Viel Platz in einem scheinbar versteckten Turm am Main
Quelle: Bernd Essling©

Best of 26 | Biennale am Main

Künstler. Innen. Schauen.

Vier Häuser voller Kunstkorrespondenzen

Zugegeben: Das kleine Türmchen ist etwas versteckt am Rande der Altstadt und nahe am Main gelegen. Wenn man/frau mit Öffentlichen vom Bahnhof aus kommt, müssen sie schon einmal »mittendurch« über einige Plätze und durch einige Gassen. Und ja: Flörsheim, um dessen Altstadt es geht, ist jetzt auch nicht gerade der »Nabel« der Kunst- und Kulturszene der Region. Umso mehr überrascht, was sich in dem kleinen mittelalterlichen Türmchen und dem neuzeitlichen Anbau auftut. Vier, teils großzügige Stockwerke Ausstellungsraum vom Feinsten. Und mehr noch: Alles gut gefüllt mit Werken von Kunst- und Kulturschaffenden aus der fast schon gesamten Region, wie man sie auch in Darmstadt, Wiesbaden oder Frankfurt in dieser Fülle abseits der Museen nicht jeden Tag sieht. Michelle Concepción, Nandu Kriesche oder das Duo Moritz Schneidewendt & Paul Pape sind vertreten. Namen, die sehr wohl ein Stück Kunst- und Kulturszene der Region sind.

Das Kunstforum Mainturm in Flörsheim, das Kunsthaus Taunusstein, das Kunstforum Seligenstadt, das Atelier Wäscherei in Offenbach – Vier Orte, die allesamt etwas am Rande der ausgetretenen Pfade eben jener Kunst- und Kulturszene Frankfurt-Rhein-Mains liegen. Dazu die »Biennale am Main«, die diese vier Orte in diesem Frühjahr zu einer ungewöhnlichen Großinszenierung regionaler Kunst zusammenführt. Ausgangspunkt ist die recht exquisite, aber ebenfalls nur begrenzt bekannte Privat-Sammlung Haas von Gemmern in Taunusstein. Rund zwei Dutzend Künstler*innen aus der Region (und ein wenig auch darüber hinaus) waren aufgerufen, sich mit Werken dieser Sammlung auseinanderzusetzen und korrespondierende Kunst dazu zu gestalten. Zu sehen sind die Ergebnisse vornehmlich von März bis Juni jeweils in einer Auswahl an den vier Orten. Mit jedem Besuch an einem dieser Plätze wächst dabei auch selbst der Blick und das Verständnis auf regionales Kunstschaffen, entsteht fast ein kleines Kompendium von Künstlerinnen und Künstlern. In Taunusstein kommen unter anderen Charlotte Rahn, Carolin Liebl & Nikolas Schmid-Pfähler oder Heiner Thiel hinzu, in Seligenstadt Adriana Woll, Pilar Colino oder Doris Tofall, in Offenbach schließlich Raphael Languillat oder Patrick David Brockmann. »Urgesteine« der Region mischen sich mit Hochschulabsolvent*innen. Manche sind nur an einem Ort zu sehen, andere gleich an mehreren. Christopher Naumann vom Mainturm, von dem die Idee dieser 2024 erstmals gestarteten Biennale auch ausging, räumt durchaus ein, dass dies auch eine Idee ist, Aufmerksamkeit für diese eher entlegeneren Orte von Kunst und Kultur zu generieren. Zugleich ist es aber ein treffliches Beispiel, dass »die Szene« nicht nur in den Metropolen der Region zu finden ist. Und es sich durchaus lohnen kann, ein paar verschlungenere Wege anzusteuern. Zumal an deren Rändern, wie nicht nur Flörsheim zeigt, auch noch das eine oder andere touristische Ausflugsziel zu entdecken ist … (vss.).


Jedes Jahr Gastgeber von GoEast und exground: das Caligari - eine echte Filmbühne
Quelle: Barbara Staubach / Caligari©

Orte & Menschen | Wiesbaden

Eine der letzten Filmbühnen

Kino-Klassiker mit Plüsch und feinem Programm

GoEast, Lichter, Nippon Connection – Das Frühjahr ist im Rhein-Main-Gebiet Filmfestivalzeit. Ein Kino, vielleicht das schönste der Region, hat pünktlich dazu auch wieder geöffnet: die legendäre CaligariFilmbühne in Wiesbaden, die seit letztem Sommer saniert wurde. 

