Auf ein Neues und weitere zehn Jahre Urban shorts – Das Metropole Magazin
Quelle: us.©

10 Jahre Urban shorts

Aus Frankfurt-Rhein-Main

... und den Metropolen dieser Welt

Urban shorts – Das Metropole Magazin gibt es seit nunmehr zehn Jahren. Zehn Jahre schauen wir auf Frankfurt-Rhein-Main und – durchaus doppeldeutig gemeint – auf die Metropolen dieser Welt. Für uns ein Grund, das Jubiläum in diesem Jahr mit einem »Best of 10« zu feiern. In der ersten Jahreshälfte lesen Sie in dieser Rubrik einige der besten, am meisten gelesenen und in der Regel aktualisierten oder großteils sogar noch aktuellen Beiträge aus diesen zehn Jahren. Dazu wird die Ausgabe jeden Monat noch ein wenig »aufgefrischt«; mit neuen Beiträgen, aber auch noch ein wenig aus dem reichen Fundus der vergangenen zehn Jahre. Die neuen Beiträge finden sich in dieser Zeit auf der Titelseite und im Ressort »Agenda«. Und zur Jahresmitte – so viel sei verraten – gibt es dann nicht nur eine neue, sondern auch eine ganz neue Ausgabe: im neuen Design und auch mit einigen ganz neuen Inhalten … (red.).


So oder ähnlich funktioniert Hooked on a Book
Quelle: Luise Wüstling©

Region | Hooked on a Book

Buch-Sitz-Steh-Greif-Dialoge

Buch-Geschichten der etwas anderen Art

Wie bringt man in Rhein-Main Kultur in die Region, zugleich noch zu den Menschen und obendrein diese auch noch zueinander? »Hooked on a Book«, ein Gesprächsformat für zwei Menschen und ein Buch, gelingt dieser anspruchsvolle Dreisatz derzeit immer mal wieder.

Ein gutes Dutzend Tische, eine ziemlich genau doppelte Anzahl von Menschen, ein gut illustriertes Buch und eine knappe Anleitung – Mehr braucht es an diesem frühen Abend im urigen Kulturtreff »Schanz« im kleinen Mühlheim nicht. Das Buch, es liegt anfangs in der Mitte der Tische, an denen sich jeweils ein Paar zweier Menschen recht zufällig zusammenfindet. Nun ja: ganz zufällig nicht. Alle Teilnehmer*innen des Abends mussten sich bei der Stadt oder den Organisatoren anmelden, wurden sodann paarweise zusammengemixt und teilten fortan Tisch, Stühle und eben jenes Buch für den Abend. Das Buch wiederum, fein illustriert von Luise Wüstling, enthält Sentenzen und Anregungen, sorgsam orchestriert von Helgard Haug. Sentenzen und Anregungen, um miteinander ins Gespräch und ins Interagieren zu kommen. Sich Geschichten aus dem eigenen Leben zu erzählen oder gegenseitig die Hände des / der anderen zu betrachten. Wenn diese mal für einen Moment nicht zum Reden gebraucht werden. Oder zum munteren Drehen und Wenden, zum Vor- und Zurückblättern des Buches … Was anfangs im Sitzen abläuft, geht später auch noch in angeregte »Ste(h)-Greif-Geschichten« über … (mehr lesen).


Kunst korrespondiert mit Kunst in der Region
Quelle: Bernd Essling©

Region | Biennale am Main

Künstler. Innen. Schauen.

Vier Häuser voller Kunstkorrespondenzen

Kultur ist in der Region Frankfurt-Rhein-Main metropolenorientiert. Soll heißen: stark an und auf Frankfurt ausgerichtet. Wie macht da die Region auf sich aufmerksam? Ein gutes Beispiel war und ist in diesem Frühjahr die »Biennale am Main» mit vier Orten abseits des Mainstreams. 

Zugegeben: Das kleine Türmchen ist etwas versteckt am Rande der Altstadt und nahe am Main gelegen. Wenn man/frau mit Öffentlichen vom Bahnhof aus kommt, müssen sie schon einmal »mittendurch« über einige Plätze und durch einige Gassen. Und ja: Flörsheim, um dessen Altstadt es geht, ist jetzt auch nicht gerade der »Nabel« der Kunst- und Kulturszene der Region. Umso mehr überrascht, was sich in dem kleinen mittelalterlichen Türmchen und dem neuzeitlichen Anbau auftut. Vier, teils großzügige Stockwerke Ausstellungsraum vom Feinsten. Und mehr noch: Alles gut gefüllt mit Werken von Kunst- und Kulturschaffenden aus der fast schon gesamten Region, wie man sie auch in Darmstadt, Wiesbaden oder Frankfurt in dieser Fülle abseits der Museen nicht jeden Tag sieht. Michelle Concepción, Nandu Kriesche oder das Duo Moritz Schneidewendt & Paul Pape sind vertreten. Namen, die sehr wohl ein Stück Kunst- und Kulturszene der Region sind (mehr lesen).


