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Performance at Home: Pfiffige Idee - bis auf die Abstände ...
Quelle: Anna Witt / Performance Homework©

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Für den Hausgebrauch

Meditatives, Performatives, Pfiffiges

Aktuell +++ Forced Entertainment +++ Performance Homework +++ DMT – Digitaler Mousonturm +++ Unversehrtheit +++ Geheimer Salon +++ Lockdown (Staatstheater Darmstadt) 

Es gab in den letzten Wochen immer wieder nicht wenige Institutionen und Menschen, die einem mehr oder weniger erbetene Ratschläge gaben, was man zwischen Home Office und Stay at Home mit seiner Zeit und sich selbst online gerade so anfangen sollte. Die meisten Vorschläge wirkten – freundlich ausgedrückt – wie das Pfeifen im dunklen Home Home. Einige wenige gute Ideen jenseits von Screens, Streams & Co. fielen uns allerdings auf – und gefielen uns auch noch. Zum Beispiel die pfiffigen Selbst-Performance-Vorschläge der österreichischen Künstlerkollektiv-Plattform »Performance Homework«. Sie reichen vom fast meditativen Trainieren des passenden Business-Lächelns für die angeblich kommenden besseren Tage bis hin zum pfiffigen Bra Dance, für den aber wahrscheinlich nur Frauen das passende Utensil problemlos greifbar haben. Männer können es aber einfach mit der Maske versuchen …

Regelmäßiger Gast in Home Offices und Wohnzimmern waren und sind mittlerweile  Videokonferenzprogramme. Auch Künstler*innen haben damit erste (leidvolle) Erfahrungen gemacht. Was läge da näher, als das ganze Theater mit Zoom & Co. selbst zum Theater zu machen. Die Experimentkünstler*innen von Forced Entertainment gingen dafür ins Netz und spielen für den Mousonturm »End Meeting For All«. Virtuell präsentiert via Zoom aus London, Sheffield und Berlin – mit allen bekannten und vertrauten Problemen und Missverständnissen von verpassten Anschlüsse und verschmierter Schminke bis hin zum unregelmäßigen Strom von Unterbrechungen, verursacht durch Katzen, Geräusche auf dem Flur und Geister. Der Mousonturm präsentiert(e) das Stück in drei Teilen derzeit donnerstags abends; plus Week-After-Talk am 19.Mai (Dienstag). Erster Eindruck: Für den Anfang durchaus amüsant, auch wenn uns der überlange Einstieg (fast wie im richtigen Zoom-Leben) etwas strapazierte. »End Meeting For All« ist Teil des Projektes »DMT – Digitaler Mousonturm«, mit dem das Künstlerhaus und seine Protagonisten virtuell durch die Krise navigieren. Dazu gehören auch virtuelle Tischgespräche oder »Geheime Salons«. Neuestes »Kind« des DTM: die Online-Reihe »Unversehrtheit: Conversations on the Integrities of the Body«. In einem Mix aus Gesprächen und dramaturgischen Sessions geht es um den Körper in scheinbar allen Lebenslagen, diesseits und abseits von Corona. Übrigens: Der Mousonturm ist nicht das einzige Theater, dass mit Corona Theater macht. So hat beispielsweise auch das Staatstheater Darmstadt mittlerweile einen »Lockdown« im (Online-) Programm: alle zwei Wochen immer wieder sonntags live aus einem Berliner (Künstler*innen) Home Office.  Auch wieder so ein Fall von »Gastspiel wörtlich genommen« – und wohl angesichts der unübersichtlichen Lage zur Zeit auch von »open end« … (sfo.).