Wenn die »CaligariFilmbühne« im Herzen der alten Kurstadt Wiesbaden buchstäblich ihren roten Teppich ausrollt, sind internationale Filmgrößen in der Regel nicht weit. Zugegeben: nicht die ganz berühmten »Celebrities« aus Hollywood (die finden sich nur auf der Leinwand). Dafür aber ein Volker Schlöndorff (den die Stadt im vergangenen Jahr mit einer großen Ausstellung geehrt hatte), so manche Tatortkommissarin und unzählige renommierte und undergroundige Film- und Regiegrößen etwa aus Frankreich, aus Osteuropa oder aus anderen Teilen der Welt. Und das Kino selbst, benannt nach dem berühmten expressionistischen Stummfilmklassiker »Das Kabinett des Doktor Caligari«, versteckt sich zwar etwas in einem hinteren Winkel des Wiesbadener Marktplatzes, strahlt dafür aber um so schöner, wenn man den Kinosaal betritt. Tief einladende rote Sessel, goldene Ornamente an den Wänden und reichlich Platz – etwa für einen Flügel, auf dem Stummfilme live begleitet werden – erinnern an und versetzen ganz in die Glanzzeiten des Genres.

Kein Wunder, dass mehrere Filmfestivals die CaligariFilmbühne als Festivalzentrum und Hauptspielort ausgewählt haben. Allen voran sicher jenes ost- und mitteleuropäische »GoEast Filmfestival«, das nun schon seit einigen Jahren im Schatten von Putins Krieg in der Ukraine immer Ende April einmal mehr im Caligari zu Hause ist – und seinen Beitrag zum Verständnis Osteuropas leistet. Oder »exground«, das durch seine feine Auswahl an internationalen Independent-Produktionen bekannt geworden ist. Mittlerweile sind dort aber auch Raritäten wie das »Internationale Trickfilm-Wochenende«, das längst legendäre »Fernsehkrimi-Festival« (mit seiner mindestens ebenso legendären eigenen 24-Stunden-Nonstop-Krimiparade) oder die »Homonale« gerngesehene Gäste. Kleine, feine Festivals, die sich fast wie an einer Perlenkette durchs Caligari-Kinojahr ziehen. Diese und andere Events, die das Caligari veranstaltet, und allem voran natürlich das sorgfältig ausgewählte Filmprogramm mit unzähligen Originalfassungen, hat dem alteingesessenen Ufa-Kino 2018 auch den Hessischen Kulturpreis eingebracht. Wer einmal in diesem außergewöhnlichen Kino einen Film gesehen hat und dabei wortwörtlich tief in die Sessel und die einmalige Atmosphäre eingetaucht ist, versteht warum … (ojs.).


So oder ähnlich funktioniert Hooked on a Book
Quelle: Luise Wüstling©

Region | Hooked on a Book

Buch-Sitz-Steh-Greif-Dialoge

Buch-Geschichten der etwas anderen Art

Wie bringt man in Rhein-Main Kultur in die Region, zugleich noch zu den Menschen und obendrein diese auch noch zueinander? »Hooked on a Book«, ein Gesprächsformat für zwei Menschen und ein Buch, gelingt dieser anspruchsvolle Dreisatz derzeit immer mal wieder.

Ein gutes Dutzend Tische, eine ziemlich genau doppelte Anzahl von Menschen, ein gut illustriertes Buch und eine knappe Anleitung – Mehr braucht es an diesem frühen Abend im urigen Kulturtreff »Schanz« im kleinen Mühlheim nicht. Das Buch, es liegt anfangs in der Mitte der Tische, an denen sich jeweils ein Paar zweier Menschen recht zufällig zusammenfindet. Nun ja: ganz zufällig nicht. Alle Teilnehmer*innen des Abends mussten sich bei der Stadt oder den Organisatoren anmelden, wurden sodann paarweise zusammengemixt und teilten fortan Tisch, Stühle und eben jenes Buch für den Abend. Das Buch wiederum, fein illustriert von Luise Wüstling, enthält Sentenzen und Anregungen, sorgsam orchestriert von Helgard Haug. Sentenzen und Anregungen, um miteinander ins Gespräch und ins Interagieren zu kommen. Sich Geschichten aus dem eigenen Leben zu erzählen oder gegenseitig die Hände des / der anderen zu betrachten. Wenn diese mal für einen Moment nicht zum Reden gebraucht werden. Oder zum munteren Drehen und Wenden, zum Vor- und Zurückblättern des Buches … Was anfangs im Sitzen abläuft, geht später auch noch in angeregte »Ste(h)-Greif-Geschichten« über …

