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Mousonturm baute (sich) neue und parallele Welten
Quelle: Raumlabor / Mousonturm©

Krise (in den Griff) kriegen [4]

Üppige Corona-Kurzarbeiten

Matthias Pees: Mehr-Arbeiten, -Werte und -Losigkeiten

Kulturlandschaft und Kulturschaffende sind von der Corona-Krise schwer getroffen worden. Auf Urban shorts beschreiben Kulturschaffende, wie sie in diesen Wochen die Krise krieg(t)en – und wie sie diese in den Griff kriegen. In Folge 4 schreibt Matthias Pees vom Frankfurter Mousonturm über ein neu erbautes Corona-Theater im Theater, über Kurz-Arbeiten als Mehr-Arbeiten und über »Theatersicherheitsfachleute«.

[> Beitrag auf eigener Seite lesen»Great Wide Open« klingt wie ein – natürlich abgesagtes – Tennisturnier. Stammt aber aus Tom Pettys James-Dean-Abgesang »Into The Great Wide Open« und handelt von einem Aufbegehrenden ohne Grund und Ahnung, der kaum zwischen Krise und Chance unterscheiden kann, zwischen Verhinderung und Möglichkeit, Unterbrechung und Stillstand, freiem Flug und haltlosem Absturz. So ahnungs – und orientierungslos kamen auch wir uns mitunter vor in den vergangenen Monaten. Denn wenn Corona eines nicht war, dann eine Pause. Kurz-Arbeit macht vor allem Mehr-Arbeit, und das Managen von Absagen, Ausfällen, Notfallfonds-Anträgen, Home Offices, Hygiene-Konzepten und digitalen Ersatzprogrammen ebenso. Es macht Sorgen, um Selbständige, Projekte und Reisebedingungen internationaler Partner, um Gesundheit, Kinderbetreuung, Publikum und künftige Finanzierung. Und es befremdet durch soziale Distanz, Berührungslosigkeit, Masken, Desinfektion, Plexiglas und Digitales, Warteschlangen und geschlossene Kneipen. Denn soziales Leben gehört auch zu kreativer Arbeit.

Mehr Arbeit also und mehr Losigkeiten. Ein paar Erfahrungen jedoch waren bemerkenswert. Die neuen digitalen Zuschauer etwa, die ziemlich plötzlich, via Youtube oder Zoom, von überall her, immer wieder zusammenkamen, tatsächlich teilhatten und miteinander kommunizierten. Das war ganz anders als früher, als 200 Leute auf Facebook »Nehme teil« markierten, und dann trotzdem kaum einer kam. Und es war auch eine originäre, nur im digitalen Raum mögliche Erfahrung. Bemerkenswert auch das angesichts der erdrückenden pandemischen Lage sonst eher fernliegende Gefühl einer gesteigerten Solidarität –  mit besonders Betroffenen (Kranken, Risikopatienten, Pflegekräften, Angehörigen, Alleinerziehenden, Selbständigen, Einzelhändler*innen, Wirt*innen) und gerade auch mit Opfern des europäischen Grenzregimes oder rassistischer Übergriffe. Last but not least der offen gelegte und ehrlich gelebte Beratungsbedarf der Politik, nicht nur im Gesundheitsbereich, sondern auch in Fragen der Künstler-Krisen-Förderung. Ein solches Vertrauen in uns Kunst – und Theater-Fachleute (und auch: Theatersicherheitsfachleute) hätte man sich gewünscht in den eher überstürzt dekretierten Schließungen und Öffnungen, zu Mindestabständen und -flächen, zu den Gefahren exaltierten Sprechens, Tanzens und Blasens.

Als größte Schwierigkeit stellt sich uns nun dar, das Vertrauen des Publikums zurückzugewinnen. Nicht nur ins Theater als gesundheitlich unbedenklichen Ort. Sondern in ein Theater, das erst recht ansteckt und viral gehen kann, das nicht nur der Überrest eines Theaters aus besseren Zeiten ist. Das nicht nur als defizitär erlebt wird, sondern das die Menschen wieder Lust haben zu besuchen, und in dem sie gemeinschaftlich zusammenkommen, Ambivalenzen aushalten und austesten, und das eben möglichst vorbehalts- und distanzlos. Deshalb haben wir für uns beschlossen, mit Corona zu spielen. Und uns dafür gleich ein Corona-Theater bauen zu lassen. Ein Corona-Theater, in dem wir für mindestens sechs Monate arbeiten, spielen und produzieren wollen, auch wenn dort nie mehr als etwa 40 Besucher*innen Platz finden werden. Aus der von der Bühnenbildnerin Barbara Ehnes entwickelten Idee entsteht ein mehrstöckiger, leicht amorpher und »atmender« Rundbau, eine Korona aus Holz und Lehm, mit lauter kleinen Logen. Aus ihnen heraus können Zuschauende in kleinen Immun-Gemeinschaften auf das Geschehen in der Mitte blicken, wie in ein unterirdisches Nest. Da wächst was drin, so hoffen wir, and that we rock underground, während da oben weiter auf die nächste Lockerung oder Quarantäne, auf Versammlung oder Zerstreuung gewartet werden muss. Damit wir bald wieder nicht mehr wissen, was wir tun. Sondern ahnen …

