Ab nächster Woche öffnen wieder viele Museen in FrankfurtRheinMain; wenn auch vorerst nur mit einem sehr eingeschränkten Zugang nach vorheriger Anmeldung. Unter den wieder geöffneten Häusern wird sich wohl auch das Jüdische Museum in Frankfurt befinden. Es zeigt derzeit in einer Sonderausstellung an zahlreichen Beispielen die weibliche(n) Seite(n) Gottes. Mal witzig, wie in einem Video gleich beim Betreten der Ausstellung. Mal eher tiefschürfend, mit zahlreichen Details, Objekten und Vertiefungen in der weiteren Ausstellung. Im doppelten Wortsinn ergeben sich somit in der kommenden Woche gute Gelegenheiten, einen etwas anderen Zugang und neue Perspektiven zu finden – in dieser wie auch in den anderen Ausstellungen, die kommende Woche in limitierter Form öffnen. Bleibt zu hoffen, dass die neue Vielfalt einen (und auch eine) hoffentlich weniger verwirren als Noah beim Rundgang durch die Gottheiten. Der Film aus dem Entrée hier schon mal als Vorgeschmack. Und apropos: Die Göttinnen sind die einzigen, die ohne Maske in die Ausstellung(en) dürfen … (red.).

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Facing Frankfurt auf dem Weg nach Offenbach
Quelle: Montez / Alexander Salivonchyk©

Kleine Kultur-Dates [2]

Im Osten viel Kunst

Spaziergang im Osten Frankfurts

Unser Spaziergang beginnt unter der Honsellbrücke im Frankfurter Ostend. Vor dem Kunstverein Familie Montez; schon seit Wochen einer der wenigen Orte, an denen man – wenn auch etwas indirekt – Kunst sehen kann. Durch die großen Fenster blickt man in die mächtige Halle. Unter dem Titel »Facing Frankfurt« hat der Künstler und frühere Städelschüler Alexander Salivontschik dort verschiedene großformatige Arbeiten versammelt. Sie bilden jene Menschen ab, die Gefahr laufen, von der Stadt verschluckt zu werden. Auf den Werken, die in großen Teilen Gesichter zeigen, finden sich vor allem Darstellungen von Armut und Sucht. Sie zeigen die weniger Privilegierten. Die in engen oder gar keinen Wohnverhältnissen. Die, die in einer Stadt wie Frankfurt nur zu leicht an den Rand gedrängt werden. Durch die Fenstergalerie sind die zwölf Arbeiten gut zu sehen, und es scheint beinahe so, als würden die gemalten Gesichter aus den Bildern zurückschauen, an uns vorbei und auf die Stadt, aus der sie stammen …

Schon der Blick von außen auf die Bilder ist eindrucksvoll. In einigen Tagen wird man aber wohl auch hier wieder sein persönliches Kunst-Date verabreden können. Dabei haben auch solche Schaufenstergalerien ihren Charme. Spaziert man weiter am Main entlang, vorbei an Gerbermühle und Schleuse, kommt man zum Offenbacher Hafenviertel. Genau hier, im Neubaugebiet mit Bioladen und teureren Cafés als im Rest der Stadt, sind in den letzten Monaten drei studentisch kuratierte Ausstellungsräume entstanden. Angrenzend an den Hafenplatz liegt das magma maria. Hier läuft momentan die Ausstellung »Window Smooches«. Noch bis zum 7. März (und vielleicht auch etwas länger) können durch die Schaufenster die Arbeiten von 57 Studierenden der Hochschule für Gestaltung betrachtet werden. Doch muss es nicht beim Sehen bleiben: alle ausgestellten Kunstwerke können auch über Ebay-Kleinanzeigen erworben werden. Beinahe direkt nebenan, nur ein paar Schaufenster weiter, eröffnete mit der Arbeit »Verteidigen« von Lars Thomas gerade der Ausstellungsraum window 404, der nach und nach Arbeiten von Studierenden der elektronischen Medien zeigen wird. Als Abschluss des Spaziergangs lohnt es sich, noch einmal am flowershop Offenbach vorbei zu gehen, kuratiert von Studierenden der Malerei. Bis vor kurzem war hier durch die Schaufenster die Gruppenausstellung »Sugar Tip« zu sehen, für die einzelne time-slots verabredet werden konnten. Die Ausstellung ist zwar vorbei, aber die Arbeiten kann man mit etwas Glück bis zum Beginn der nächsten Ausstellung noch sehen … (stn.).