»Hooked on a Book« ist eine im wahrsten Wortsinn unterhaltsame Theaterinszenierung. Angestoßen vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain, der damit Kultur und Gesprächskultur in die Region bringen will. Und in Szene gesetzt von einem Team um die Berlinerin Dramaturgin Helgard Haug und die regionale Illustratorin Luise Wüstling. Oder vielleicht noch ein wenig genauer: von den Gästen, die rund um die Tische ihre eigenen Theaterstücke in Szene setzen; noch dazu quasi als Regisseur*innen, Zuschauer*innen und Schauspieler*innen in einem. »Was herauskommt, das wissen wir selbst nicht«, sagt Kulturfonds-Geschäftsführerin Susanne Völker. Doch genau das scheint auch der Sinn des Ganzen und zugleich die einzige Vorgabe zu sein. Dingen, Geschichten, Fantasie(n) ihren Lauf zu lassen. Mal mehr, mal weniger – das wiederum hängt letztlich ganz von den Interagierenden ab. Nach und nach wandert das Projekt durch die Region, macht Station vor allem in kleineren Städten und Gemeinden, und kann auch von diesen gezielt angefragt werden. Und wo es mal ist, soll es auch bleiben. Und, wie es neudeutsch so heißt, »spreaden«. Die Kommunen können das Buch weitergeben, ausleihen, vervielfältigen. Und im Prinzip können es dann alle Interessierten auch selbst anfragen. Denn auch für jede Fortsetzung bedarf es nicht mehr als einen Tisch und zwei Stühle. Und eigentlich nicht einmal dieses. Zwei Menschen, halbwegs mit Fantasie ausgestattet, reichen aus. Allerdings: Sie müssen sich dann zuweilen selbst Limite setzen. In Mühlheim waren es dann zumindest an einigen Tischen die Organisatoren, welche die Regisseur-Schauspiel-Zuschauer-Gruppe zum Aufbruch mahnte … (vss.).


Abends in Sachsenhausen: Die Wendeltreppe in der Brückenstraße
Quelle: Barbara Walzer©

Best of 10 | Frankfurt

Eine Treppe und zwei Miss Marples

Mit 4.000 Titeln erste Adresse für Krimifans

Zu Orten der Kultur zählen sicher auch Antiquariate und Buchhandlungen. Dort können man/frau herrlich stöbern, sich inspirieren lassen und die ganze Welt der Literatur für den gemütlichen Sofa-Abend entdecken. Und die meisten von ihnen sind selten überlaufen. In der Reihe »Bücher & Menschen« stellen wir einige besondere Buchorte vor. 

Der kleine Buchladen am Rande des Brückenviertels gehört heute zum festen Inventar des Sachsenhäuser Kultquartiers. Und: Er ist selbst längst Kult geworden. 4000 Titel, ausnahmslos Krimiliteratur, stehen gut sortiert in den Regalen. Auch ein kleines Buchantiquariat ist Teil des Angebots. Die Wendeltreppe – sie ist seit über dreieinhalb Jahrzehnten das Reich der beiden Krimi-Expertinnen Jutta Wilkesmann und Hildegard Ganßmüller. Mittlerweile fast schon selbst zwei veritable »Miss Marples«, kennen sie fast alle Autor*innen und Inhalte, können beraten und laden immer mal wieder am ersten Donnerstag im Monat zu einer Lesung in das Geschäft ein. An diesen Abenden, bei denen sie auch von Freund*innen unterstützt werden, gehe es darum, in entspannter Atmosphäre über die Bücher und ihre Inhalte zu sprechen und einen lebendigen Austausch zu ermöglichen. Wie viele Krimis sie selbst schon gelesen haben, können sie nicht genau beziffern. Auf jedem Fall »sehr viele«. Deswegen sind Krimi-Fans auf der Suche nach spannenden Büchern hier auch an der richtigen Adresse … (weiter lesen).


