Virtual Artist | Niko Neuwirth

N.N. – Zwischen Häusern

Subversive Baustellen-Betrachtungen (2)

Niko Neuwirth ist ein Spezialist für ungewöhnliche Fälle und Fotografien. Für »Facing Europe« reiste er mehrfach quer durch Europa und fotografierte Menschen, die ihm begegneten. Sein aktuelles Projekt ist Frankfurt. Genauer: die Baustelle(n) Frankfurt(s). Nachts begibt er sich auf Baustellen und auf die Dächer der Stadt. Je höher, desto besser. Und er sucht die ungewöhnlichen Motive, die sonst nur wenige sehen (können). Neue Blick- und Stadtlandschaften tun sich auf. In der Stadt, die längst eine permanente Baustelle geworden ist. »Nachts über Frankfurt« ist ein urbanes und künstlerisches Projekt zugleich. Und in gewisser Weise – trotz der teils schwindelnden Höhen, in denen es entsteht – ein subversives. Urban shorts, das urban-kulturelle Magazin, dokumentiert erneut einige dieser Momentaufnahmen aus den nächtlichen »Beutezügen«. Und: Urban shorts und Niko Neuwirth werden auch weiterhin diese Betrachtungen der Stadt mittels ihrer Baustellen fortsetzen. Im Laufe der Zeit werden weitere Bilder auftauchen. Lose und in lockerer Folge – so wie ihr Fotograf selbst immer wieder auf den Baustellen der Stadt erscheint und mit seiner ungewöhnlichen »Bildbeute« wieder entschwindet … (vss.).


Bauzäune, Autos, E-Scooter und Smombies - Was so alles auf Geh- und Radwegen beheimatet ist ...
Quelle: urban shorts / Fotografen / Künstler (Details s. unten)©

Neben unseren Straßen

Urban-mobiler Overkill?

Von Gehwegen, Radwegen und Standspuren

Dass Straßen in Großstädten vor lauter fahrenden und vielfach stehenden Autos immer mehr zum Ärgernis werden, ist längst kein Geheimnis mehr. Nicht von ungefähr fordern immer mehr Bürger*innen autofrei(er)e Innenstädte. Doch auch auf Rad- und Gehwegen wird es voller – und gefährlicher. Auf den einen kommen zu »ganz normalen« Fußgängern und Menschen mit Kinderwägen mittlerweile immer mehr irrlichternde »Smombies« hinzu und machen den Raum neben mehr oder minder regulär parkenden Autos, raumgreifenden Baustellen, Bistrostühlen und Leihfahrrädern sowie radfahrenden Kindern und deren Eltern (von denen letztere zuweilen leider übersehen, dass ihre Kinder gerade gar nicht dabei sind) zum regelrechten Parcours. Nicht besser dürfte es künftig auf Radwegen aussehen, wenn sich Radfahrer*innen, E-Biker*innen und nun auch noch E-Roller*innen die zuweilen noch als Kurzparkplatz für Autos dienenden schmalen Streifen teilen sollen. Grund genug für Urban shorts, einmal eine kleine »Bestandsaufnahme« zu machen, wie es derzeit auf Geh-, Rad- und (zunehmend auch Stand-) Wegen aussieht. Inklusive einem mehr oder minder exklusiv enthüllten Blick darauf, wie Verkehrsraum in Zukunft für die vielen Teilnehmer noch besser gestaltet werden könnte. Doch es beginnt mit einer Betrachtung jener neuen Multitasker-Spezies auf unseren Wegen, die zugleich sehen und nicht sehen, hören und nicht hören, kommunizieren und nicht kommunizieren kann – den Smombies … (red.).

urban shorts / Fotografen / Künstler (Details s. unten)©
Künftig eigene Verkehrsbereiche für Smombies?
Quelle: AlphaWhiskey • CC BY-SA 4.0 (s.u.)©