Montez / Alexander Salivonchyk©
Kalendarium oder Teil einer Architektur ?
Quelle: E-W/Wikipedia |©

Off- und Online | Am Glauberg

Dem Keltenfürsten annähern

Keltenkultur outdoor und online zu besichtigen

Es gibt Orte, die hat man ganz sicher nicht direkt auf dem Schirm, wenn man in dieser Gegend Kultur sehen möchte. Nicht mal in diesen Tagen, in denen so wenig noch zugänglich ist an realer Kultur, denkt man sofort an diesen Ort. Doch der Glauberg im hessischen Hinterland leidet wohl etwas zu Unrecht unter seiner weitgehenden Unbekanntheit. Der Boden dort ist im wahrsten Wortsinn mit Kultur durchdrungen. Die Keltenwelt am Glauberg ist einer der wichtigsten archäologischen Orte des Bundeslandes. Sicht- und begehbar im Freien sind die alten Grabhügel, die mythischen mutmaßlichen Kalendarien und vor allem die rekonstruierte Statue eines Keltenfürsten. Einzig das Original des Kriegers lässt sich derzeit nicht besichtigen. Es steht im benachbarten, fast etwas futuristischen Museum, das auch noch weitere Kunstschätze der Ausgrabungen bereithält.

So ist die Keltenwelt durchaus ein Ort, den man in diesen Corona-Tagen mit viel Platz, Frischluft und ein wenig Kultur besuchen kann. Reizvoll ist mittlerweile allerdings auch ein virtueller Besuch. Neben der realen Keltenwelt gibt es seit Kurzem auch eine sehr aufwändige digitale Präsentation, auf der man sich dreidimensional von verschiedenen Seiten diversen Ausstellungstücken annähern kann. Gemeinsam mit der Technik des Fraunhofer Instituts wurden bisher sieben Objekte aufbereitet. Darunter eine berühmte Bronzekanne, mehrere Ringe sowie die Statue des Fürsten selbst. Sie lassen sich am Bildschirm von allen Seiten betrachten; selbst aus Perspektiven, die im Museum unmöglich sind. Online und outdoor – die Keltenwelt als Kulturtipp für alle Corona-Lebenslagen (sfo.).

E-W/Wikipedia |©
Kunsthalle Darmstadt - viel Platz in den lichten Räumen
Quelle: Kunsthalle©

Kultur | Ausstellungsräume

Wieder was zu sehen

Museen proben die Kunst zu öffnen

Museen und Ausstellungsräume hatten im Corona-Jahr 2020 einen schweren Stand. Hörte man sich um, lag der Besuch die meiste Zeit bei etwa 20 bis 30 Prozent gegenüber »normal«. Wenn man mal geöffnet haben durfte. Etwas paradox war die Situation schon. Bei aller Vorsicht einer solchen Aussage: Aber gerade Museen und Ausstellungsräume gehörten wohl zu den eher sicheren (Kultur-) Orten in der Region. Zum einen bieten gerade Häuser wie die Museen Angewandte und Moderne Kunst in Frankfurt, das Museum Wiesbaden oder die Kunsthalle Darmstadt per se viel Platz durch ihre weiten, großzügigen Räume. Zum anderen sorgte das zusätzlich ausgedünnte Publikum in den auch sonst selten überlaufenen Kunsttempeln für viel Freiraum. Vor allem aber hatten die Häuser im Laufe der Zeit ausgefeilte Hygiene-Konzepte entwickelt, die sicher mehr Sicherheit verhießen, als dies über viele Wochen des vergangenen Jahres auf Opern- oder Friedberger Plätzen in Frankfurt der Fall war. Einzig Lüften ist zuweilen ein Problem.

