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Quelle: Linus Berg / saasfee©

Outdoor | saasfee

Kultur en passant

Ein kleiner Film am Wegrand

Zugegeben: Um die reale Kultur ist es in diesen Tagen nicht gerade gut bestellt. Museen haben geschlossen, Theater auch, Konzerträume sowieso. Da ist man schon dankbar über jeden kleinen Kulturhappen, den man halbwegs real noch irgendwo außerhalb des World Wide Webs finden kann. Und vor allem kleine Kultureinrichtungen geben sich alle Mühe, da und dort den einen oder anderen Akzent in diesen trüben Kulturwinter zu senden.

In Frankfurt etwa gibt es den »Bürgergarten« – der vielleicht unbekannteste Park der Stadt, dessen Name wohl nicht einmal allen Stadtplaner*innen geläufig sein dürfte. Es ist jener sogenannte »Tiefgarten« nahe dem Eschenheimer Turm in den dortigen Wallanlagen, jene kleine Reminiszenz in die alten herrschaftlichen Bürgergärten, die einst in dem grünen Band rund im die Frankfurter Innenstadt angelegt waren. Dort kann man sich dieser Tage für ein paar Minuten auf einer der Bänke niederlassen und einem sanft melancholischen Film über das Wasser von Linus Berg folgen. Es ist eine kleine, dreiminütige Endlosschleife, den die dort ansässige Kreativenschmiede saasfee in ihrem Pavillon oberhalb des kleinen Parks auf einer großen Leinwand dem hier passierenden oder kurz verweilenden Publikum präsentiert. An einem Ort, an dem man zu anderen Zeiten übrigens auch Klanginstallationen lauschen kann, ebenfalls initiiert von jenen Kreativen, die in besseren Tagen auch mit Ausstellungen in ihren Räumen aufwarten. Übrigens einer der ältesten bestehenden Off Spaces in der Stadt. Nicht selten werden diese kleinen Kunst-Happen übersehen oder überhört. In diesen Tagen sind sie allerdings ziemlich konkurrenzlos. Und es lohnt sogar ein kleiner Abstecher dorthin … (vss.).

Linus Berg / saasfee©
Es muss nicht immer die Zugspitze sein
Quelle: Tiia Monto | CC-BY-SA-3.0 (Details s.u.)©

To Link | Süddeutsche

Raus, aber richtig

Alternative Wander-Fakten

Die Zeitung unserer Wahl, wenn es um »Outdoor« geht, ist mittlerweile häufig die Süddeutsche. Kunststück: Die Nähe der bayerischen Hauptstadtzeitung zu den Bergen gibt ihr eine geradezu natürliche Expertise. Uns fielen deshalb zuletzt auch gleich zwei spannende Artikel auf, die nicht nur etwas über Berge und Ausrüstungen verraten, sondern fast schon outdoor-philosophisch sind. »Einsame Spitze« war im gleich mehrfachen Wortsinn eine essayartige Reportage vom Sommer. Autor Dominik Prantl nimmt einen mit auf eine vier- bis fünfstündige Tour hinauf zum Hochwanner. Nicht ohne eine kurze Einführung vorab allerdings. Eine Einführung über das Los des »ewigen Zweiten«. Der Hochwanner nämlich ist der zweithöchste Berg Deutschlands – in Sichtweite zur Zugspitze. Sein Aufstieg ist zwar auch mühsam, aber ungleich beschaulicher und einsamer als der zum »Klassenbesten«, den man allerdings vom Hochwanner aus trefflich studieren kann. Und ganz oben noch mit dem erhebenden Gefühl, tatsächlich alleine auf einem Gipfel zu stehen – und zwar auf einem der beiden höchsten der Republik. Das, so der Autor, sei jedenfalls mehr, »als die Zugspitze jemals bieten könne«. Eine Reportage, ganz sicher lesenswert für sich – aber ganz sicher auch für alle, die dieser Tage in FrankfurtRheinMain alleine in Massen auf irgendwelche Feldberge oder Hohe Marken wollen. Ach ja, auch der andere Artikel, der uns auffiel, geht in eine ähnliche Richtung. In »Winterwandern: Hauptsache draußen« geht es um das winterliche Wandern an sich, was es ausmacht und was man dafür braucht. Und natürlich: Dass es nicht darauf ankommt, den einen Punkt anzustreben, an dem alle bereits sind … (sfo.)