Neuer urbaner Autismus

In der Welt der Smombies

Smartphones und der öffentliche Stadtraum

Wir sind immer digitaler, vernetzter, smarter. Das hat unseren Horizont erweitert, neue Möglichkeiten eröffnet und durchaus auch Lebensqualität mit sich gebracht. Einerseits. Andererseits zuckt die Hand, sehnt sich das Auge mittlerweile unausgesetzt nach dem Display des Smartphones und wird ein auch nur Minuten währender optischer oder akustischer Verzicht auf die 200 besten Freunde offensichtlich immer weniger denkbar. Doch wie sehr man diesem Verlangen nachgibt, ist längst nicht mehr nur eine individuelle Entscheidung, denn die unentwegte Fokussierung auf das eigene Smartphone ist vor allem für Stadtbewohner im öffentlichen Raum zunehmend gefährlich. Dies belegen die steigenden Unfallzahlen. Sie konterkarieren das Ziel von Politik und Verkehrsexperten: die Vision Zero, also keine Verkehrstoten und mehr Verkehrssicherheit. Handy-Verbote am Steuer sind ein kleiner Schritt dahin.  Doch offenbar keiner, der bei den meisten Fahrern und Fahrerinnen ankommt.

Doch nicht nur Autofahrer*innen, sondern auch Radfahrer*innen und vor allem Fußgänger*innen leben zunehmend in ihrer eigenen Welt. Sorgsam abgeschirmt über Kopfhörer und Headsets, weggetaucht in virtuelle Welten ihrer Videos, Textnachrichten und wichtiger Telefonate. So stehen sie dann im günstigsten Falle mitten im Wege herum. Und im ungünstigsten Falle – für ihre Umwelt – bewegen sie sich auch noch. Das Netz hat längst einen Namen für sie: Smombies – Smartphone Zombies. Doch gerade das alltägliche Miteinander in der großstädtischen Enge basiert eigentlich im Wesentlichen auf nonverbaler Kommunikation und sozialer Interaktion. Welchen Pfad am anderen vorbei wähle ich? Hat mich der andere Verkehrsteilnehmer wahrgenommen? Wo kommen Hindernisse auf meinem Weg? Wer sich hieraus zu Gunsten auch der tollsten virtuellen Welten freiwillig verabschiedet, entscheidet sich für einen letztlich traurigen Autismus. Nicht zuletzt, weil viele Sinne verkümmern und er oder sie das Spannendste verpasst: Vielfältige und überraschende Menschen, Farben, Dinge, Gerüche und mehr, die ihn oder sie umgeben. Auch das ist ein Faktor für urbane Lebensqualität. Bislang. Noch funktioniert der Alltag in unseren Straßen weitgehend, doch der Unfalltrend ist alarmierend. Wenn er sich fortsetzt, werden Verkehrsplaner und Stadtentwickler nach sinnvolleren Lösungen suchen müssen. So könnte das, was bis vor kurzem noch als spinnerte Idee in Shanghai und im chinesischen Chongqing belächelt wurde, bald auch in unseren Städten zum Straßenbild gehören:  Die Smartphone-Spur auf Gehwegen. Und vielleicht Bußgelder für Fußgänger, die außerhalb dieser Zone dann verbotenerweise auf ihr Mobiltelefon starren. Aber möglicherweise wird auch die Technik einfach noch smarter, indem die Idee der selbstfahrenden Autos adaptiert wird: Die obligatorische und am besten sprachgesteuerte App – ganz innovativ auch als Implantat erhältlich – des Wegnavigators für Fußgänger. Wie erfolgreich die selbstfahrenden Autos und die fremdgesteuerten Menschen dann im Stadtraum zusammenleben (oder wer überlebt), ist eine andere Zukunftsfrage … (pem.).

AlphaWhiskey • CC BY-SA 4.0 (s.u.)©
E-Roller sind schon fast überall - die Gesetze folgen teilweise erst noch ...
Quelle: Sebleouf • CC BY-SA 4.0 (s.u.)©

Lettres de Lyon & de Hambourg (lys./sfo.)

Gesetze des Dschungels?