Raumlabor / Mousonturm©
Die Köche von Stalburg und Stoffel - Etwas allein(,) gelassen und auf der Suche nach den richtigen Rezepten
Quelle: Stalburg©

Krise (in den Griff) kriegen | Michael Herl

Publikumskontakt per Spendenquittung

Alles schlimm - solange man nicht in die Welt hinausschaut

Kulturlandschaft und Kulturschaffende sind von der Corona-Krise schwer getroffen worden. Auf urban shorts beschreiben Kulturschaffende, wie sie in diesen Wochen die Krise krieg(t)en – und wie sie diese in den Griff kriegen. In Folge 5 schreibt Michael »Michi« Herl vom Frankfurter Stalburg-Theater über vergebliche Antrags-Marathons, einen amtlich ins Netz gegangenen »Stoffel« und darüber, wie schlimm alles ist – solange man nicht in die Welt hinausschaut … 

[> Beitrag auf eigener Seite lesenEs war »Freitag, der 13.«. Wir spielten zum 658. Mal seit 18 Jahren unser Erfolgsstück »Wer kocht, schießt nicht«, wie fast immer ausverkauft. »Es fühlte sich nicht gut an«, meinte danach unser Barchef, »eigentlich fühlt es sich seit Tagen nicht mehr gut an.« Etwa zehn Prozent der Gäste waren trotz bereits erworbener Tickets nicht gekommen, bei den anderen verspürte der Kollege eine »unterschwellige Beklommenheit«. Die Vorstellung am Folgetag, dem 14. März, sagten wir dann ab. Dass wir von da an geschlossen haben sollten, ahnten wir natürlich nicht. Bis heute weiß ja niemand, was morgen sein wird …

Ja, es ist schlimm, was dann kam. Wie sollte es auch anders sein, wenn man von jetzt auf gleich dazu gezwungen wird, sein Leben komplett zu ändern? Pläne über den Haufen zu werfen, Termine abzusagen, Zusagen nicht einzuhalten, Erwartungen zu enttäuschen? Wenn man nicht wie seit 22 Jahren täglich Stücke liest, Stücke schreibt, Proben organisiert, Proben begleitet, sich mit Kolleg*innen austauscht und zu anderen Theatern reist? Sondern wenn man unaufhörlich Subventions-Anträge ausfüllt, um Almosen bettelt, Sponsoren umgarnt und auf Pressekonferenzen statt Heldentaten Überlebensstrategien verkündet? Wenn der Kontakt zum Publikum nur mehr aus dem Unterschreiben von Spendenquittungen besteht? Was soll daran nicht schlimm sein?

Seit diesem Freitag taten wir, was alle taten, also Kurzarbeit anmelden für zehn Festangestellte – und hoffen, dass eines der vielen Unterstützungsprogramme greift. Um es kurz zu sagen: Bis heute griff keins. Übernommen wurden nur laufende Kosten, nicht jedoch Umsatzeinbußen. Das genau aber ist unser Problem. Wir hatten uns für die dreiteilige Bühnenfassung von »Das Leben des Vernon Subutex« mächtig aus dem Fenster gelehnt, ideell und finanziell. Die Premiere war ein Riesenerfolg – dann kam das Virus. Und das noch in einer Zeit, in der wir uns eigentlich ein Polster hätten zulegen müssen. Der nächste Schlag folgte im Mai. Eine Entschädigung für unser Open-Air »Stoffel« (kurz für: Stalburg Theater offen Luft) wurde uns verwehrt – weil wir »nur« ein freiwilliges Eintrittsgeld verlangen. Es fehle eine »Bemessungsgrundlage«, hieß es aus Wiesbaden, der belegbare Verlust im sechsstelligen Bereich spiele da keine Rolle. Etwas gemacht haben wir natürlich dennoch. Sogar etwas Großartiges. Finanziert durch eine Stoffel-Subvention der Stadt Frankfurt drehten wir zehn Tage lang im Theater Auftritte von 29 Bands und Solokünstler*innen und stellen sie nun vier Wochen lang ins Netz. Amtliche Werke sind das, von Profis gefilmt und gemischt. Sie brachten der Menschheit Kurzweil und den Künstler*innen Gagen. Toll – aber halt kein richtiger Stoffel.

