Fotografie | Galerie Sillem

No Buddha in Suburbia

Peter Bialobrzeskis Blicke auf Mumbai

Im Jahr 1990 erschien Hanif Kureishis »Buddha of Suburbia«, ein vielschichtiger Roman über das London der 1970er Jahre, welcher vor allem indischstämmigen Asiat*innen, ihren Verwurzelungen und ihren Anfeindungen in der britischen Hauptstadt der damaligen Vor-Thatcher-Zeit nachspürte. So wie Kureishi London damals die asiatische Seele Londons suchte und der Stadt den Spiegel einer selbst geschaffenen Globalisierung vorhielt, streifte gut zweieinhalb Jahrzehnte später der deutsche Fotograf Peter Bialobrzeski durch das indische Mumbai und schaute auf die Schattenseiten der Globalisierung am anderen Ende des vielleicht sogar selben Spektrums. Mumbai, einst maßgeblich von den Briten mit geschaffen und mittlerweile eine der größten Megastädte der Welt und Wirtschaftszentrum Indiens, erscheint in den Bildern Bialobrzeskis fast so etwa wie ein Labor der Globalisierung und ihrer von Kommerz und Konsum bestimmten und getriebenen Auswüchse; passend dazu konsequent in eine regnerisch-unwirkliche Stimmung getaucht. Bialobrzeski, einer der international renommiertesten deutschen Fotografen, zeichnet dabei ungeschminkt das Bild der »Fratze dieser Globalisierung« – denkbar hart am Rande aller Klischees und Vorurteile. Bilder, bei denen die Betrachter*innen wahrlich nicht nur Grund haben, über das Abgebildete nachzudenken, sondern wohl auch über die eigenen Bilder zu diesen Bildern in ihren Köpfen. Urban shorts dokumentiert in einer Bildergalerie zehn der Aufnahmen, die derzeit in der Frankfurter Galerie Peter Sillem im Original zu sehen sind (vss.).

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Mit etwas Kreide ins Blickfeld gerückt
Quelle: Julia Krohmer©

Urban_Green [3] | Verkanntes Grün

Nicht mehr mit Füßen treten

Von Plant Blindness und Krautschauen

An das letzte Tier, das sie gesehen haben, erinnern sich die meisten Menschen. Und oft können sie es auch noch in allen Details beschreiben. Aber die letzte Pflanze? Vor dem Haus? Ein Baum halt. An der Straße? Eine Hecke. Und sonst? Die Form der Blätter, die Besonderheiten der Gehölze? Das können die wenigsten sagen. Viele nehmen Pflanzen lediglich als grünen Hintergrund oder »Straßenbegleitgrün« wahr. Die US-Botaniker*innen Elisabeth Schussler und James Wandersee prägten dafür den Begriff »Plant Blindness« (Pflanzenblindheit) – »die Unfähigkeit, die Pflanzen in der eigenen Umgebung zu sehen«. Ein BBC-Beitrag aus dem Jahr 2019 brachte auf den Punkt, warum dies gerade heute gefährlich ist: Es führt zur mangelnden Wertschätzung von Pflanzen – und zu einem begrenzten Interesse an ihrem Schutz und ihrer Bewahrung. Fatal gerade in Städten, wo wir Pflanzen dringend brauchen, um die Folgen des Klimawandeln abzumildern.