Elektroroller überrollen Europas Städte

Elektroroller überrollen zunehmend Europas Städte. Und zuweilen leider auch bereits ihre Städter*innen. Zumindest aber sorgen sie nicht nur für schnelle Fortbewegung, sondern schnell auch mal für Ärger mit anderen Verkehrsteilnehmern. Die Urban shorts-Korrespondenten Kirsten Ripper und Stephan Fockers haben sich in Frankreich und Deutschland mal nach ihnen umgeschaut … (red.).

Neun Anbieter gibt es in Paris, vier in Lyon. Die grünen, schwarz-roten oder weißen und per App auszuleihenden E-Scooter sind einfach überall, derzeit allein 15.000 in Paris – bis zum Jahresende sollen es dort bereits 40.000 sein. Schnell flitzen die Roller – oft auch mit zwei Personen darauf – über den Bürgersteig. Schon jetzt fahren Französinnen und Franzosen mit dem Roller zur Arbeit, nehmen ihn mit ins Büro, in die Metro, auf die Rolltreppe, in den Supermarkt – letzteres zumindest (noch) nicht fahrend. Sie rasen damit aber mitten auf der Straße, an den Autos vorbei, zwischen den Fahrzeugen durch. Die meisten »trottinettes électriques« fahren bis zu 25 km/h schnell, einige bis zu 40 km/h. Ganz schön schnell – wenn diese Roller an einem als Fußgängerin so vorbeirauschen.

Und das kommt mittlerweile immer häufiger vor. Denn auch die Bürgersteige sind nicht sicher vor ihnen. In Paris etwa ist es eigentlich verboten, mit dem Elektroroller auf dem Bürgersteig zu fahren. Aber das Bußgeld von 135 Euro kommt erst im Laufe des Sommers. Dann soll es auch 35 Euro Strafe kosten, die Roller einfach mitten auf der Fahrbahn oder auf dem Bürgersteig abzustellen. Tatsächlich stehen die vielen Gefährte zur Zeit einfach überall herum – frau und man kann sie einfach abstellen, wo sie oder er will. Wer dann mit dem nicht elektrischen Fahrrad oder zu Fuß unterwegs ist, muss oft höllisch aufpassen, um nicht in einen abgestellten Elektroroller zu crashen. Von den fahrenden Exemplaren ganz abgesehen. Längst überrollen die E-Scooter regelrecht die Städte. Und zuweilen auch Bürger, Bürgerinnen – und Behörden. Frankreichs Verkehrsministerin spricht bereits vom »Gesetz des Dschungels« und macht sich eilends daran, dem eigene Gesetze entgegenzusetzen (lys.).

Doch nicht nur in Frankreich sind die kleinen Elektroroller längst zum allgegenwärtigen Phänomen und zum (all-) gemeinen Problem geworden. Die einen feiern sie zusammen mit E-Bikes als neue umweltfreundliche Fortbewegungsmittel. Die anderen fürchten sie zunehmend, weil sie vor allem für den umweltfreundlichsten Verkehrsteilnehmer überhaupt zur immer plötzlicher auftauchenden Gefahr werden können: für den Fußgänger. Denn die »Neuen« haben gleich doppeltes »Überraschungspotential«: Sie nähern sich schnell und dazu noch fast lautlos. In Deutschland diskutiert man heftig über Sinn und Unsinn der Scooter, über Sicherheit und Versicherungen – und zimmerten Behörden eilends und offenbar recht planlos Gesetze für die Zulassung der kleinen Flitzer. Während anderswo die Roller zunehmend vom Trottoir verbannt werden, sollten hierzulande zunächst nur der schnellere Teil von ihnen (über 12 km/h) verwiesen werden. Mittlerweile soll dies zwar für alle E-Scooter gelten. Doch nun soll der Radweg ihre neue Heimat werden, wenn sie ab Mitte Juni auch in Deutschland rollen dürfen. Ob das der Weisheit letzter Schluss ist? Nicht nur, dass die Grenzen zwischen Fuß- und Radwegen oft fließend sind und die Radfahrer gerade erst vermehrt eigene Grenzen zu anderen motorisierten Gefährten erstreiten und sich obendrein auf ihrem Terrain auch noch der neuen E-Bikes erwehren müssen. Die Zahl der tödlichen Fahrradunfälle ist im vergangenen Jahr hierzulande um über 15 Prozent sprunghaft angestiegen. Und zwar fast genau um den Prozentsatz, der bei diesen Unfällen auf die Beteiligung eben jener E-Bikes entfällt. Ob dies besser wird, wenn auf den schmalen Radwegen künftig normale Räder, E-Bikes und E-Scooter miteinander konkurrieren … (sfo.)?