Nun also scheint das auch bei der Politik angekommen zu sein. Wenn auch in einer ziemlichen »Nacht-und-Nebel-Aktion«. Die Häuser dürfen – mit Einschränkungen – wieder öffnen. Das trifft sich ganz gut, können manche von ihnen doch nicht nur mit viel Freiraum, sondern auch mit guten Ausstellungen punkten. Neben den Angeboten der genannten Museen – die Darmstädter Kunsthalle eröffnet »Genaro Strobel« sogar punktgenau am Wochenende – gehören dazu sicher auch sehr unterschiedliche Highlights wie »Einfach Grün« (Architekturmuseum Frankfurt)»Tomàs Saraceno« (Landesmuseum Darmstadt), »Die weibliche Seite Gottes« (Jüdisches Museum Frankfurt) oder »Was ist Natur?« (Sinclair Haus, Bad Homburg), wobei im Sinclair Haus tatsächlich der Platz recht eng ist. Mit Platz und gutem Programm können aber auch kleinere Häuser wie die diesmal Frankfurter Ausstellungshalle sowie die ebenfalls in der Main-Metropole angesiedelten Kunstverein Montez, Heussenstamm oder Galerie Peter Sillem aufwarten. Denn was für viele Museen gilt, stimmt häufig auch für diese Orte. Zwar haben sie per se weniger Platz, dafür aber schon immer auch deutlich weniger Besucher*innen. Das Heussenstamm etwa begrüßte zuletzt in seinen Ausstellungen einige Dutzend Gäste pro Tag unter der Woche. Kleine Galerien etwa rund um die Frankfurter Fahrgasse, in die eigentlich noch weniger Menschen passen, begrüßen ihre Gäste ohnehin meist nur »per Handschlag« (was in diesem Falle natürlich als Redewendung gemeint ist); und zwar völlig unabhängig von Corona. Zudem gelten auch dort Hygienekonzepte, sind etwa Maskentragen und Desinfektionsmittel Standard. Gerade »die Fahrgasse«, wo auch Ende 2020 manche Galerien als Einzelhändler offen blieben, hat übrigens ganz gute Voraussetzungen: viele Räume nebeneinander und viel Platz in der Straße dazwischen. Sie alle können sich nun also als Avantgarde für die restliche Kultur fühlen und dürfen ab nächster Woche vorerst mal wieder geöffnet haben. Ob es allerdings auch alle schaffen, zu öffnen, ist die andere Frage. Vor allem kleinere Ausstellungshallen hätten sich gerne ein wenig mehr Vorlauf gewünscht. Ihnen fehlt jetzt oft gleich in mehrfacher Hinsicht Personal: das eine zur Aufsicht und das andere zur Anmeldung. Denn das eine hatten sie in den letzten Monaten nicht im Keller gelagert, und das andere nie gehabt. Die Formulierung »die Kunst zu öffnen« könnte bei ihnen durchaus eine doppelte Bedeutung haben … (sfo.).

Kunsthalle©
The Cube von Jens J. Meyer
Quelle: Internationaler Waldkunstpfad©

Orte & Kunst | Darmstadt

Zur Kunst in den Wald

10. Internationaler Waldkunstpfad 2020

In Europa leben die Menschen bekanntlich vornehmlich im Wald. In manchen Ländern wie Österreich gibt es sogar ganze Waldstädte. Das hatte sich zwischenzeitlich sogar bis in die USA und ins Weiße Haus herumgesprochen. Was bisher noch weniger bekannt ist: Auch Kunst und Kultur finden in unseren Breitengraden natürlich in der Natur statt. Das Zentrum europäischer Waldkultur ist bekanntlich Darmstadt. Wer sich für moderne Kunst interessiert, kommt nicht um das dortige Internationale Waldkunstzentrum herum. Mit seiner in US-Experten-Kreisen zeitweise bereits vor Venedig angesiedelten Biennale wird es alle zwei Jahre zum Mekka moderner Kunst. Internationale Künstler*innen wie die US-Amerikanerin Regina Walter zog es auch 2020 wieder dorthin. Die bekannte Urbanitäts-Künstlerin war nicht nur für die Eröffnungs-Performance mit bleibendem Kunstwerk verantwortlich. Als Artist-in-Residence wurde sie eigens eingeladen, um den Menschen im europäischen Wald auch einmal näher zu bringen, dass es auch andere Formen von Zusammenleben gibt. Weitere 15 Künstler*innen aus sieben Ländern hatten das Biennale-Motto »Kunst/Natur/Identität« mit Leben und mit zahlreichen Installationen, Performances und BankART gefüllt. Zugegeben: In hinterwäldlerischen Europa ist nicht alles so professionell wie den USA. Doch in der Folge kam eben auch hierzulande niemand auf die Idee, die Kunstwerke am Ende der Ausstellung einfach wieder wegzuräumen – wovon auch derzeit noch viele kunstbeflissene Europäer profitieren. Zumal die Darmstädter Museumsmacher*innen dabei schon lange vor Corona auf Abstand geachtet haben. Damit die Menschen nicht pulkartig in ihrem Waldmuseum herumstehen, führt eigens der Waldkunstpfad durch diesen buchstäblich öffentlichen Raum. Gerüchten zufolge sollte 2020 übrigens der international renommierteste Waldexperte aus Washington die Ausstellung eröffnen. Er musste sein Kommen allerdings auf den nächsten Waldkunstpfad 2022 verschieben – sofern er in den USA bis dahin noch ein paar offene juristische und steuerrechtliche Fragen geklärt hat … (sfo.).