Doch dabei geht es nicht nur um Bäume und Hecken. Wer hinschaut, findet in unseren von Beton und Asphalt geprägten Städten fast überall Pflanzen. Sogar unter unseren Füßen. Zunächst springt einem dort zwar der Müll ins Auge, die Scherben und unzählige Zigarettenstummel. Doch dazwischen entdeckt man winziges, zähes Grün fast überall: zwischen Pflastersteinen, in Rinnsteinfugen und in Mauerritzen. Und nicht nur einfach Grün – sondern eine Vielzahl von Kräutern, Gräsern und Moosen, die sich an diese extremen Bedingungen angepasst haben und kleine Mikro-Ökosysteme für zahlreiche Insekten und andere Organismen bilden. Sie sind unbedingt einen zweiten Blick wert. Und immer mehr Menschen schauen inzwischen tatsächlich genauer hin. Dank der Aktion »#Krautschau«, eine − im wahrsten Wortsinn − Grassroot-Bewegung von Botaniker*innen und Pflanzenfans. Den Anfang machte in Frankreich der Toulouser Botaniker Boris Presseq, der ein neues Bewusstsein für die Präsenz von Wildpflanzen auf Gehwegen und überhaupt für die Natur in Städten schaffen wollte. Von dort kam sie über England, wo die Botanikerin Sophie Leguil ihr den Namen »More Than Weeds« gab, nach Deutschland. Auch hier hat sich neben #Krautschau auch der Hashtag #MehrAlsUnkraut etabliert. Beider Prinzip ist einfach: Jede/r, wer möchte, kann den pflanzlichen Kämpfernaturen in Mauern und unter unseren Füßen mit etwas Kreide Aufmerksamkeit verschaffen, dies fotografieren und im Netz teilen. Apps wie FloraIncognita (floraincognita.com) helfen auch Botaniklaien bei der zielsicheren Bestimmung dieser Kleinstflora, bei deren Vielfalt man gerne mal in die Knie geht: wegen ihres Wuchsortes, aber auch vor Bewunderung für die omnipräsenten Überlebenskünstlerinnen. Wer also verwunderte Blicke der Passanten nicht scheut, ist eingeladen, diesen Streifzug durch die städtische Mikro-Wildnis mit Gleichgesinnten zu unternehmen … (juk.).


Frankfurts Sommerstraße Mainkai 2020. Und 2021?
Quelle: Moritz Bernoully©

Blaupause | Innenstädte

Sommerstraßen wie in Stockholm

Stockholms sanfter Weg zur autofreieren City

Autofrei(er)e Innenstädte sind eine Vision so mancher Stadtplaner*innen und -bewohner*innen. Aber wie umsetzen gegen viele Widerstände? Stockholm hat sich für eine sanfte Möglichkeit entschieden, die sich mittlerweile fast so etwas wie »verselbständigt« zu haben scheint. Und zumindest sommers ist es auch eine Idee mit vielen Nachahmer*innen … 

Erst zwei, dann drei, dann vier – und plötzlich steht die autofrei(er)e Stadt in der Tür, pardon: im Zentrum. Geschehen und gesehen in Stockholm. Schwedens Kapitale hatte schon vor einigen Jahren eine einfache Idee: Straßen in der Innenstadt sommers einfach zu »Sommerstraßen« umzufunktionieren. »Levande Stockholm – lebendiges Stockholm« heißt noch heute das Programm dazu. Begonnen hatte alles 2015 mit zwei Straßenzügen mitten im Zentrum Stockholms, die man für den Autoverkehr gesperrt hatte. Statt dessen baute man Blumenkübel und Sitzmöbel auf. Die beiden Straßen wurden über den Sommer zu Begegnungsstätten – von Mai bis September. Was als Modellversuch begann, weitete sich schnell aus. Jedes Jahr kamen neue Straßen hinzu. 2017 begann man, einzelne Straßen sogar im Winter zu sperren. Proteste? Praktisch Fehlanzeige. Die Bewohner*innen begannen schnell, ihre Straße anzunehmen. Grundvoraussetzung für die Akzeptanz, so Stadtplaner*innen wie etwa Melissa Gomez vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club, sei es, den Platz rasch neu zu definieren und zu bespielen. Etwa mit Kultur, mit Sport, mit Sitzflächen. Selbst vom Handel kamen wenig Einwände, da die Umsätze ersten Erkenntnissen zufolge teils sogar zunahmen. Nicht von ungefähr musste man irgendwann für die neuen Straßen gar nicht mal mehr werben. Aus den Straßen selbst trafen Bewerbungen ein. Interessanter Effekt dabei: Gerade aus Straßen, die zwischenzeitlich durch benachbarte Sommerstraßen unter mehr Verkehr litten, meldeten Anwohner*innen schnell selbst Interesse für die kommenden Jahre an. Ein Phänomen, das vielleicht auch in Frankfurt zu denken geben könnte – und aus dem man tatsächlich ein Konzept konzentrischer Entwicklung autofrei(er)er Städte entwickeln könnte. Übrigens: In Deutschland fand zumindest die sommerliche Idee schon Nachahmer, etwa in München. Frankfurt könnte in Kürze mit dem Mainkai wieder folgen – aber dabei auch gleich übergangslos das neuere Sommer-Winter-Modell aus der nordischen Kapitale einführen … (sfo.).