Es ist also schlimm. Aber wirklich? Unser Claim »Wir wissen nicht, wie es weitergeht, aber wir wissen, dass es weitergeht« spricht uns aus dem Herzen. Warum? Wir haben ein wundervolles Publikum und großzügige Gönner, die uns unterstützen. Es laufen noch einige Anträge, und auch sonst haben wir eine Menge Ideen. Und: Wir erlebten und erleben Eigenartiges. Etwas, was wir in unserer Wohlstandsgeneration in einem Wohlstandsland nur von Erzählungen kennen. Man handelt und hält gelegentlich inne, um sich darüber zu wundern, dass man handelt. Es ist wohl ein Hauch dessen, was Menschen in Krisen überleben lässt. Aber eben nur ein Hauch. Ein Hauch auch dessen, was Milliarden täglich in fürchterlicher Geballtheit erleben müssen. Auch ohne Corona – sondern aufgrund des ganz normalen Wahnsinns, der auf die Namen Krieg, Hunger, Unterdrückung und Vertreibung hört. Menschen, für die das neue Virus nichts weiter bedeutet als ein weiteres Puzzleteilchen ihres Elends. Denen es vollkommen schnuppe ist, ob sie morgen an Hunger oder an Covid-19 verrecken. Wir hingegen leben in einem der reichsten Länder der Erde. Daran sollten wir täglich voller Demut denken (zumal wir große Teile unseres Wohlstands der Ausbeutung der Ärmsten zu verdanken haben). Und uns darüber freuen, dass unsere Gesellschaft immer noch die Mittel hat, künstlerisch Arbeitende zu unterstützen. Schlimm? Es gibt Schlimmeres …

Stalburg©
(Film-) Festivals in Frankfurt machen: Immer eine Frage zwischen Bembel halb voll oder Bembel halb leer
Quelle: Lichter Filmfest e.V.©

Krise (in den Griff) kriegen [6]

Großes Kino, etwas heimatlos

Gregor Maria Schubert über Frankfurt & Festivalmachen

Kulturlandschaft und Kulturschaffende sind von der Corona-Krise schwer getroffen worden. Auf Urban shorts beschreiben Kulturschaffende, wie sie in diesen Wochen die Krise krieg(t)en – und wie sie diese in den Griff kriegen. In Folge 6 schreibt Gregor Maria Schubert vom Lichter Filmfest über drei sehr unterschiedliche Festival-Erfahrungen in Frankfurt und in der Region und über die Suche nach einer Heimat im Netz, in der Metropole und in der (vermeintlichen) Kleinstadt. 

[> Beitrag auf eigener Seite lesenNichts an Corona ist cool! Absolut gar nichts! Entschleunigung? Die neue deutsche Achtsamkeit? Das ansteigende Innovationsverhalten altmodischer Unternehmen? Das Ende des Reformstaus in der Politik von vorgestern? Die leicht verbesserten CO2-Werte, die unmittelbar wieder relativiert wurden, da die 1,5-Grad-Grenze lange vor 2030 überschritten sein wird? Drauf gepfiffen! Das Leid, die Pleiten und die Folgen werden noch lange unseren Alltag prägen. In Deutschland – und noch viel schlimmer – überall auf der Welt. Die weit verbreitete Meinung, Krisen liefern die Zutaten für Erneuerung, ist nicht nur verantwortungslos, sondern sie dominiert auch das Wohlstandsdenken auf der Welt. Wir sind am Arsch! Ende des Prologs!

Die Atmung einstellen ist allerdings auch keine Option. Als wir von »Lichter« Mitte März erfuhren, dass aufgrund der Corona-Pandemie öffentliche Veranstaltungen auf unbestimmte Zeit verschoben werden müssen, war die Enttäuschung groß. Wie alle anderen Kulturschaffenden standen auch wir vor der Frage, wie ein Kulturengagement in Krisenzeiten aussehen kann. Eine Frage, die uns sofort beflügelte. Außerdem sahen wir es als unsere Pflicht, die Kultur ein Stück weit am Leben zu halten. Aus Solidarität gegenüber den Kulturschaffenden, für die Lichter eine wichtige Bühne darstellt, aus Solidarität gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die teils über Monate an einem Programm gearbeitet haben, das von hier auf jetzt in der Schublade verschwunden wäre, und aus Solidarität gegenüber unserem treuen Publikum, dass gerade zu Beginn des Lockdowns mit großer Verunsicherung, Einsamkeit und sozialer Isolation zu kämpfen hatte. Nur wie das alles?