Internationaler Waldkunstpfad©
Bei Anruf Kunst
Quelle: Nassauischer Kunstverein©

Kleine Kultur-Dates [3]

Von Stromern und Briefkästen

Wo die Kultur noch was zu sagen hat

Sie haben seit Monaten fast ein »Abo« in unseren Kulturtipps. Aber die Ideen aus dem Nassauischen Kunstverein Wiesbaden gehören tatsächlich immer wieder zu den ungewöhnlichsten und interessantesten, die sich derzeit finden lassen. Ihre neuen Ausstellungen »Spaces and Species« sowie »Tightrope«, die übrigens bereits ab Montag auch real zu buchen sind, begleiten sie diesmal mit einem »Pandemie-Telefon« – eine sympathisch altmodische Alternative zur digitalen Ausstellung. Für Menschen, die für letztere nicht den Zugang oder die nötige Infrastruktur haben, und für jene, die schlicht genug haben von Online-Lesungen und gestreamten Konzerten. Per Mail oder Telefon können Termine für Führungen vereinbart werden. Per Post wird dann ein Umschlag mit Fotos der Exponate verschickt. In einem persönlichen Gespräch mit einer Kunstvermittlerin am Telefon wird daraus schließlich eine erlebbare Ausstellung. Für einen Ausstellungsbesuch wie beinahe zur alten Zeit, braucht es also nur ein Telefon und einen Briefkasten …

Kultur lebt ja bekanntlich auch vom Austausch. Für viele war es gerade dieser, den sie in der kulturlosen Zeit der Pandemie schmerzlich vermissten. Aber ganz trostlos und allein gelassen ist man eben doch nicht. Nicht nur in Wiesbaden, sondern an vielen Orten haben sich Kulturschaffende im letzten Jahr Gedanken gemacht und es geschafft, dem kulturellen Schweigen hier und da etwas entgegenzusetzen. Das Hessische Literaturforum im Mousonturm beispielsweise scheint den fehlenden Austausch ebenso zu vermissen wie seine Besucher*innen. Deswegen haben Björn Jager und Christian Dinger einen Podcast ins Leben gerufen. Bei »stromern on air« werden Autor*innen eingeladen, für die die beiden sich besonders interessieren. Das Thema der einzelnen Folgen wählen die Gäste selbst, und so gelingt ein Gespräch, in dem von Kultur über Literatur bis hin zu trash tv alles möglich ist. Diese Gespräche sind so klug und unterhaltsam, dass die beiden es beinahe schaffen, einen Besuch im Literaturforum vor dem inneren Auge aufsteigen zu lassen – so als sei nie etwas gewesen.