Moritz Bernoully©
Zum Thema: 17.06. + Was trägt die Zukunft? + Frankfurt Pier F online
Quelle: Pier F©

Ein Markt für nachhaltige Mode

Was trägt man/frau in Zukunft?

Gastbeitrag von Christine Fehrenbach

Es ist so, als würden wir mit einer Lupe auf die Mode-Welt schauen: die Überproduktion, das Fehlen nachhaltiger Standards, die Ausbeutung von Menschen für im doppelten Wortsinn billige Produkte – durch den Einbruch der Modeindustrie in der Corona-Krise wurde noch sichtbarer, was falsch läuft. Sustainable Fashion – nachhaltige Mode – wird damit zunehmend wichtiger und gewinnt für die  Entscheidung der Kund*innen für ein Kleidungsstück an Bedeutung. Immer öfter geht es um das Engagement für eine neue naturverbundene Lebensweise, um Transparenz und Authentizität. In den Mittelpunkt rücken Werte, eine soziale und ökologische Produktion und die Rückverfolgbarkeit der gesamten Produktionskette; von den Rohstoffen über die Textilien bis zum Endprodukt.

Outdoor-Produzent Patagonia ist ein Vorreiter für dieses neue Denken. Schon lange praktiziert Patagonia dies mit einer transparenten und sichtbaren Lieferkette, mit Stories auf Websites und in Social Media zu unterschiedlichen Themen rund um ihre Produkte, mit Einbeziehung und Verknüpfung ihrer Kunden, mit der Darstellung ihres Engagements für Umweltgruppen und mit »worn wear«, einer Plattform für gebrauchte Mode. Bisher gibt es wenige große Unternehmen dieser Art. Noch wird der Markt getragen von kleinen Labels und Läden, beispielhaft auch in FrankfurtRheinMain. Der regionale Modehersteller Hess Natur ist eines der Labels. Kleine Läden und ebensolche weitere Labels, die sich oft unter dem Namen Green Fashion zusammenfinden, sind ein weiterer Backbone. In Frankfurt finden sich darunter etwa Namen wie Grüne Erde, Organicc, EKN Footwear, Wunderwerk, Aschenputtel oder Outflip. Mit Ideen wie Green Fashion Tours oder Ausstellungen werben sie für sich, auch im Umfeld der kommenden Fashion Week.

Viele Jahre führte nachhaltige Mode dabei ein Nischendasein. Seit einiger Zeit aber wird das Thema auch von großen Marken wie H&M, vom Textil-Hersteller Inditex oder dem Mode- und Accessoires-Konzern Kering besetzt. Ob wahrhaft, wird sich zeigen, zumindest setzen alle sich ehrgeizige Nachhaltigkeits-Ziele, an denen sie gemessen werden können. Darin spielt das Thema »Verantwortung« eine zentrale Rolle. Die Unternehmen beschäftigen sich immer mehr mit ihrem »Purpose« und der Sinnhaftigkeit ihres Tuns. In diesem Schatten entstehen auch neue innovative Projekte. Ein Projekt hat mich besonders beeindruckt: das Laminarium, lateinisch für einen Ort der Algen. Es soll eine offene Innovationsforschungsplattform werden, die sich der Entwicklung von Materialien auf Algenbasis in der Textil-, Hautpflege-, Biokunststoff- und Biokraftstoffindustrie widmet. Durch die Erleichterung der Zusammenarbeit zwischen Designer*innen und Wissenschaftler*innen von Universitäten, Unternehmen und Regierungen hoffen die Designer*innen, symbiotische Beziehungen zwischen diesen Organisationen zu schaffen, um marktreife Algenprodukte vorzubereiten, die verantwortungsbewusst skaliert werden können. Solche Entwicklungen führen unweigerlich zur Frage: Wie sieht die Mode in der Zukunft aus? Eine Antwort lässt sich zumindest geben: Es geht um eine grundsätzliche Erneuerung der Mode. Das Bewusstsein der Kund*innen, aktiv eine Entscheidung für nachhaltige Bekleidung zu treffen, wird wichtiger …