Kalendarium oder Teil einer Architektur ?
Quelle: E-W/Wikipedia |©

Off- und Online | Am Glauberg

Dem Keltenfürsten annähern

Keltenkultur outdoor und online zu besichtigen

Es gibt Orte, die hat man ganz sicher nicht direkt auf dem Schirm, wenn man in dieser Gegend Kultur sehen möchte. Nicht mal in diesen Tagen, in denen so wenig noch zugänglich ist an realer Kultur, denkt man sofort an diesen Ort. Doch der Glauberg im hessischen Hinterland leidet wohl etwas zu Unrecht unter seiner weitgehenden Unbekanntheit. Der Boden dort ist im wahrsten Wortsinn mit Kultur durchdrungen. Die Keltenwelt am Glauberg ist einer der wichtigsten archäologischen Orte des Bundeslandes. Sicht- und begehbar im Freien sind die alten Grabhügel, die mythischen mutmaßlichen Kalendarien und vor allem die rekonstruierte Statue eines Keltenfürsten. Einzig das Original des Kriegers lässt sich derzeit nicht besichtigen. Es steht im benachbarten, fast etwas futuristischen Museum, das auch noch weitere Kunstschätze der Ausgrabungen bereithält.

So ist die Keltenwelt durchaus ein Ort, den man in diesen Corona-Tagen mit viel Platz, Frischluft und ein wenig Kultur besuchen kann. Reizvoll ist mittlerweile allerdings auch ein virtueller Besuch. Neben der realen Keltenwelt gibt es seit Kurzem auch eine sehr aufwändige digitale Präsentation, auf der man sich dreidimensional von verschiedenen Seiten diversen Ausstellungstücken annähern kann. Gemeinsam mit der Technik des Fraunhofer Instituts wurden bisher sieben Objekte aufbereitet. Darunter eine berühmte Bronzekanne, mehrere Ringe sowie die Statue des Fürsten selbst. Sie lassen sich am Bildschirm von allen Seiten betrachten; selbst aus Perspektiven, die im Museum unmöglich sind. Online und outdoor – die Keltenwelt als Advents-Akzent in doppelter Hinsicht (sfo.).

E-W/Wikipedia |©
Die Onleihe Hessen
Quelle: Onleihe Hessen©

Online | Onleihe Hessen

Kiosk auf dem Sofa

Magazine und Zeitungen online

Was bleibt einem in diesen Tagen schon als raus zu gehen – oder auf dem Sofa zu bleiben und die Kultur in den eigenen vier Wänden zu suchen. Eigentlich eine gute Zeit, mal wieder in Magazinen zu blättern oder Zeitungen zu lesen. Eine Möglichkeit: rausgehen zum Kiosk, dann reingehen zum Lesen. Eine andere, die einem das Ganze gerade ziemlich leicht macht: die heimische Stadtbibliothek – zumindest, wenn man in Hessen zu Hause ist. »Onleihe« heißt deren Online-Ausleihe, die man bequem vom heimischen Sofa aus auf dem Laptop, auf dem Tablet oder auf dem Smartphone ansteuern kann. Eigens für Corona ist dieser Service aktuell in diesen Wochen für alle Menschen kostenlos freigeschaltet, die einen Wohnsitz in Hessen haben.

Im Angebot: ein Großteil der Bücher, Zeitschriften und sonstigen Medien, welche man normalerweise auch in den Regalen der Bibliotheken findet. Nun allerdings als E-Book oder E-Paper über das eigene E-Reader-Format der Onleihe bequem zugänglich. Zugegeben: Bücher digital zu lesen, ist nicht jedermanns oder jederfraus Sache (auch unsere nicht wirklich). Magazine und Zeitungen, vergänglicher und weniger haptisch, allerdings schon eher. Das Angebot der Onleihe ist vor allem bei den Magazinen und Zeitungen allerdings etwas eingeschränkt, um den Verlagen nicht direkt Konkurrenz zu machen. Aber zumindest überregionale Zeitungen wie die »Süddeutsche«, die »Neue Zürcher« oder die »taz« sind meist morgens tagesaktuell in der Auslage zu finden. Auch regionale Zeitungen wie die »FAZ« sind an diesem Kiosk zu haben, allerdings ohne die lokalen Teile der aktuellen Ausgabe. Komplett von allen halbwegs relevanten Zeitungen in und um Frankfurt fehlt eigentlich nur die »Rundschau«. Etwas zeitverzögert sind die Magazine wie »Spiegel«, »Stern« & Co., die man verständlicherweise erst zwei, drei Wochen später findet. Bis dahin kann man sie zumindest vorbestellen. Die Ausnahme sind die großen Sonntagszeitungen, die wie die Tageszeitungen am gleichen Tag zugänglich sind. Ebenfalls mit etwas Verzögerung kommen viele andere Magazine wie »Geo«, »c’t« oder »Architektur & Wohnen«. Wer einmal anfängt zu stöbern, dürfte aber durchaus bei vielen spannenden Artikeln fündig werden. Und Hand aufs Herz: Wer muss die neuesten Forschungsergebnisse zu Flugsauriern schon tagesaktuell lesen – Hauptsache, sie werden ihm oder ihr ansprechend präsentiert. Auf jeden Fall reichen die Sonntage kaum aus, sich da so durchzustöbern. In diesen Corona-Tagen ist das Angebot wie gesagt kostenlos. Doch auch ansonsten ist lediglich ein Bibliotheksausweis für meist wenige Euro im Jahr dafür nötig. Eine gute Ergänzung zur täglichen Lektüre der eigenen Tageszeitung ist das Angebot allemal. Nur von der etwas dürftigen Startseite der »Onleihe Hessen« sollte man sich nicht abschrecken lassen (sfo./vss.).