Schließlich fanden wir mit »Lichter On Demand«, der ersten Online-Ausgabe des Festivals, das passende Konzept für alle drei Probleme. Und das noch gleich in Pionierarbeit: Als erstes Filmfestival Deutschlands, das diesen Weg beschritt, brachte uns dies auch bundesweite Aufmerksamkeit und viel Lob. Prompt präsentierte man uns die nächsten Herausforderungen: das »Sommerkino im Altwerk« in Rüsselsheim sowie das »Freiluftkino Frankfurt«, immerhin unter leicht verbesserten Voraussetzungen. Öffentliche Veranstaltungen waren zwar wieder erlaubt, aber aufgrund der Ansteckungsgefahr auf 250 Personen beschränkt. Außerdem galt weiter eine Abstandsregel von eineinhalb Metern. Und in Rüsselsheim hatten wir sogar einen Ort (in kleineren Städten geht sowas offenbar einfacher): Im vergangenen Jahr gastierte das »Sommerkino« schon einmal auf dem ehemaligen Opel-Gelände. Eine Fortsetzung war bereits damals schnell beschlossene Sache. In zentraler Lage in Frankfurt einen solchen Ort zu finden, ist allerdings – sagen wir es vorsichtig – ein Problem …

Und während das eine Festival schon stand, suchten und sichteten wir in Frankfurt ziemlich lange. Sind aber dann doch nach langer und intensiver Suche fündig geworden. Und noch wichtiger: bekamen dies sogar noch genehmigt. Das alte Polizeipräsidium an Friedrich-Ebert-Anlage wurde es – in  bester Freiluftkino-Tradition. Das temporäre Open-Air-Kino fand von Anfang an an wechselnden Orten statt. Angefangen im Innenhof des Cantate-Saals (dem Standort von Volksbühne und Romantik-Museum), folgte die Urbanisierung verschiedenster Plätze, die allesamt zum Stadtgespräch wurden. So bot sowohl der als Kulturcampus angelegte Campus Bockenheim Heimat für außergewöhnliches Kino-Erleben als auch das ehemalige Deutsche-Bank-Areal am Roßmarkt. Die Verschiedenheit der Orte eröffnete die Möglichkeit, jährlich neue Impulse und Eindrücke zu vermitteln und eine Art Wanderkino im urbanen Kontext zu etablieren. Notgedrungen allerdings, denn einen festen Platz hätten wir viel lieber gehabt. Aber – wie gesagt – nicht so einfach in der Main-Metropole. Und dieses Jahr hätten die Menschen in dieser Stadt sogar fast ganz auf uns verzichten müssen. Das Sommerkulturangebot der Stadt ist durch Corona mehr oder weniger zum Erliegen gekommen. Einzig die Sommerwerft stemmte sich bisher dagegen (die hatten aber auch einen Platz). Nun stemmen wir mit – und halt einfach auch mal zwei Festivals gleichzeitig. Ist ja auch eine der leichtesten Aufgaben. Aber vielleicht verschafft es der Stadt auch mal wieder positive Effekte und Schlagzeilen …. ​

Lichter Filmfest e.V.©
Aus der Not die Tugend: Mainzer Kultur-Gärten statt internationaler Tournee-Konzerte
Quelle: Maximilian Klapdar / Stadt Mainz©

Krise (in den Griff) kriegen [7]

Bühne für Slams & Songwriter …

... weil Sting & Santana zu Hause bleiben (müssen)

In Mainz sind der Frankfurter Hof und sein »Summer in the City« schon mal die Bühnen für Stars für Sting, Santana oder Elton John. In Corona-Zeiten blieben aber auch diese brav zu Hause. Für die beiden Mainzer Institutionen eine völlig neue Herausforderung. Programmplanerin Verena Campailla-Heinz über abgesagte Tourneen und wie Mainz seinen City Summer dieses Jahr mit den »KulturGärten«, lokalem Craft Beer und vielen regionalen Slamern und Songwritern überbrückt … 

[> Beitrag auf eigener Seite lesenEigentlich fing das Jahr 2020 ja richtig gut an. Wir verzeichneten für die diesjährige Saison von »Summer in the City« schon Anfang des Jahres einen Rekord-Ticketverkauf und hatten auch schon ein großartiges Programm in petto, mit Lenny Kravitz, den Beach Boys, Sarah Connor und den Hollywood Vampires. Und obwohl das Jahr erst begonnen hatte, waren wir auch bereits mitten in den aufwendigen Planungen für die Saison 2021. Der Frankfurter Hof – neben dem KUZ Kulturzentrum eines der beiden großen städtischen Kulturhäuser, die von der mainzplus Citymarketing-Gesellschaft betrieben werden – hat sich nämlich schon lange nicht nur mit Klassik und Comedy, sondern vor allem auch mit Weltmusik und sommerlichen internationalen Top-Acts einen Namen gemacht.

Doch dann kam Corona und hat gerade für ein solches Haus alles verändert. Die vor der Krise hier aufgetretenen internationalen Topstars blieben von einem Tag auf den anderen aus. Auch für sie galt: keine Reisen, also auch keine Tourneen mehr. Nach und nach mussten wir aufgrund der Pandemie nahezu alle Veranstaltungen aus 2020 auf das Jahr 2021 verschieben. Manche Konzerte mussten ersatzlos abgesagt werden. Doch damit nicht genug. Normalerweise führen wir im Frankfurter Hof Konzerte und Kulturveranstaltungen mit mehreren Hundert Gästen durch. Aktuell können wir aufgrund der Verordnungen weniger als 100 Personen aufnehmen. Somit haben wir entschieden, dass wir bis auf weiteres geschlossen bleiben – in der Hoffnung, im Herbst wieder zu öffnen. Doch aktuell wissen wir noch nicht, ob – und wenn ja, in welcher Form und Größe – dann Veranstaltungen durchgeführt werden können. Was wir uns kaum vorstellen konnten: Wir blicken sehnsüchtig auf die kommende Corona-Verordnung, die vielleicht mehr Klarheit und – je nach weiterer Entwicklung der Fallzahlen – weitere Lockerungen bringt.

