So oder ähnlich funktioniert Hooked on a Book
Quelle: Luise Wüstling©

Region | Hooked on a Book

Buch-Sitz-Steh-Greif-Dialoge

Buch-Geschichten der etwas anderen Art

Wie bringt man in Rhein-Main Kultur in die Region, zugleich noch zu den Menschen und obendrein diese auch noch zueinander? »Hooked on a Book«, ein Gesprächsformat für zwei Menschen und ein Buch, gelingt dieser anspruchsvolle Dreisatz derzeit immer mal wieder.

Ein gutes Dutzend Tische, eine ziemlich genau doppelte Anzahl von Menschen, ein gut illustriertes Buch und eine knappe Anleitung – Mehr braucht es an diesem frühen Abend im urigen Kulturtreff »Schanz« im kleinen Mühlheim nicht. Das Buch, es liegt anfangs in der Mitte der Tische, an denen sich jeweils ein Paar zweier Menschen recht zufällig zusammenfindet. Nun ja: ganz zufällig nicht. Alle Teilnehmer*innen des Abends mussten sich bei der Stadt oder den Organisatoren anmelden, wurden sodann paarweise zusammengemixt und teilten fortan Tisch, Stühle und eben jenes Buch für den Abend. Das Buch wiederum, fein illustriert von Luise Wüstling, enthält Sentenzen und Anregungen, sorgsam orchestriert von Helgard Haug. Sentenzen und Anregungen, um miteinander ins Gespräch und ins Interagieren zu kommen. Sich Geschichten aus dem eigenen Leben zu erzählen oder gegenseitig die Hände des / der anderen zu betrachten. Wenn diese mal für einen Moment nicht zum Reden gebraucht werden. Oder zum munteren Drehen und Wenden, zum Vor- und Zurückblättern des Buches … Was anfangs im Sitzen abläuft, geht später auch noch in angeregte »Ste(h)-Greif-Geschichten« über … (mehr lesen).


Kunst korrespondiert mit Kunst in der Region
Quelle: Bernd Essling©

Region | Biennale am Main

Künstler. Innen. Schauen.

Vier Häuser voller Kunstkorrespondenzen

Zugegeben: Das kleine Türmchen ist etwas versteckt am Rande der Altstadt und nahe am Main gelegen. Wenn man/frau mit Öffentlichen vom Bahnhof aus kommt, müssen sie schon einmal »mittendurch« über einige Plätze und durch einige Gassen. Und ja: Flörsheim, um dessen Altstadt es geht, ist jetzt auch nicht gerade der »Nabel« der Kunst- und Kulturszene der Region. Umso mehr überrascht, was sich in dem kleinen mittelalterlichen Türmchen und dem neuzeitlichen Anbau auftut. Vier, teils großzügige Stockwerke Ausstellungsraum vom Feinsten. Und mehr noch: Alles gut gefüllt mit Werken von Kunst- und Kulturschaffenden aus der fast schon gesamten Region, wie man sie auch in Darmstadt, Wiesbaden oder Frankfurt in dieser Fülle abseits der Museen nicht jeden Tag sieht. Michelle Concepción, Nandu Kriesche oder das Duo Moritz Schneidewendt & Paul Pape sind vertreten. Namen, die sehr wohl ein Stück Kunst- und Kulturszene der Region sind (mehr lesen).


Nicht selten verschwimmen in (Offenbacher) Ateliers Kunst und Raum
Quelle: Veronika Scherer©

Offenbach | Offene Ateliers

Offenbacher. Künstler. Sichten.

Das andere Kunst- und Künstler*innenfestival

Eigentlich ist Offenbach ja der Ort, auf den man von Frankfurt aus traditionell entweder von oben herabschaut(e) oder über den man immer gerne mehr oder minder originelle Witze macht(e). Dies galt lange Zeit auch, was die Kunst und die Künstler*innen anging. Doch seit geraumer Zeit ändert sich dies. Und längst gibt es auch immer mehr Gründe dafür. Im Zentrum der Veränderung steht die umtriebige Kreativ(en)schmiede HfG. Lange Zeit im Schatten der berühmten Frankfurter Städelschule, hat die Offenbacher Hochschule für Gestaltung mit dieser mittlerweile wohl gleichgezogen – und zwar auch auf deren eigenem, dem künstlerischen Feld. In deren Umfeld hat sich längst eine beachtliche kreative Szene entwickelt, die sich mittlerweile nahtlos in eine Gesamtkulturszene Frankfurt-Offenbach einfügt. Eine Szene, die ohnehin immer stärker miteinander verwoben ist und deren Offenbacher Teil auch einem überproportionalen Wachstum unterliegt, ziehen doch auch immer mehr Frankfurter Künstler*innen angesichts steigender Miet- und Atelierpreise gen Osten.