The Cube von Jens J. Meyer
Quelle: Internationaler Waldkunstpfad©

Orte & Menschen | Darmstadt

Zur Kunst in den Wald

Der Internationale Waldkunstpfad

In Europa leben die Menschen ja bekanntlich vornehmlich im Wald. In manchen Ländern wie Österreich gibt es sogar ganze »Waldstädte«. Zugegeben: Dies war ein Gerücht, in die Welt gesetzt von einem in einem Weißen Haus residierenden einschlägigen Europa-Experten, der noch dazu Fachmann für Gerüchte und Fake News ist. Doch so ganz Fake war diese News dann ausnahmsweise mal doch nicht. Zwar scheint an den Waldstädten wenig dran zu sein. Aber ein Internationales Waldkunstzentrum gibt es sehr wohl in Europa. Und das liegt im Wald bei Darmstadt. Und das ist durchaus renommiert, war es doch das erste seiner Art, das auch bereits Nachahmer in China, den USA und sogar in Österreich gefunden haben soll (was vielleicht auch das Gerücht wiederum erklären würde).

Nun, mit Venedig oder der Documenta kann das seit nunmehr bereits über zwei Jahrzehnten bestehende Zentrum mit dem zugleich ersten Internationalen Waldkunstpfad noch nicht mithalten. Doch eine Biennale gibt es auch im Wald bei Darmstadt. Jedes Jahr im Sommer versammeln man/frau sich unter einem Jahresmotto, das oft viel mit Kunst und mit Natur zu tun hat. Um »Kunst/Natur/Wasser« ging es etwa 2024 zuletzt, »Kunst/Natur/Wandel« und »Kunst/Natur/Identität« waren die Themen 2022 und 2020. Rund zwei Dutzend Künstler*innen aus verschiedenen Ländern füllen dann jeweils den Wald mit Kunst rund um Klima-, soziale und andere Themen. Die Künstler*innen füllen diese Themen immer wieder aufs Neue mit Leben und mit zahlreichen Installationen, Performances und BankART. Da man im Waldmuseum aber nicht dazu neigt, nach einer Biennale alles wieder wegzuräumen, lassen sich auch nach und zwischen den Biennalen viele der Kunstwerke immer noch auf eigenen Führungen oder auch einfach so besichtigen. So sind stets gut und gerne zwei Dutzend Kunstwerke fast als eine Art Dauerausstellung auf den verschlungenen Wegen durch den Forst zu besichtigen. Der digitale Wandel ist übrigens auch im Waldkunstzentrum und auf dem zugehörigen Pfad eingekehrt. Gemeinsam mit dem Verein »Kultur einer Digitalstadt« wurde das Ganze auch digital vermessen und digitalisiert. Zum einen, um den Waldkunstpfad auch im Netz zugänglich zu machen. Zum anderen, um eingeladenen Künstler*innen auch ein Vorbereiten oder sogar Gestalten ihrer Werke aus der Ferne zu ermöglichen. Der Fokus soll allerdings weiterhin darauf liegen, ein realer Ort der Begegnung zu sein, also Natur, Kunst und Menschen zueinander zu bringen; seit 2022 auch mit einem »Jungen (Kunst-) Wald«, den Schulklassen gestaltet haben. Ach ja, schlecht besucht ist das »Waldmuseum« auch nicht gerade. Bis zu 200.000 Menschen sollen sich dort pro Jahr einfinden. Deutlich weniger zwar als im Städel, der Schirn oder dem Senckenberg-Museum in Frankfurt, aber ebenso deutlich mehr als etwa im Historischen Museum, dem für Angewandte und erst recht dem für Moderne Kunst in Frankfurt (bei letzterem zumindest, wenn es mal geöffnet ist). Und das sind denn in der Tat keine Gerüchte, sondern ganz und gar belastbare Fakten … (ver.).