Doch da wir unbedingt auch weiterhin Kultur machen wollten, haben wir aus der Not eine Tugend gemacht, neue Formate entwickelt und uns ganz auf lokale und regionale Künstler*innen fokussiert. Zugegeben: eine komplett neue, aber spannende Situation, nachdem wir uns zuvor durch langjähriges Engagement einen Namen als international renommierte Kultur- und Konzertstadt gemacht hatten. So haben wir nun aber im Mai erst mal und erstmals die »Mainzer KulturGärten« eröffnet – eine Mischung aus Kultur-, Konzert- und Gastronomiekonzept. Im Außenbereich des KUZ Kulturzentrums und im Innenhof des Kurfürstlichen Schlosses am Rhein haben wir zwei Biergärten eingerichtet, mit regionalen Spezialitäten, Craft Beer und allerlei Leckereien. Das Highlight ist aber das abwechslungsreiche Kulturprogramm: Jeden Tag finden in den Mainzer KulturGärten Auftritte auf den Bühnen vor Ort statt –​ ein bunter Mix aus Comedy, Theater, Poetry Slams, Singer-Songwriter- und sonstiger Musik aus verschiedenen Genres. Neben einer Gage erhalten die Künstler*innen die Möglichkeit, in eigener Sache zu werben, und lassen dabei noch den symbolischen »Spenden-Hut« rumgehen. Somit schaffen wir eine Bühne, um weiterhin Kultur in Mainz anzubieten; natürlich mit allen geltenden Vorgaben für Abstand, Maskenpflicht und Kontakterfassung. Sowohl bei Künstler*innen als auch bei den Besucher*innen kommt das an. So gut übrigens, dass wir nun die Mainzer KulturGärten auch im Herbst und im Winter fortführen wollen – je nach Wetter und abhängig davon, was die kommende Corona-Verordnung bringt. Womit wir übrigens in Mainz voll im Trend liegen: Auch auf der Zitadelle und am Rheinufer bieten die Stadt und Mainzer Kulturschaffende in diesem Jahr gemeinsame Kulturprogramme. Wir müssen uns nun alle umorientieren, alternative Ideen entwickeln und neue Wege gehen. Die bekannten Formate und Größenordnungen werden wohl noch lange nicht wieder einkehren können …

Maximilian Klapdar / Stadt Mainz©
Centralstation Darmstadt: Programm und Stühle sind bereits von Null auf 100. Fehlt nur noch das Publikum, das es beiden gleichtun soll.
Quelle: Centralstation©

Krise (in den Griff) kriegen [3]

100 auf ⇒ Null ⇒ auf 100

Meike Heinigk über das Centralstation-Sharing

Kulturlandschaft und Kulturschaffende sind von der Corona-Krise schwer getroffen worden. Auf Urban shorts beschreiben Kulturschaffende, wie sie in diesen Wochen die Krise krieg(t)en – und wie sie diese in den Griff kriegen. In Folge 3 schreibt Meike Heinigk von der Darmstädter »Centralstation« über das 100-auf-Null-auf-100-Wechselbad und über ein großes Haus als Host für viele gebeutelte kleine Häuser und Gruppen. 

[> Beitrag auf eigener Seite lesenEs war natürlich Freitag, der 13. Am Morgen gastierte noch eine Theatergruppe aus Schottland im Saal der Centralstation. Zur gleichen Zeit fand in der Halle der Aufbau für ein großes Festival statt. Fünf internationale Bands waren dafür bereits auf dem Weg zu uns nach Darmstadt. Und ich erwartete einen Anruf, der mir die jüngsten Ergebnisse des Darmstädter Krisenstabs zu Covid-19 mitteilen würde. Just als das Theaterstück beginnen sollte, summte mein Handy: »Wir müssen das Haus schließen«. In Form einer Allgemeinverfügung der Stadt lag nun vor, was wir schon geahnt, aber lange nicht wahrhaben wollten. Das Datum, welches für viele mit Aberglauben verbunden ist, machte seinem Namen alle Ehre. Lockdown – von 100 auf Null in wenigen Minuten …