Kultur buchstäblich im Netz - aus einem digitalen Foto-Projekt der HfG
Quelle: Sima Farshid / HfG©

Online | Kalender

Virtuelle Anlaufstellen

Hessen & die Welt kulturell digital

In diesen Wochen findet Kultur vor allem und finden Veranstaltungen praktisch ausschließlich im Netz statt. Doch dort ist es naturgemäß unübersichtlich, die passende Kultur und die spannende Veranstaltung zu finden. Eine Adresse zur Suche ist sicher der AGENDA-Kalender an dieser Stelle, der mangels Alternativen zumeist eine digitale Veranstaltung pro Tag empfiehlt. Er findet sich in der Randspalte zur Seite AGENDA (in mobilen Versionen unten auf der Seite). Doch beileibe nicht nur dort kann man fündig werden. Zwei überaus hilfreiche Anlaufstellen über das Netz im Netz sind die Seiten des Goethe-Instituts und des Hessischen Museums für Kunst und Wissenschaften – zwei quasi offizielle Kultur-Agenden (und -Agenten). Auf der Seite »Kulturama« des Goethe-Instituts sind vor allem viele internationale und nationale Kultur-Seiten und -veranstaltungen zu finden, die Seite »Hier erleben Sie Kunst auch digital« (ein simpler, wie prägnanter Titel) ist das hessische Pendant dazu von Seiten des Hessischen Ministeriums. Ansonsten gibt es natürlich noch den Standardtipp: Einfach immer mal wieder auf den Seiten seiner Lieblings-Kultureinrichtungen nachschauen. Es gibt kaum eine, die dort nicht digital Angebote für diese Wochen bereit hält … (sfo.).

Sima Farshid / HfG©
Kultur-Förderer wie der Kulturfonds und die Bürgerstiftung öffn(et)en Fenster für Musiker*innen
Quelle: Kulturfonds Frankfurt RheinMain©

Online | »Hauskonzerte«

Open Spaces. Open Windows.

Musiker*innen bei Kulturfonds und Bürgerstiftung

Wir kennen es schon aus der Frühzeit des Corona-Jahres. Musiker und Musikerinnen, die vor oder hinter geöffneten Fenstern sassen und standen, um den Menschen in Häusern und auf den Straßen mit kleinen Hauskonzerten der etwas anderen Art über diese Tage zu helfen. Dabei hätten sie oft auch selbst die Hilfe gebraucht. Die Stegreifkonzerte zählten zu den wenigen Möglichkeiten, mit denen die Künstler*innen nicht nur anderen Menschen eine Freude im Frühjahr bereiten konnten, sondern selbst auch sicht- und vor allem hörbar blieben. Denn ihre Bühnen und Probesäle waren ab Mitte März versperrt. Und für viele – sehr viele – damals auch ihr Broterwerb, zumal das Gros durch viele Förderraster dieser Zeit fiel. An letzterem hat sich, wenn auch sehr bedingt, etwas geändert. Doch auf Bühnen vor Publikum können sie sich auch derzeit nicht präsentieren.