Kulturschaffende beim Arbeiten, beim Wohnen, beim Leben
Quelle: Sibylle Lienhard©

Künstler. Innen. Orte.

Zwischen Wohnung und Wäscherei

Wie Kulturschaffende Raum für Kultur schaffen

Wie schaffen Kulturschaffende Räume für Kultur? Wie wohnen, wie arbeiten, wie leben sie? Diesen Fragen geht das Projekt »Künstler. Innen. Orte.« mit einer Porträtreihe in Form von Ausstellungen und Artikelserien über Kulturorte und Kulturschaffende in der Rhein-Main-Region nach. Den Auftakt bildete die gleichnamige Ausstellung »Künstler. Innen. Orte.«, die im Oktober 2025 im Foyer des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach u.a. gemeinsam mit Oberbürgermeister Felix Schwenke eröffnet wurde. Zehn Künstler*innen – also genauer natürlich: ihre Porträts aus Fotos und Texten regionaler Fotograf*innen und Autor*innen – waren dort mehrere Wochen zu Gast. Am letzten Novemberwochenende schloss dieses »Atelierhaus« wieder. Und drei der Künstler*innen verließen dabei ihr Offenbacher »Künstler*innenhaus« und bezogen gemeinsam mit einem weiteren, neuen Künstler in Frankfurt-Höchst ein neues Zuhause: eine »Residenz« im Kulturraum B 25, wo sich im Laufe des Jahres 2026 – dann im monatlichen Wechsel – immer neue Artists in Residence anschließen werden. Ein ganz normales Künstler*innen-Dasein, das wie so oft auf Zeit und an wechselnden Orten angelegt ist. Ende Mai 2026 kehren einige der Künstler*innen wieder zurück nach Offenbach und geben ein neuerliches Gastspiel an verschiedenen Orten der diesjährigen »Kunstansichten«, welche Urban shorts – Das Metropole Magazin in diesem Jahr auch als Medienpartner begleitet … (weiter lesen).


Heba, Wend-Giida, Ayan, Maryam, Helen
Quelle: Sandra Mann©

Best of 10 | Fünf Frankfurterinnen

Frauen aus dieser Welt

Geschichten von Flucht und Ankommen

Rund sechs Millionen Menschen hat Putins Krieg in der Ukraine mittlerweile außer Landes getrieben. Europa erlebte die größte Flüchtlingswelle seit 2015. Doch Krieg ist nicht der einzige Grund, Menschen in die Flucht zu treiben. Weltweit sind weit über 80 Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Manche, weil das Klima sie vor Ort nicht mehr leben lässt. Manche, weil Hunger ihnen ein Überleben unmöglich macht. Manche, weil sie Frauen sind. Seit 2015 haben viele dieser Menschen in Deutschland eine neue, eine zweite Heimat gefunden. Die Frankfurter Fotografin Sandra Mann hat fünf Frauen porträtiert, die seit damals aus fünf Ländern dieser Welt nach Frankfurt gekommen sind. Fünf Frauen aus Syrien, aus Afghanistan, aus Burkina-Faso, aus Eritrea, aus Somalia. Fünf Menschen zwischen den Kulturen, die aus unterschiedlichen Gründen geflohen sind und die in Frankfurt Sicherheit und ein neues Zuhause gefunden haben. Fünf Frauen, mit Kindern, die Fuß fass(t)en. Im schwierigen Umfeld, in Containern, in kleinen Hotelzimmern, in Hochhäusern. Die Theater spielen, Menschen pflegen, Ausbildungen machen (gerne hätte Mann auch mehr Künstlerinnen oder Medienschaffende mit aufgenommen, die sie aber zu Anfang nicht fand für ihr Projekt). Unspektakulär und doch empathisch hat Sandra Mann diese Alltage fotografiert und in ihrem White Room die Frauen sich auch selbst inszenieren lassen. Den Frauen auch in ihrer jeweils eigenen Fotografie Raum zu geben, war der Fotografin dabei besonders wichtig. Ergänzt werden die fünf Fotostrecken dezent durch private Bilder der Protagonistinnen von ihrer Flucht oder aus ihren früheren Leben sowie durch kurze Texte, welche die Frauen selbst geschrieben haben – über sich, über ihre Geschichte, über ihr(e) Leben. Fünf Geschichten, denen die Frauen selbst den Titel »Extreme Veränderung« gegeben haben. Fünf Geschichten, die vom Leben in dieser Welt erzählen. Fünf Geschichten von fünf Frauen, die dabei sind, Frankfurterinnen zu werden und dabei – teils zum ersten Mal – ihr eigenes Leben leben können. Fünf Geschichten, die Urban shorts – Das Metropole Magazin an dieser Stelle eins zu eins so stehen lassen und präsentieren möchte: als kurzen Ausschnitt aus den Leben dieser Frauen und als kurzen Ausschnitt aus einer Porträtreihe, welche die Fotografin gemeinsam mit dem Frauenreferat der Stadt als Buch herausgegeben hat. 2022 waren die Porträts auch einmal als Ausstellung im Frankfurter Haus am Dom zu sehen … (vss.).