Das Filmmuseum - Zentrum und Spielort zahlreicher Festivals
Quelle: Barbara Walzer©

Die Region | Blick auf 2026

Filme – soweit das Auge blickt

Nonstop-Filmfest FrankfurtRheinMain

Wer in Deutschland an Filmfestivals denkt, denkt zuerst an die Berlinale. Mit Cannes und Venedig spielt sie in der ersten Reihe europäischer Festivals und misst sich zuweilen gar mit Hollywood und seinen Oscars. FrankfurtRheinMain hingegen kann nichts derartiges aufweisen. Oder doch? FrankfurtRheinMain besitzt zwar keine Berlinale, ist aber wohl die Region in Deutschland und vielleicht sogar in Europa mit den meisten einzelnen Festivals überhaupt. Rund 50 Filmfeste stehen im Laufe des Jahres im Kalender – im Schnitt eines pro Woche. Die Palette beginnt bei relativ großen Akteuren wie Lichter und Nippon Connection in Frankfurt oder GoEast und exground in Wiesbaden. Und sie reicht bis hin zu den »Perlen« wie dem Open Air (Kurz-) Filmfest Weiterstadt mitten in einem Wald bei Darmstadt oder gar zu den »Exoten« wie dem Wiesbadener Trickfilmwochenende oder einem Putzfilmfestival, das 2018 Premiere hatte, danach aber leider wieder in der Abstellkammer verschwunden ist.

Besonders auffällig sind viele internationale Festivals, vom panafrikanischen Africa Alive, das meist am Jahresanfang steht, bis zum italienischen Verso Sud im Dezember. Dazwischen geht es locker in zwei Dutzend Festivals einmal rund um die Welt: vom bereits erwähnten Japan (Nippon Connection) über China (Golden Trees), Korea (Project K) und Indien (New Generations), Europa und den Nahen Osten (GoEast, Jüdische Filmtage, Türkisches Filmfestival), eben Afrika (Africa Alive) bis hin auf den amerikanischen Doppelkontinent. Letzterer steht richtig weit vorne. Die Dìas de Cine beleuchten gleich ganz Lateinamerika, mehrere Länder wie Brasilien (CineBrasil), Venezuela (Venezuela im Film) oder Cuba (Cuba im Film) und sogar die Dominikanische Republik haben eigene Festivals. Nicht von ungefähr kann FrankfurtRheinMain auch mit vielen Orten aufwarten, die Originalfilmreihen im Programm haben. Doch die Palette reicht auch quer durch Generationen und Geschlechter: vom Europäischen Filmfestival der Generationen und dem Frauenfilmfestival Remake über das Queer Filmfest Weiterstadt und die Homonale Wiesbaden bis zu den vielsprachigen Jugendfestivals Lucas, visionale, Cinéfête oder Britfilms (auch wenn manche davon unter Corona schon gelitten hatten). Ganz eigen ist auch die Landschaft für Kurzfilme vom kleinen Waldfestival in Weiterstadt bis zu den Rüsselsheimer Filmtagen. Leider auf der Strecke blieb nach Corona das wohl regionalste der Festivals: die Shorts at Moonlight, die unter anderem in Hofheim und Höchst zu sehen waren. Und seit 2018 gab es neben dem Urgestein der Animationsfilmszene, dem Internationalen Trickfilm Wochenende Wiesbaden, zwischenzeitlich auch immer mal das sporadische, fast jugendliche Pendant Sweat & Tears in Frankfurt. Ach ja. Noch kaum erwähnt sind die sommerlichen Freiluftkinos wie der Lichter-Ableger Freiluftkino Frankfurt, die Filmtage in den Reisinger Anlagen in Wiesbaden, das Open Air-Programm im Hafen 2 in Offenbach oder der Filmsommer in Mainz. Und wem das nicht reicht, der findet an den Rändern der Region mehr: bei den Openeyes in Marburg, dem Filmz in Mainz, dem Dokfest in Kassel, dem Festival des Deutschen Films in Ludwigshafen oder dem Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg. Kurzum: FrankfurtRheinMain ist eigentlich von Januar bis Dezember ein einziges Nonstop-Filmfestival. Für eine Berlinale wäre wohl gar kein Platz mehr frei im regionalen Festivalkalender … (vss.).