Wieder Freitag. Diesmal aber zum Glück der 5. Juni. Und wir öffnen wieder. Mit Pfund, einer Cover-Rockband, die normalerweise niemanden auf den Stühlen hält. Doch genau für sie haben wir nun exakt einhundert Stühle aufgestellt. So viele, wie das Land Hessen zulässt. Mit dieser Band und den 100 Stühlen starteten wir das Programm »0 ⇒ 100« – und selbst im wahrsten Wortsinn wieder ebenfalls »von Null auf 100«. Vorbei die Tage seit dem ominösen 13. März, seit dem alle Mitarbeiter nur mit Absagen, Verschiebungen und Rückabwicklungen beschäftigt waren. Bands und Agenturen hatten das Jahr schon ad acta gelegt, verschoben komplette Tourneen. Erste optimistische Versuche in diesen Wochen, Veranstaltungen um zwei Monate zu verschieben, scheiterten kläglich. Und das ging nicht nur uns so. Die ersten Lockerungen, die Veranstaltungen unter Auflagen mit kleiner Besucherzahl ermöglichten, haben obendrein viele Veranstalter*innen wütend gemacht oder gar resignieren lassen. Verständlich. Wie soll ein ohnehin meist defizitäres oder sich gerade so tragendes Kulturprogramm unter diesen Bedingungen funktionieren? Kultur ist Begegnung, Kultur ist Kommunikation. Wie sollte der Funke überspringen? Mit Mund-Nasen-Bedeckung oder Plexiglas-Wänden zwischen Musikern und Gästen?

Nun also wieder von »Null auf 100«. Das dafür gleich in mehrfacher Hinsicht. Wir machen aus der Not eine Tugend, fahren nicht nur unser Haus für unsere Künstler*innen hoch. Wir öffneten die Centralstation als einen der größten Veranstaltungsorte Darmstadts auch für Künstler*innen, Veranstalter*innen und Kultureinrichtungen, die selbst zu klein sind, um unter den aktuell geltenden Auflagen Kultur machen zu können. Im kulturellen städtischen Netzwerk stellen wir uns gemeinsam der Herausforderung und experimentieren das Veranstalten mit bis zu 100 Gästen. Erfreulicherweise war auch die Stadt »von Null auf 100« von unserem Vorschlag überzeugt. »Mit Abstand das beste Kulturprogramm« wurde geplant. Neben unseren »eigenen« Künstler*innen diesmal vollgepackt mit Gästen wie etwa dem TheaterGrueneSosse aus Frankfurt oder den Stromern aus Darmstadt. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, haben wir uns gesagt. Und ein kleiner Gewinn soll es für alle werden: Für regionale Künstler*innen, denen zig Auftritte weggebrochen sind, für Kulturorte unserer Stadt, über die im Moment keiner mehr spricht, für Dienstleister*innen vom freien Techniker bis zur Grafikerin, die keine Aufträge mehr haben. Und natürlich für die Zuschauer*innen, die Lust auf Live haben. Apropos Publikum. Auch das ist Teil des Versuchs: Sie bitten wir, sich an viele Vorgaben zu halten – und einen solidarischen, teils höheren Eintritt zu zahlen, um den enormen Einsatz abzufedern. Aber die Idee ist, gemeinsam herauszufinden, wie man sich herantasten kann an das, was unserer Meinung nach auch »systemrelevant« ist: das kulturelle Erleben …

Centralstation©
Etzemüller sucht im virtuellen Athen nach neuen Ideen
Quelle: Hans-Jürgen Herrmann©

Krise (in den Griff) kriegen [2]

Participate – jetzt halt anders

Harald Etzemüller und die durchstartende Eulengasse

Kulturlandschaft und Kulturschaffende sind von der Corona-Krise schwer getroffen worden. Auf Urban shorts beschreiben Kulturschaffende, wie sie in diesen Wochen die Krise kriegen – und wie sie diese in den Griff kriegen. In Folge 2 schreibt Harald Etzemüller vom Ausstellungshaus »Eulengasse« über Podcasts, virtuelle Messen und eine erste reale Ausstellung.

[> Beitrag auf eigener Seite lesen]  »Every cloud has a silver lining«. Die englischsprachige Welt hat ein poetisches Bild vom Regen und dem Sonnenschein. Und es war natürlich verkehrte Welt, dass zum Corona Lockdown im März sechs Wochen Sonnenschein kamen. Was tun, wenn dann die Zusammenkunft von Menschen behördlich untersagt wird? Wenn der Ausstellungsraum »Eulengasse« einfach zu ist? Wir hatten Glück im Unglück. Traditionell endet bei uns im März ein Jahresthema. Im April beginnt das neue: »Participate NOW!«, wo es um künstlerische Projekte zu Kollektivität, Öffentlichkeit und Kooperation geht. Doch wie lässt sich dies nun herstellen?