Bei den Offenbacher »Kunstansichten« lässt sich mithin die in vielfacher Hinsicht gewachsene Kunstszene im Osten Frankfurts alle zwei Jahre trefflich erleben. Rund um die HfG öffnen alte und immer mehr neue Kunstorte mit originellen Namen wie Radraum, Eisfabrik oder (Atelier) Wäscherei für ein Wochenende ihre Pforten. Ganz besondere Highlights an diesen Orten sind in diesem Jahr eine Soloshow des Künstler-Phantoms Peng und das Bubble-Festival. Dazu kommen alte und neue Ateliergemeinschaften wie das Projekt Atelierhaus B 71 (benannt nach ihrem Standort in der Bettinastraße 71) sowie unzählige Einzelateliers über die ganze Stadt verteilt. Auch in diesem Jahr gibt es wieder diese besonderen Einblicke in die stark von der Off-Kultur geprägten Szenen, bei denen immer wieder auch auf charmante Art und Weise der alte Industriestandort Offenbach durchschimmert. Und es gibt Einblicke in zahlreiche Hinterhöfe, Ladenräume oder Fabrikkomplexe. Nachdem es im vergangenen Jahr nur eine »abgespeckte« Version mit gut zwei Dutzend Stationen gab (eine Zahl, mit welcher andere Städte der Region allerdings auch bei voller Besetzung durchaus Probleme hätten), steht dieses Jahr wieder das volle Programm auf dem selbigen. Insgesamt eine dreistellige Zahl an Kulturschaffenden mit ihren Atelier- und Ausstellungsräumen. Mit dabei auch neue Orte, welche die kürzlich geschlossenen Zollamtsstudios ablösten. So dürften denn auch dieses Jahr wohl zumindest für ein Wochenende auch viele Frankfurter Nicht-Künstler*innen dies zum Anlass nehmen, mal wieder gen Osten zu pilgern – und dort auf nicht wenige bekannte Gesichter treffen … (vss.).


Wird gleich voll hier: Fahrrad(&)Kultur im Herzen von Offenbach
Quelle: Hans-Jürgen Herrmann©

Offenbach | Orte & Menschen

Rad. Kultur. Repair. Café.

Soziokultur pur in Offenbachs »radraum«

Der Raum ist belebt. Wobei »Raum« hier ein sehr großzügiger Begriff ist. Menschen, die sich im langgezogenen Ladenlokal tummeln, die großformatigen Strichzeichnungen in den Schaufenstern betrachten. Menschen, die vor dem Laden auf dem Trottoir stehen und bei einem kultigen Radler plaudern. Menschen, die daneben an den orangenen Café-Tischen entspannt ihren Minztee schlürfen (und auch plaudern). Menschen, die gegenüber auf dem kleinen Parkstück stehen und das gleiche tun, wie die Menschen auf dem Trottoir. Dazwischen zahlreiche Fahrräder und zuweilen auch Teile davon. Fahrräder im Pulk an diversen Anschlussmöglichkeiten, einzelne Fahrräder am Haken in den Schaufenstern, Fahrradpumpen und Satteltaschen da und dort. Kaffeetassen mischen sich mit Kids, Fahrradanhänger mit den kleinen Strichfiguren des Künstler-Phantoms Peng. Wobei das Wort »Fahrradanhänger« gerne frei interpretiert werden darf … (weiter lesen).


Ein kleines Biotop belebt die Offenbacher Innenstadt
Quelle: Robert_Schittko / Stadt Offenbach©

OF | Orte & Menschen

Klima erlebenswert

Das Scape° in Offenbach

Welchen Einfluss hat der Mensch auf das Klima? Wie wird das Wetter vorausgesagt? Und: sind Wetter und Klima eigentlich dasselbe? Antworten auf diese Fragen gibt es bei einem Besuch im Scape° – Wetter. Klima. Mensch. in Offenbach, einem interaktiven Ausstellungs- und Erlebnisraum mitten in der Innenstadt; zu den Kunstansichten auch noch mit Kultur gemischt. 

