls wieder etwas besser und wieder anders wird? Und insbesondere: Welche Rolle spielen die Medien bei der Gestaltung von Hoffnungs- und Zukunftsbildern?

Eine Woche lang sollen sich Programmierer und die Öffentlichkeit – was man an sich schon als einen interessanten Gegensatz sehen könnte – in den Open Spaces der Frankfurter Naxoshalle und des Künstlerhauses Mousonturm in Diskussionen, Workshops, Gesprächen und zahlreichen Kunstinterventionen begegnen, austauschen und inspirieren. Im Gegensatz zu früheren Jahren wird diesmal bewusst auf mehr Öffentlichkeit gesetzt. So richten sich auch die Workshops nicht mehr ausschließlich an die Branche. Zu den Höhepunkten zählt die Ausstellung »Designing Hope«, in der zahlreiche (inter-)nationale Künstler etwa aus der Türkei oder dem Iran das Thema reflektieren. Dabei geht es etwa um sozial-digitale Identitäten und deren Bedeutung für das Leben von Menschen, um das Decodieren der medialen Hoffnungswelten der Tourismusindustrie oder die Wahrnehmungs- (und Erwartungs-) Welt von Tieren, in die man virtuell eintauchen kann. Zweiter Höhepunkt ist das Symposium »Designing Hope« am Freitag, in dem internationale Medienmacher, Gestalter und Programmier zu Worte kommen und das in die Bereiche »The Technology of Hope« und »The Hope of Technology« unterteilt ist. Den Abschluss des Symposiums bildet übrigens ein Barcamp und gemeinsames Abendessen mit den Gästen – und der chilligen gemeinsamen Weitersuche nach Antworten. Ein drittes Highlight erwartet die Gäste am Sonntag. Da stellen die Teilnehmer des Workshops »Jugend hackt« vor, wo es ihnen im Laufe der Woche gelungen ist, unter dem Motto »Mit Code die Welt verbessern« etwas zu entwickeln oder gar in einem positiven Sinne zu hacken … (vss.).

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Quelle: Node©

Node | Tagestipp

An Afropean Hope Lab

Alle Abende | Von Jeanne Charlotte Vogt

Node ist sicher kein typisches (Tech-) Festival. Mit Lectures hier, Ausstellung dort und Performances um die nächste Ecke. Bei Node geht alles ineinander über. Bestes Beispiel ist vielleicht die allabendliche Performance »Anxiety Anxiety. I tried to write a poem on hope but didn’t find a title«. Deutsche und kenianische Performer*innen, Designer*innen und Programmierer*innen zeigen dabei mitten in der Ausstellung »Designing Hope« das Resultat von mehreren Wochen gemeinsamer Arbeit als »Choreographic Coding Lab Nairobi/Frankfurt«. In beiden Städten haben sie parallel erarbeitet, was für sie Hoffnungen und Ängste in Zeiten von technologischem Wandel bedeuten – und stellen das Ergebnis als eine performative Installation mitten unter die anderen Stationen von »Designing Hope«. Das – wie auch die Ausstellung – kostenfreie Stück ist damit auch ein Opener ins Festival, das auf spielerische Art und Weise die verschiedenen Ebenen von Node verbindet (jcv.).

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Hope Lab statt Hopeless
Quelle: Node©

Node | Tagestipp

(Wie) Kann man Hoffnung gestalten?

30.06. | Symposium Designing Hope

Eines der beiden Herzstücke des Node-Festivals ist neben der Ausstellung »Designing Hope« das Symposium, das nicht von ungefähr den gleichen Namen »Designing Hope« trägt. Und in dessen Mittelpunkt die Frage steht: Wie können Mediengestalter – also alle vom Webdesigner über den Texter bis zum Programmierer – »Hoffnung gestalten«, also vereinfacht gesagt: (ihre) Technologie für eine bessere Welt einsetzen? Wobei es den Node-Machern dabei nicht darum geht, Wünsche zu visualisieren oder zu textualisieren, wie sie es etwa tagein, tagaus in Werbebotschaften tun. Es geht ihnen um die politische Dimension von »Hoffnung« vor dem Hintergrund von Trump, Brexit & Co. Denn neben der Frage, wie man als Sender Hoffnung in eine Botschaft bringt (was die meisten von ihnen können), gibt es noch die Frage, warum man als Empfänger der Botschaften oft seine eigenen Hoffnungen dort nicht wiederfindet.

Als Anstoß für das Nachdenken in diesem Symposium nennt Node-Mitbegründer und Symposiums-Leiter Sebastian Oschatz die Idee des »konstruktiven Journalismus« – eine Idee aus den Medien, die beides zu verbinden versucht. Die Idee kommt aus Skandinavien und meint, nicht nur Probleme aufzuzeigen, sondern sie mit Verbesserungsvorschlägen zu verbinden, um dem negativen journalistisch erzeugten Weltbild ein positives und lösungsorientiertes entgegenzusetzen (übrigens nicht einen unkritischen und rein positivistischen Journalismus, wie die Begründer gerne hervorheben). Nicht von ungefähr hat Oschatz für das Symposium auch eine Vertreterin dieses konstruktiven Journalismus eingeladen und möchte von dieser Idee ausgehend den Gedanken auch auf die Designer und Gestalter übertragen und mit ihnen diskutieren. Zumal die Suche nach Alternativen, wie sie hinter diesem Gedanken steht, für Oschatz ohnehin die Grundlage des (Medien-) Gestaltens ist. Denn wo keine Alternativen, gibt es genau genommen auch nichts zu gestalten … (vss.).