Natürlich auch bei uns jetzt erstmal im Netz. Unsere Teilnahme an der »Platforms Project – Independent Art Fair Athen« wird via Internet stattfinden. Die Veranstalter haben gerade einen virtuell-interaktiven Messeplan abgeliefert. Anstatt vier stressige Tage im steinern-staubigen Athen werden alle Beteiligten nun 15 spannende Tage lang neuen Tendenzen der Bildende Kunst virtuell nachgehen. Man wird automatisch digital an Performances erinnert, die man live erleben kann. In unserem Beitrag berichten Eulengasse-Künstler*innen vom 14. bis 31. Mai in 29 Zoom-Gesprächen über die eigene Arbeit und über das, was uns jetzt unter den Nägeln brennt. Fragen dazu können auf der Webseite eingegeben werden. Außerdem gibt es Artist Panels und Open Calls, schließlich wollen wir auch 2021 Künstler*innen aus dem Ausland zeigen und mit spannenden Kunstinitiativen in Austausch treten. Real hatte die Messe 2019 fast 20.000 Besucher*innen. Wir sind gespannt auf dieses Jahr.

Die Messe, bei der wir in einem großen Rahmen eingebunden sind, kommt uns natürlich gerade jetzt zu Gute. Doch wir sind auch hier aktiv. Im Podcast »Was sich die Eulen zuraunen« erleben Kunstinteressierte den uns eigenen diskursiven Freiraum, folgen unterschiedlichen und auch gegensätzlichen Sichtweisen auf zeitgenössische Kultur und Gesellschaft. Einen Podcast wollten wir schon länger machen. Aber mit Corona haben wir das nun in kürzester Zeit massiv vorangetrieben. Ausgehend von »Participate NOW!« geht es um Kunst als unabdingbaren Teil der Gesellschaft. In der neuesten Folge »D I S T A N Z« spannt der Frankfurter Maler und Bildhauer Stefan Stichler einen Bogen von der Kunst zur Pandemie. Er beschreibt, warum Distanz Gegenwart bedeutet und was das mit Werkzeugen zu tun hat. Die Realisierung der Podcasts hat natürlich viel Arbeit gekostet, da steckt wie immer der Teufel im Detail. Genauso auch die Website für Athen. Aber gleichzeitig ist das auch eine digitale Dokumentation der künstlerischen Arbeit, die bleibt. Und in der einen oder anderen freien Minute werden vergangene Ausstellungen und Veranstaltungen als Flipbooks auch auf unserem Online Magazin rotmagazin.de eingepflegt, zum Beispiel zur »Summe 2019« in Basel. Der digitalen Herausforderung haben wir uns nämlich nicht erst jetzt gestellt …

Ach ja. Auch das reale Kultur-Leben geht weiter. Unsere monatlichen Treffen – bisher abwechselnd als Versammlungen zur Definition der inhaltlichen Arbeit und als »Bornheimer Tafel«, einem offenen Künstleressen – haben wir virtuell fortgesetzt, als Zoom-Meetings. Sogar fast wöchentlich, denn schließlich gab’s gerade samstags oder sonntags abends keine Kulturveranstaltungen, wo man hingehen kann. Und Lockerungen? Wahrscheinlich das Unwort des Jahres 2020. Aber immerhin: Dank der Lockerung dieser Tage hat auch der Ausstellungsraum wieder seine Pforten öffnen. Seit dem 7. Mai zeigen wir die von der Luminale stehen gebliebene Installation »LALELUnatic« von Jens Schader und Uwe Wenzel. Zugang natürlich limitiert und nur mit Maske. Am 8. Mai gaben wir eine Preview auf das, was »in Athen« passieren wird: im Ausstellungsraum, nach Voranmeldung, zwischen 19 und 21 Uhr. Und im Juni fragen wir dann das Publikum »Was bewegt Dich JETZT?«. Wir Künstler*innen zumindest denken jetzt nach über einen Ausweg, über die Zeit nach der Pandemie …

Hans-Jürgen Herrmann©
Vermummt im Stadtraum - Probte der Mousonturm schon vor Jahren das Post-Corona-Theater ?
Quelle: Mousonturm©

Krise (in den Griff) kriegen [1]

Eins-zu-eins-Theater ?

Das Theater mit und nach Corona

Kulturlandschaft und Kulturschaffende sind von der Corona-Krise schwer getroffen worden. Auf Urban shorts beschreiben Kulturschaffende, womit sie in diesen Wochen die Krise kriegen – und in den Griff kriegen. Den Anfang macht Theaterregisseur Jan Deck mit dem Blick auf das (Post-) Corona-Theater. Über Monologe und Audio Walks, Abstände auf der Bühne und Masken im Publikum. 