Ebenso an einen eigenen Podcast gewagt hat sich die HfG Offenbach unter der Moderation von Felix Kosok. Unter dem Namen »Off_line« wird wöchentlich mit Gästen über Fragen zu Gestaltung, Kunst und Design gesprochen. Immer wiederkehrendes Thema ist die Zukunft: Wie sieht die Lehre der Zukunft aus? Wie die Technologien? Wie ernähren wir uns in Zukunft, und welche Schwierigkeiten hält sie für uns bereit? Das sind nur einige Fragen, über die in den mittlerweile sechzehn Folgen gesprochen wurde. Darmstadt dagegen scheint sich mit dem von Lukas Einsele und Albrecht Haag geleiteten interdisziplinären Projekt »Kultur einer Digitalstadt« schon auf halbem Wege in diese Zukunft zu befinden. Die Internetseite richtet sich an Kulturschaffende aus verschiedenen Gebieten. Zu hören und diesmal auch zu sehen sind dort etwa die »Nah*Einander Statements«, in denen Darmstädter Künstler*innen selbst zu Wort kommen und sich und ihre Arbeit vorstellen, oder die Reihe des »Digital*Salons«, der Räume zum kulturellen Diskurs eröffnen will. Und siehe da: Es gibt sie sogar, die digitale Kultur und die digitalen Künstler*innen, die sogar die Pandemie überleben könnte(n) … (stn.).

Nassauischer Kunstverein©
Nicht nur in der Naxoshalle: Auf der Suche nach den letzten Kulturresten
Quelle: Seweryn Zelazny / Naxoshalle©

Kleine Kultur-Dates [1]

Für ein paar Minuten Kunst

Ein paar fast reale Kulturperlen

Auch wenn es Hoffnung gibt. Kultur ist trotzdem noch rar in diesen Tagen. Sie macht dies allerdings nicht freiwillig. Sondern noch immer »verordnetermaßen«. So rar, dass viele sie schon vermissen. Manche Kulturinstitutionen trifft man derzeit zwar im Internet. Doch dies ist eine Art von Kultur, mit der sich nicht alle Kulturschaffenden abfinden wollen. Einige leisten zumindest ein wenig reale »Gegenwehr«. Die vielleicht charmanteste Idee hatten die Macher*innen der Naxoshalle in Frankfurt. »Auf ein Stündchen« heißt ihre Aktion, in der Ensemble-Mitglieder freitags und samstags eben jenes Stündchen lang mit Kulturinteressierten eins zu eins durch die Stadt spazieren und plaudern. Immer ein Ensemblemitglied mit einem / einer angemeldeten Besucher*in. Auf Du und Du mit Künstler oder Künstlerin sozusagen – gleichwohl aber stets mit Maske und Abstand. Und eine »Zweibahn«-Aktion: denn erklärtermaßen – so die Naxos-Macher*innen – vermissen auch die Kulturschaffenden die Kulturinteressierten …

»Auf ein Stündchen« ist eine jener kleinen Kulturperlen, die sich dieser Tage da und dort noch finden lassen. Eine andere ist ebenfalls in Frankfurt und ebenfalls bei einem Spaziergang (wenn auch diesmal ohne organisierte künstlerische Begleitung – es sei denn, man organisiert sich diese selbst) jeden Nachmittag und Abend in den Wallanlagen nahe dem Eschenheimer Turm zu erleben. Dort am sogenannten »Bürgergarten« – jenem kleinen tiefergelegten Mini-Park, den nur wenige Frankfurter mit Namen kennen – steht der kleine Glaspavillon der ebenfalls kleinen Kreativenschmiede saasfee, durch dessen große Glasscheiben sich allabendlich ein Videoprojekt oder ein Kurzfilm sehen lässt. Nach Linus Bergs zauberhaftem Film mit dem Schwan im Januar lief dort im Februar »Disco Disse Dance« (Derzeit pausiert das Angebot). Überhaupt: Wer mit offenen Augen durch die Region läuft, findet immer wieder mal kleine Kunststücke dieser Art. In Wiesbaden etwa spielt im Nassauischen Kunstverein im Foyer begleitend zu den (noch geschlossenen) Ausstellungen eine kleine Kurzfilmschau: sichtbar durchs Portal, den Ton erhält man durch den Briefkastenschlitz. In Offenbach lässt sich an verschiedenen Stellen der Stadt ebenfalls noch immer über einige letzte Exponate des einstigen afip-Skulpturenparks stolpern. Und nochmals in Frankfurt – aber etwas weiter draußen – kann man einen Ausflug zum Niederräder Licht-und-Luft-Bad und zu einem dort präsentierten Fotowerk von Niko Neuwirth ebenso unternehmen wie zu den Ateliers West im Gallus, wo die ansässigen Künstler*innen ihre Kunst immer wieder buchstäblich in die Schaufenster stellen. Nächste Woche übrigens mit dem nächsten Anlauf … (vss.).