Ein wenig Abhilfe schafften seit diesem Herbst die Bürgerstiftung in Frankfurt und der Kulturfonds Frankfurt RheinMain. Wer in den ersten Advents-Wochen abends am Holzhausenschlösschen in Frankfurt vorbeikam, sah und vor allem hörte an geöffneten Fenstern Musiker*innen bei ihrem klangvollen Tun. Die Stiftung hatte das Schlösschen zum Advents-Kalender umfunktioniert, an dem sich an zahlreichen Abenden ein Fenster öffnete für die Musiker*innen. Und natürlich für die Menschen, die eigens oder zufällig zu einigen Dutzenden vorbeikamen und lauschten. Der Lockdown beendete diesen Adventskalender Mitte des Monats. Nahtlos nahm zu diesem Zeitpunkt der Kulturfonds die Stafette auf. In Ermangelung eines Schlösschens öffnete er allerdings seine Internetplattform »Open Space«, auf der schon seit dem Sommer immer wieder geförderte Projekte des Fonds zu sehen sind. Seit Mitte Dezember – und in diesem Falle noch bis weit ins neue Jahr hinein – öffnen sich dort seither nun alle paar Tage virtuelle Fenster, hinter denen bekannte und weniger bekannte Künstler*innen der Region Hauskonzerte der etwas anderen Art geben; eigens eingespielt für diesen Winterreigen. Die Bandbreite der meist freien Musiker*innen reicht von Kompositionen des 16. Jahrhunderts bis zu Jazz-Collagen unserer Tage. Das Wort »Hauskonzert« können mithin beide Initiatoren auf unterschiedliche Weise für sich in Anspruch nehmen. Und noch eines verbindet sie: Hinter den Fenstern erhalten die Künstler*innen nicht nur Gehör, sondern auch ein kleines Honorar. Ein seltener Benefit für alle Seiten sozusagen (sfl.).


Das 1822-Forum: ein Klassiker der Fahrgasse - leider gerade nur von außen zu besichtigen
Quelle: Hans-Jürgen Herrmann©

Outdoor | Fahrgasse

Kunst im Schaufenster

Frankfurt bescheidene Galerien-Szene

Die Fahrgasse ist so etwas wie das Herz der Frankfurter Galerien-Szene. Und in diesen Corona-Tagen einer der wenigen Orte in der Stadt, um Kunst nicht nur digital zu sehen. Leider muss man sagen, dass »die Szene« daraus herzlich wenig macht – ganz besonders in diesen Tagen. Immerhin: Drei, vier Orte geben zumindest Anlass, in den so kunst-freien Lockdown-Wochen hier doch einmal vorbeizuschauen. Allen voran – nicht nur geographisch, wenn man vom Main her kommt – die Galerie Brigitte Maurer. Die Doyenne dieser Kunst-Straße belegt immer wieder, dass man auch mit konservativer Kunst innovativ-anspruchsvolle Akzente setzen kann. In vergangenen Jahren ließ sich dies oft an fein-kunstvollen Papierarbeiten sehen, für die sie ein besonderes Händchen zu haben scheint. Eine ähnlich haptisch-sinnliche Note strahlen allerdings auch jene Holzarbeiten von Aja von Loeper, Joseph Stephan Wurmer und Paul Diestel aus, die als »Konturen der Natur« noch bis Januar bei Maurer zu sehen sind.

Den Gegenpol im wahrsten Wortsinn bildet künstlerisch und am anderen Ende der Straße wie so oft Andreas Greulich. Man muss das, was er zeigt, nicht mögen. Aber man muss ihm Respekt zollen, immer wieder eigenwillige Künstler*innen zu präsentieren, die offenbar auch ihre Kundschaft finden. In diesen Wochen etwa sind es die grell-extravaganten Arbeiten von Tessa Wolkersdorfer. Doch damit ist man fast schon durch mit dem, was man für eine geballte Galerien-Szene unweit des Museumsufers erwarten würde. Während neben Maurer und Greulich sonst sehr viel einfallslose Gebrauchs-Kunst die Straße füllt, gibt es wenigstens noch drei, vier »Outsider«, welche den Ort immer wieder zumindest beleben und so etwas wie »Szene« ausstrahlen. In diesen Tagen sind allerdings zwei davon – das 1822-Forum und der Mixer – leider geschlossen beziehungsweise haben die Räume wenig originell untervermietet. Einzig dort, wo die Kunst selbst nur Untermieter ist, gibt es etwas zu sehen. Das »Maria«, deren Besitzerin eigentlich Mode verkauft, hält sich wieder einmal eine Wand für originelle Zeichnungen frei. Und das »YokYok«, das kleine Kunst-Kiosk, ist zur Schaufenster-Galerie mit Getränke-Verkauf mutiert. Immerhin: Zumindest das Quartett aus Maurer, Greulich, Maria und YokYok lohnt einen Abstecher in diesen sonst so wenig kunstvollen Tagen. Und dies galt und gilt sowohl in den frühen Advents-Tagen wie auch danach, wenn man zumindest durch die großen Schaufenster noch einiges an Kunst auf engem Raum erhaschen kann … (vss.).