Eine von vielen kleinen grünen Gemeinschafts-Oasen im Herzen Frankfurts
Quelle: Stefanie Kösling©

Urban_Green | Gärtnern

Grüne Oasen des Miteinanders

Urbanes (Er-) Leben in Gemeinschaftsgärten

Im Bewusstsein für Nachhaltigkeit steigt das Interesse an neuen Formen der Gemeinschaft, der (Selbst-) Versorgung und des Umgangs mit Lebensmitteln. Gemeinschaftsgärten liegen im Trend – für mehr Regionalität von Lebensmitteln oder für eine Ökologie, die energieaufwendige Transporte vermeiden und Wasser sparen hilft. Oder auch im Wunsch nach urbanem Grün und Gemeinschaft.  

Man findet sie immer öfter in Hinterhöfen, auf freien Flächen, manchmal buchstäblich am Wegrand: kleine grüne Oasen, mit Hochbeeten, Gemüse und Obstbäumen, kleinen Bänken und Feuerstellen, dazu wuselnde Menschen, die Blumen gießen, Tomaten ernten oder einfach plauschen. Immer öfter suchen Großstadtbewohner*innen, die keinen eigenen Garten haben, nach solchen Gemeinschaftsgärten. Sie ermöglichen das Anbauen von Lebensmitteln zusammen mit Gleichgesinnten auf öffentlich zugänglichem Boden. Die Teilnehmer*innen versorgen sich ein Stück weit selbst, entwickeln ein gutes Gefühl für die Umwelt und haben ganz nebenbei Gewissheit über Herkunft, Frische und Natürlichkeit ihrer Ernährung. Als Nebeneffekt tragen sie zur Veränderung ihres Stadt- oder Stadtteilbildes bei und schaffen Orte für Begegnungen – für sich und andere, die oftmals rasch hinzukommen. Die Idylle dieser kleinen Gärten bietet nicht nur Zeit zum Unterhalten und Gärtnern, sondern auch eine gute Gelegenheit, eigenen Gedanken freien Lauf zu lassen. Auf einer Bank zwischen den Hochbeeten sitzend und umhüllt vom Geruch des Frühlings. Rings herum ein paar farbenfrohe Blumen und in den Ohren das Summen der Bienen …

Auch in Frankfurt gibt es immer mehr Zulauf für solche Projekte. Sie unterscheiden sich zwar in vielerlei Hinsicht, doch verfolgen sie alle die selben Ziele: Gemeinschaft und nachhaltige Lebensmittel. Manche sind themenbezogen, bauen zum Beispiel interkulturelle Lebensmittel an und bringen auf diese Weise auch unterschiedliche Kulturen näher zueinander. Andere sind einfach durch die Menschen geprägt, die sich nicht selten zufällig für sie oder in ihnen zusammengefunden haben. Durch das Entstehen und Fördern solcher Projekte, entwickelt sich ein Bewusstsein gegenüber der Umwelt, aber auch der Bezug zur Gesellschaft selbst. Als Gemeinschaftsgarten besteht außerdem die Möglichkeit einer Kooperation mit Institutionen, etwa einem Biobauernhof, von dem Grundnahrungsmittel bezogen werden können. Das erleichtert vor allem den Einstieg in den Gemeinschaftsgarten. Gebraucht wird oft nicht viel: tatkräftige, engagierte Helfer*innen, die bestenfalls schon Erfahrung mit dem Gärtnern haben, und die Fläche, welche bepflanzt werden soll. Um Orte und interessierte Menschen zu finden, gibt es soziale Netzwerke wie »Urbane-Gärten.de«, »Nebenan.de« oder »Nachbarschaft.net«. Sie ermöglichen die  Präsentation des eigenen Projektes und die Kommunikation mit anderen, Tipps und Erfahrungen können dort ausgetauscht werden. Empfehlenswert ist auch die Stiftung »Anstiftung.de«. Auch über sie lassen sich Gleichgesinnte finden. Sie listet aber auch weitere Stiftungen, die Gemeinschaftsgärten finanziell unterstützen. Oder man schaut sich gleich nach größeren Projekten in der Stadt um. Dazu gehören etwa »Die Gemüseheldinnen«, die einst am Günthersburgpark ihren Anfang nahmen und mittlerweile längst Ableger in anderen Teilen der Stadt »gezogen« haben. Oftmals reicht aber auch ein Streifen durch die Nachbarschaft und ein Fragen, ob man mitmachen könne. Grundsätzlich gilt also: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Oder in diesem Falle: ein Gartenweg … (lsw.).