[> Beitrag auf eigener Seite lesen] Für viele freie Theaterhäuser und Ensembles hat der Corona-Shutdown existenzielle Folgen. Anders als Ausstellungen, die man sich auch nach und nach einzeln anschauen kann, lassen sich Theaterstücke nicht für jeden einzeln spielen – zumindest nicht profitabel. Umso mehr drängt die Frage, wann und vor allem wie auch wir künftig wieder werden spielen können? Mit dem einfachen Beschluss, Theater wieder öffnen zu lassen, ist es da nur bedingt getan. Große Häuser wie die Staatstheater mit viel Raum im Publikum und auf der Bühne haben da zwar Möglichkeiten. Und beginnen teilweise auch langsam wieder mit ersten Experimenten. Doch es sind vorerst Experimente. Die Bundesregierung hat Großveranstaltungen bis Ende August weiter untersagt. Darüber aber, was eine Großveranstaltung ist, scheiden sich die Geister. In Schleswig-Holstein liegt die Grenze bei 1.000 Zuschauer*innen. In Hessen gilt die Richtzahl 100, auf Antrag auch mehr. Da stellt sich schnell die Frage nach der Profitabilität und/oder die, wie und wie schnell gegebenenfalls Ausnahmegenehmigungen erteilt werden …

Besonders schwierig ist die Situation für die kleineren, oft alten und beengten Häuser. Nüchtern betrachtet, ist kaum zu erwarten, dass viele dieser Theater vor dem Sommer wieder richtig werden hochfahren können (Von Experimenten auch hier abgesehen). Zum einen sind sie wenig vorbereitet, hieß es doch bei Theatern zuletzt immer, dass vor der Sommerpause nichts mehr gehen würde. Zum anderen ist die Logistik drumherum eine größere Herausforderung als bei Ausstellungen. Die Theater in Frankfurt haben sich kürzlich darauf verständigt, gemeinsam zu überlegen, unter welchen Bedingungen man realistischerweise wieder öffnen könne. Und dabei viele offene Fragen ausgemacht. Eine Arbeitsgruppe arbeitet Vorschläge aus. So scheint es sinnvoll, eigene Ideen direkt mit dem Gesundheitsamt abzustimmen, um selbst auch valide Vorschläge für die Politik zu haben. Es werden nämlich Schutzmaßnahmen nötig sein. Eine wichtige Rolle dürfte eine Masken-Pflicht einnehmen. Dennoch wird man um mehr Distanz zwischen den Zuschauer*innen nicht umhin kommen. Zudem werden getrennte Ein- und Ausgänge nötig sein, Kassen-Strukturen müssen verändert, verstärkt Möglichkeiten zum Online-Ticketing geschaffen werden, über die Nutzung der Toiletten muss nachgedacht werden. Die (oft beengte) Theater-Gastronomie wird vielfach geschlossen bleiben, vielleicht kann man Zuschauer*innen an ihren Plätzen mit Getränken versorgen. Am Ende wird man mehr Personal benötigen – bei weniger Zuschauer*innen. Viel Theater für uns Theatermacher*innen. Es braucht Zeit. Und wohl auch einen Solidaritätszuschlag auf den Eintritt. Allerdings besteht Hoffnung, dass der Aufwand durch diverse Förderprogramme von Bund und Ländern abgefedert werden kann …

Überhaupt: Solidarität wird in jeder Hinsicht wichtig. Nicht nur jetzt, sondern gerade auch in der Zukunft. Denn möglicherweise gibt es kleine Theater, die aufgrund räumlicher Beschränkungen unter diesen Umständen überhaupt nicht öffnen können. Weil sie dann selbst beim besten Willen nur zehn Leute im Stück unterbringen würden. Hier wird auch Phantasie gefragt sein. So könnten größere Häuser die Produktion dieser Theater bis zur Zeit nach der Pandemie »huckepack« nehmen. Oder wenig genutzte städtische Räume könnten für Theater geöffnet werden, beispielsweise in Frankfurt das Zoo-Gesellschaftshaus, das ja ohnehin zukünftig für Kinder- und Jugendtheater genutzt werden soll. Wichtig wird aber auch sein, sich Gedanken zu machen, wie auf der Bühne selbst Sicherheit auch für die Künstler*innen garantiert werden kann. Natürlich ist das schwierig, schließlich ist Sprechtheater mit Maske genauso unbefriedigend wie Tanzperformance mit Abstands-Regel. Hier wird noch viel nachgedacht werden müssen, um künstlerische Kraft und Freiheit mit dem Schutz der Gesundheit in Einklang zu bringen. Doch vielleicht müssen auch wir Theatermacher*innen umdenken. Etwa mehr Formate produzieren, die einfach »Corona-affin« sind: Audio Walks, Monologe, Performances im öffentlichen Raum – also alles, bei dem Zuschauer wenigen oder gar keinen Akteuren in möglichst großen Räumen zusehen. Allerdings werden dies auch oft wenige Zuschauer*innen sein. Davon können die meisten Theater aber nicht (über-) leben. Man wird also das eine und das andere brauchen. Was man allerdings im Moment am wenigsten braucht, sind »Schnellschüsse«. Mit Blick auf Proben, Infrastruktur und Rechtssicherheit wäre es ohnehin wohl am besten, besser gleich bis zur neuen Spielzeit August/September zu warten – zumal der Sommer ohnehin keine Theaterzeit ist; zumindest nicht indoor …