Mitten in der Mainmetropole
Quelle: Niko Neuwirth©

Urban-mobiler Overkill II

Wer wählt welche Wege?

Frankfurts neues integriertes Verkehrskonzept?

Zu guter Letzt ist Urban shorts noch ein kleiner Coup geglückt. Genauer gesagt: dem Urban shorts-Investigativ-Reporter und -Fotografen N.N.. Ihm ist es kürzlich nachts gelungen, ein Foto von einem offenbar noch geheimen Projekt der Stadt Frankfurt zu machen. An einem der Redaktion bekannten Ort wurde eine Straßenkreuzung kurzzeitig so umgestaltet, dass man und frau sich an ihr schon einmal probeweise mit dem künftig drastisch veränderten Verkehrsaufkommen auf den Geh- und Radwegen der Main-Metropole vertraut machen können. Sozusagen ein Verkehrsübungsplatz der Post-Auto-Ära in der Stadt und womöglich ein erstes (Auto-) Pilotprojekt für andere Städte in der Zukunft …  (red.).

Niko Neuwirth©
Mitten in Frankfurt
Quelle: Barbara Walzer (bw.)©

Urban:ist | Wohnen im Wandel

Städte sind für Menschen da

Jan Gehl und das menschliche Maß urbaner Entwicklung

Wohl nur wenige Menschen kämen auf die Idee, Venedig als Prototyp einer modernen Stadt zu sehen. Doch für Städteforscher Jan Gehl ist die alte Lagunenstadt am Mittelmeer die Blaupause für eine moderne Metropole. Nein, nicht wegen der Gondeln (wobei sich die in Frankfurt sicher auch ganz gut machen würden), sondern wegen der dichten Bebauung, der kurzen Wege, einer weitgehend gemischten Nutzung der Viertel und dem naturgemäß fehlenden Autoverkehr. Alles das macht für ihn eine »Stadt nach menschlichem Maß« aus.

Gehl beschäftigt sich seit rund 50 Jahren mit Stadtentwicklung und hat wesentlich dazu beigetragen, dass seine Heimatstadt Kopenhagen bereits in den 60er Jahren mit dem begonnen hatte, was wir heute als »Nachhaltige Stadt« fast alle für erstrebenswert halten. Vor diesem Hintergrund hat sein Ruf nach dem »menschlichen Maß« Gewicht. Ein Maß, das jahrhundertelang in der Entwicklung von Städten selbstverständlich war. Erst mit deren sehr schnellem Wachstum, der Professionalisierung der Stadtplanung, einer im 20. Jahrhundert zusehends funktionalen Aufteilung des Stadtraums und dem befremdlichen Ruf nach der autogerechten Stadt ist der Mensch aus dem Blick geraten.

»Bauliche Einladungen« und Nutzungsmuster hängen seiner Erfahrung nach unmittelbar zusammen. Wenn es Flächen und Wege für Fußgänger und Radfahrer gibt, die zu verschiedenen Aktivitäten einladen, wenn sich nicht monoton gestaltete Gebäude nach außen abschotten, sondern erfassbar und abwechslungsreich fürs Auge sind und auch Erlebnisse ermöglichen, dann wird der Raum zur Stadt für die Menschen. In Gehls Buch lerne ich mehr über qualitätvolle Dichte, über die Art und Weise, wie die Stadt zugleich sicher und gesund wird, über Proportionen und Perspektiven – und weshalb es normal ist, dass ich alles über dem fünften Stock eines Hauses erst mal nicht wahrnehme. Gehl gibt in seinem Buch vielfältige und wertvolle Impulse für alle, die sich an der gerade aktuell so wichtigen Debatte über die Zukunft wachsender Städte wie Frankfurt beteiligen und die diese mitgestalten wollen. Und dies nicht nur als Städteplaner (pem.).