Die Autorin: Christine Fehrenbach ich Designerin und Vorstand von Hessen Design. Sie entwickelt ganzheitliche Markenkonzepte mit Schwerpunkt auf nachhaltigen Produkten. Sie ist/war Mitorganisatorin von »Was trägt die Zukunft?« über  nachhaltige Architektur und Mode am 17.06.2021 in Frankfurt | Mehr Infos zur Veranstaltung: Was trägt die Zukunft? | Hinweis: Der Beitrag und ist eine überarbeitete Fassung eines Artikels aus dem diesjährigen Kreativwirtschaftsbericht Hessen


Lido & Luisenplatz – wohnzimmern wider Viren und andere Eindringlinge
Quelle: Sibylle Lienhard©

Places to be | Eine Neudefinition

In Wohnzimmer-Atmosphären

Stadt braucht mehr Places (einfach) to be

Place to be – ein Begriff, der längst viel zu inflationär genutzt wird. Und bei dem man sich außerdem fragt, ob das, was dahinter steht, eigentlich erstrebens- und anstrebenswert ist. Vielleicht wäre es sinnvoller, ihn auch einmal neu zu definieren – um ihn dann wenigstens mit Sinn inflationär und sehr viel individueller zu nutzen. Nicht als der Platz, wo man/frau sein sollte. Sondern vielleicht mehr als der Platz oder die Plätze, um schlicht und einfach »zu sein«. Place to be in diesem besten Wortsinn ist sicher der Frankfurter Luisenplatz. Überhaupt einer der faszinierendsten Plätze dieser Stadt, ist er im Herzen des Frankfurter Nordends fast so etwas wie das Wohnzimmer des Viertels. Mehr zumindest als der unweit entfernte Friedberger Platz, den viele – nicht Nordendler – dafür halten.

Jener kreisrunde leicht erhöhte Luisenplatz also, auf und an dem die Menschen in diesen Tagen oft in Kleinstgrüppchen beieinander stehen oder auf Bänken, Stufen oder schlicht auf dem Boden sitzen. An dem manchmal abends völlig unspektakulär ein Stand up-Konzert stattfindet, dem diese Menschen dann spontan auf dem Platz verstreut in der Sonne lauschen. An dem in guten Tagen sich auch abends am Wochenende mal die Jugendlichen sammeln, in den wenigen Momenten, die ihnen bleiben in dieser Jugend; und doch mit sehr wenigen Ausnahmen oft verantwortlicher als unweit an besagtem Friedberger Platz. Der Platz, zugleich der Platz vor dem Lido, dem wohl wohnzimmermäßigsten Café dieses Viertels, vielleicht dieser Stadt. Dort, wo durch das Rund des Platzes die Sonne abends am längsten weilt. Das erstaunlicherweise noch nicht von »neuen Nordendlern« okkupiert wurde, das irgendwie fast so etwas wie eine unsichtbare Hülle umgibt; als letztes Refugium, obwohl so offen und mitten auf dem Präsentierteller. Nicht, dass man dort – in (sehr) maßvoller Zahl – nicht aufgenommen würde. Aber irgendwie so, dass keiner sich traut, die magische Hülle zu durchbrechen und es einfach zu gentrifizieren. Ein kleines gallisches Café, wenn man so will. Das Wohnzimmer im Wohnzimmer. Dort, wo man bis vor Corona an der Toilette noch den Hinweis fand, dass hier jeder hineindürfe – und das Sparschwein nur dezent danebenstand. Und wo in Corona-Zeiten tatsächlich Listen geführt wurden – nicht anonyme Mickey-Mouse-Zettel; Kunststück, im Wohnzimmer kennt man seine Pappenheimer*innen. Dies alles also ein Platz, der buchstäblich rund ist. Ein Platz, der selbst auf magische Art ungewöhnliches anzieht, etwa eine der besten Eisdielen der Stadt, die erst kurz vor Corona am Rande eröffnete. Ein Platz wie eine Blaupause, wie Leben in dieser Stadt auch in Corona-Zeiten funktionieren kann – und funktionieren sollte. Und eigentlich auch ganz sicher nicht nur in Corona-Zeiten, hier und überhaupt in einer Stadt. Solche wahren places to be braucht man/frau immer; wenn auch besonders in diesem kommenden Sommer …

