Ffm. | Vom Rande betrachtet (bw.)

Mikrokosmos Bahnhofsviertel

Fotografische Kolumne zur Bahnhofsviertelnacht

Vom Rande betrachtet (bw.)

16 Jahre Theater am Fluss

Die fotografische Kolumne von Barbara Walzer

Urban21 | Die Erde von oben

Menschenlandschaften

eoVision dokumentiert den »Human Footprint«

Die Aufnahmen sind unheimlich schön. Einige der Bilder sehen aus wie moderne Kunst. Und in der Tat ist das, was man sieht, künstlich. Und von Menschen geschaffen. Doch diese Menschen waren keine Künstler, ihre Werke nicht wirklich künstlerisch. Eher im Gegenteil. Und das macht die Aufnahmen zugleich ganz schön unheimlich. Der Wiener Verlag eoVision dokumentierte in dem einzigartigen Bildband »Human Footprint« mit fantastischen Satellitenaufnahmen das menschliche Handeln auf der Erde. Die Art und Weise, wie dieser Mensch in den Planeten eingreift, ihn gestaltet und zugleich auf ewig seinen Fußabdruck dort hinterlassen dürfte. Die Bilder aus 480 bis 680 Kilometern Höhe gleichen tatsächlich modernen Kunstwerken, sind aber nichts anderes als gewaltige Rohstoffminen, künstliche Stadtanlagen oder vor sich hin rostende Schiffsfriedhöfe von oben betrachtet. Und sie erzeugen damit beim Betrachter gleichermaßen Faszination wie Irritation. Urban shorts dokumentiert eine kleine Auswahl dieser insgesamt 127 in jeder Hinsicht eindrucksvollen Bilder (sfo.).

ISTANBUL'DAN BIR CARTPOSTAL* (HAK.)

Des Sultans neue Paläste

Erdoğans gigantische Bauprojekte

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan zementiert derzeit seine Macht. Nicht nur mit Wahlen, sondern auch ganz real in Istanbul und Ankara. Die Türkei und dessen alte Metropole Istanbul galten schon immer als Brücke zwischen Orient und Okzident. Drei Mal waren sie das Zentrum eines Weltreiches. Erst war das einstige Konstantinopel Hauptstadt des Römischen, danach des Byzantinischen Reiches und dann auch die Kapitale der Osmanen. An die alte Größe – vor allem der Osmanen – möchte auch der mittlerweile umstrittene heutige Präsident Erdoğan anknüpfen. Und zwar mit gewaltigen Bauprojekten. Riesige Moscheen und Paläste hat er bereits errichten lassen, mächtige Brücken und Tunnel vereinfachen mittlerweile die Verbindungen zwischen dem europäischen und dem anatolischen Teil der Metropole. Manches davon ist sicher auch dem gewaltigen Wachstum mit offiziell 15 Millionen, vielleicht aber schon bald 20 Millionen Menschen geschuldet und sieht aus wie die Fortführung seiner Arbeit als ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt in den 90er Jahren. Doch zugleich stecken hinter den Bauten noch andere Ziele: die symbolhafte Stärkung des Landes als Mittelmacht zwischen Orient und Okzident, die Neujustierung des Staates zwischen Demokratie und Islam, die Bedienung der eigenen muslimischen und anatolischen Klientel sowie letztlich wohl auch die Schaffung des eigenen Denkmals und des Platzes in den Geschichtsbüchern. Nicht wenige sprechen denn auch vom »neuen Sultan am Bosporus« und seinen Palästen (hak.).

Tarjeta Postal de Cuba* (sub.)

See (this) Cuba as long as it still exists

Bilder von einer Reise ins ausklingende Kuba Fidel Castros

Kuba – lange Jahrzehnte lebte der Inselstaat in der Karibik sein eigenes Leben. Scheinbar losgelöst von der Welt, geführt von einem der letzten Revolutionäre Fidel Castro, als Gegenmodell zum »Klassenfeind« USA, sozialistisch noch in der nach-sozialistischen Ära dieser Welt. Seit einigen Jahren ist dieses selbstgewählte Eigenleben am Aufbrechen. Ein vorsichtiger Abbau des Sozialismus, eine spektakuläre Wiederannäherung an die USA noch unter Barack Obama sowie der Tod des »Übervaters« Fidel Castro markieren einen langsamen Aufbruch zu einem neuen Kuba. Urban shorts-Redakteurin Susanne Benner hat noch zu Lebzeiten des Máximo Líder die Karibik-Insel bereist. Ihre Fotos zeigen noch das alte, gerne auch leicht verklärte Kuba. Ein skurriles und manchmal trostloses, aber in der karibischen Sonne und mit seinem konsequenten Anti-Amerikanismus auch immer irgendwie charmantes sozialistisches Biotop, das wohl in nicht gar zu ferner Zukunft der Vergangenheit angehören könnte … (red.).

Ffm. | Vom Rande betrachtet (bw.)

Bunt. Lebendig. Kreativ.

10 Jahre Parade der Kulturen

720.000 Menschen leben in Frankfurt. Mittlerweile haben mindestens 360.000 dieser Menschen ausländische Wurzeln. Managerinnen, Busfahrer, Händler, Lehrerinnen, Betreuer, Rentnerinnen, Kinder. Es gibt wohl kaum mehr eine Nation, die in dieser Stadt nicht vertreten ist. Und es gibt fast nichts mehr, was sie in dieser Stadt nicht machen (dürfen). Einmal im Jahr feiern sie sich – und feiert die Stadt sich als der vielleicht am meisten multikulturelle Schmelztiegel Deutschlands. Wohl einzig der »Karneval der Kulturen» in Berlin ist damit zu vergleichen. Seit nunmehr genau zehn Jahren ist die »Parade der Kulturen« das weithin strahlende und oft auch unüberhörbare Symbol für die bunte (multikulturelle) Vielfalt dieser Metropole. Unsere Fotografin Barbara Walzer, selbst mit dem Fall der europäischen Mauern einst aus Polen nach Frankfurt gekommen, begleitet sie seit vielen Jahren mit ihrer Kamera. Urban shorts zeigt Bilder von ihr aus diesem ersten Jahrzehnt »Parade der Kulturen«. Bunt, lebendig, kreativ, anders – Bilder, die gleichzeitig zeigen, was diese Menschen dieser Stadt geben … (vss.).