Barbara Walzer (bw.)©
Neue politische Farbenlehren?
Quelle: Barbara Walzer©

Neue politische Landschaft?

Leere. Angst. Hoffnung.

Ein Kommentar von Volker S. Stahr

Europa hat gewählt. Und die Botschaft ist eindeutig. Sie dokumentiert nichts Geringeres als eine neue politische Landschaft. Besonders deutlich zu sehen in den sechs großen (Noch-) EU-Staaten. Erste Erkenntnis: Die alten Volksparteien Konservative und Sozialdemokraten gleichen vielerorts offenbar nur noch leeren Hüllen ohne (politische) Inhalte. In den sechs Staaten können sich nur die Union in Deutschland und die Sozialisten in Spanien halten. In Großbritannien sind Tories und Labour implodiert. In Frankreich sieht es mit Sozialisten und den ehemaligen Gaullisten kaum anders aus. In Italien bricht Berlusconis Forza Italia noch mehr ein als die deutsche SPD. Dass auf europäischer Ebene der Umbruch noch milde ausfällt, liegt eher an kleinen Staaten, etwa mit den Siegen der Sozialisten in Portugal oder der Konservativen in Griechenland. Doch alles in allem verloren die Volksparteien ein Fünftel ihrer Mandate und die Mehrheit in Straßburg – abgestraft für die zunehmende Leere dieser Alt-Parteien …

Dabei scheint sich auch ein Paradigma aufzulösen, das den Volksparteien Jahrzehnte lang Konturen gab. Statt von »schwarz« und »rot«, von »rechts« und »links« wird die neue politische Landkarte von anderen, emotionalen Farben bestimmt. Zwei weitere Blöcke zeichnen sich ab. Noch neben, vielleicht bald statt der »alten« Parteien? Unübersehbar bleibt als zweite Erkenntnis der Vormarsch der (Rechts-) Populisten. Angst und einfaches Schwarz-Weiß-Denken als »Programm« bringen PiS in Polen 45 Prozent, Lega in Italien und Brexit Party in UK ein Drittel, Le Pens Bewegung in Frankreich ein Viertel der Stimmen. Nur in Deutschland und Spanien schwächeln die Populisten. Doch gegen sie und vielleicht gar als direkte Antwort formt sich ein dritter Block: ein buntes bürgerlich-liberal-ökologisches Lager, aus neuen und jungen Parteien. Umwelt statt Grenzen, Hoffnung statt Angst scheint deren Devise. Befördert durch die jugendlichen Friday-Bewegungen, welche Altparteien und Populisten so gar nicht auf dem Plan haben. In Deutschland sind es die Grünen, die – bis auf »neu« – all das vereinen: bürgerlich, liberal, ökologisch, jung. In Frankreich sind Macrons En Marche trotz Dämpfer bei fast 25 und die Grünen bei knapp 15 Prozent. Ähnlich in Großbritannien Liberaldemokraten und Grüne. In Polen formt sich ein neues Bündnis gegen PiS, in Spanien segeln im Schatten der Sozialisten eine bürgerlich-liberale und eine links-ökologische Protestpartei. Selbst in Italien sind Demokraten und Fünf Sterne fast ein solches Lager, auch wenn erstere unter sozialdemokratischer Flagge segeln und letztere eher die chaotisch-populistische links-grüne Variante sind. Nicht auszuschließen also, dass die politische Landkarte Europas bald dreigeteilt sein könnte. Und dass es nicht mehr so einfach sein wird, sie nach Farben zu sortieren. Angst versus Hoffnung scheinen dabei die Pole und Stimmungen, auf denen die neuen Parteien aufbauen. Und die Alt-Parteien? Müssen aufpassen, dazwischen nicht selbst in ihrer Leere zu verschwinden … (vss.).