So gesehen ist dieser Luisenplatz ganz bestimmt ein besonderer Platz dieser Art in dieser Stadt. Doch eigentlich gibt es gar nicht so wenige solcher Plätze. Unweit etwa der Platz vor der Lutherkirche. In den Wallanlagen nahe dem Eschenheimer Turm der Bürgergarten. Oder ein ganz beliebiges Stück Rasen an der Weseler Werft am Mainufer. Orte der Begegnung, des Miteinander. Aber nicht der Massen. Sondern oft selbst gewählt. Die ganze Stadt könnte aus solchen Orten bestehen – und sie wären sicherer als jedes Opern- und Friedberger Pendant. Weil sie eben die ganz anderen, die ungenannten places to be sind. Einfach nur zum Sein und verteilt über die Stadt … (vss.).


Sechs Menschen für eine andere Stadtpolitik: Eileen O'Sullivan, Daniela Cappelluti, Martin Huber, Mirrianne Mahn, Lara Goertz, Katharina Knacker (im Uhrzeigersinn)
Quelle: Volt / Grüne / Jee-Hae Youm / Katharina Dubno / Urban shorts©

Frankfurt nach der Wahl

(Un-) Angepasstes Stadtparlament

Künftig auch mit bunter und lebendiger Politik?

Wohl selten hat sich Frankfurts Stadtparlament so sehr verändert wie nach dieser Wahl. Mehr Frauen, jüngere Menschen, mehr Internationalität in vielfacher Hinsicht. Das Parlament nähert sich der Stadt an. Auch mit mehr Miteinander und mehr Engagement? Urban shorts hat mit einigen der Ein- und Aufsteiger*innen der jüngsten Wahl gesprochen – von den Grünen und von Volt. Vor allem mit solchen, die man vor Kurzem noch nicht im Parlament erwarten konnte. Ein Einblick in zwei Teilen – der auch gleichzeitig ein kurzer Vorblick auf die geplante neue Römer-Koalition ist …

Volt / Grüne / Jee-Hae Youm / Katharina Dubno / Urban shorts©
Daniela Cappelluti, Mirrianne Mahn, Katharina Knacker - die Geschäftsführerin, die Diversitätsreferentin, die Öffentlichkeitsarbeiterin
Quelle: Katharina Dubno / Die Grünen©

Frankfurts Aufsteiger*innen [1]

Von Jobs, Kids & Mandaten

Drei der Neuen für die grüne Stadt

Selten hat sich Frankfurts Stadtparlament so verändert wie mit dieser Wahl. Mehr Frauen, jüngere Menschen, mehr Internationalität. Das Parlament nähert sich der Stadt an. Urban shorts hat mit drei grünen Aufsteiger*innen gesprochen. Drei aus einem neuen Mainstream? Auf jeden Fall drei, die Stadt verändern wollen – und können. Die viel von Miteinander und Mitnehmen sprechen. Von Erfahrung(en) – und von einer Sorge. Eine wohlwollende Betrachtung der und des Neuen – erzählt in drei Shorts. 

 

Die Kultur

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Eine Szene mit Symbolwert? Als wir beim Gespräch über die Stadt und ihre Zukunft am Main entlang gingen, fragte Daniela Cappelluti: »Ist das auf der Bank nicht Thomas Dürbeck?« Dürbeck, gerade noch CDU-Stadtverordneter und deren Kultur-Sprecher, saß lesend in der Mittagssonne. »Mit dem will ich auch noch mal reden.« Gesagt, getan. Kurzer Plausch, Karten getauscht, das Gespräch eingetütet. – Cappelluti spricht später vom Mehr-miteinander-Reden, von einer anderen Kultur, aber auch vom Wert der Erfahrung. Erfahrung, die sie sich auch beim scheidenden Kultursprecher der Konkurrenz einholen mag. Wobei es einen fast schmunzeln lässt, bei einer Frau, die für Kultur in Frankfurt steht wie wenige andere: Event- und Kulturmanagerin, die wegen ihrer Ausgehtipps (fast) jede/r in der Szene und in der Stadt kennt. Aber vielleicht ist gerade das auch jene »neue Kultur«, von der sie sagt, dass die Stadt sie brauche …  (hier weiter lesen)