Offenbachs Innenstadt ist ein »Hotspot«. Dies gilt auch und insbesondere für die Gestaltung des Stadtraums. Wenig Grün, viel graue, versiegelte Fläche. Da wundert es kaum, wenn sich in dem großflächigen Ladenraum am Beginn der Fußgängerzone Menschen drängen, die allerdings nicht einkaufen, sondern sich informieren wollen. Tafeln, Stellwände, graphische Darstellungen, viele Zeichnungen, Experimentierfläche ziehen die Leute an. »Grüne Mitte« heißt diese Mischung aus Ausstellung und Info-Veranstaltung, in welcher Ideen vorgestellt werden, wie dieser Hotspot angenehmer gestaltet werden könnte. Es geht um ein kleines Stadtwäldchen mitten in der weitläufigen Fußgängerzone, um Begrünungen und Entsiegelungen, aber auch um Probleme, welche eine Innenstadt mit sich bringt, in der große Teile auf Tiefgaragen fußen und an diesen Stellen zum Beispiel Bäume es schwer haben. Und doch: eine als realistisch eingeschätzte Idee sind 200 neue Bäume – was deren Zahl verdreifachen würde. Allerdings: bis 2050 (weiter lesen).


Viel Platz im Hafen 2 - Vor allem im Sommer
Quelle: Catalina Somolinos©

OF | Orte & Menschen

Sheep and Screens

Subkulturelles Biotop par excellence

»Soziokulturelle Zentren«, in denen meist mehr oder weniger alternativ angehaucht Kultur und Gesellschaft zusammenkommen, werden für eine offene und demokratische Kultur im Lande immer wichtiger. Ein solches Zentrum par excellence ist der Hafen 2 in Offenbach. 

Sie gehörten zu jenen Kultur- und Gastro-Orten, die selbst in heftigeren Corona-Tagen eine Chance hatten, zu öffnen. Zumindest, wenn nicht alles geschlossen war. Wo anders schließlich als im Offenbacher Kultur-Biotop »Hafen 2« gibt es sonst Kultur und Chillen mit so viel Auslauf? Weite und Freiraum waren schon immer dessen Markenzeichen – im übertragenen Sinne und auch wortwörtlich. Das gilt für das Programm: von den vielen fremdsprachigen Filmen bis zu coolen Singern und Songwritern. Und es gilt für das Drumherum. Nicht von ungefähr tummeln sich hier vor allem von Frühjahr bis Herbst Familien und Freidenkende, um im gepflegt-alternativen Ambiente eben diese Filme und Konzerte zu genießen oder die Kids im ausufernden Sandkasten und bei Schafen und Hühnern spielen zu lassen (weiter lesen).


Jedes Jahr Gastgeber von GoEast und exground: das Caligari - eine echte Filmbühne
Quelle: Barbara Staubach / Caligari©

Wiesbaden | Orte & Menschen

Eine der letzten Filmbühnen

Kino-Klassiker mit Plüsch und feinem Programm

GoEast, Lichter, Nippon Connection – Das Frühjahr ist im Rhein-Main-Gebiet Filmfestivalzeit. Ein Kino, vielleicht das schönste der Region, hat pünktlich dazu auch wieder geöffnet: die legendäre CaligariFilmbühne in Wiesbaden, die seit letztem Sommer saniert wurde. 

Wenn die »CaligariFilmbühne« im Herzen der alten Kurstadt Wiesbaden buchstäblich ihren roten Teppich ausrollt, sind internationale Filmgrößen in der Regel nicht weit. Zugegeben: nicht die ganz berühmten »Celebrities« aus Hollywood (die finden sich nur auf der Leinwand). Dafür aber ein Volker Schlöndorff (den die Stadt im vergangenen Jahr mit einer großen Ausstellung geehrt hatte), so manche Tatortkommissarin und unzählige renommierte und undergroundige Film- und Regiegrößen etwa aus Frankreich, aus Osteuropa oder aus anderen Teilen der Welt. Und das Kino selbst, benannt nach dem berühmten expressionistischen Stummfilmklassiker »Das Kabinett des Doktor Caligari«, versteckt sich zwar etwas in einem hinteren Winkel des Wiesbadener Marktplatzes, strahlt dafür aber um so schöner, wenn man den Kinosaal betritt. Tief einladende rote Sessel, goldene Ornamente an den Wänden und reichlich Platz – etwa für einen Flügel, auf dem Stummfilme live begleitet werden – erinnern an und versetzen ganz in die Glanzzeiten des Genres (mehr lesen).